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Ferrari und Lotus im Krieg

Tausch der Aerodynamikchefs

James Allison Ferrari 2013 Foto: ams

Ferrari und Lotus klauen sich gegenseitig die Angestellten. Erst geht Lotus-Technikdirektor James Allison zu Ferrari. Dann folgt ihm Kimi Räikkönen. Dann Aerodynamikchef Dirk de Beer. Doch Lotus schlägt zurück und holt sich Ferrari-Aerodynamiker Nicolas Hennel.

13.09.2013 Michael Schmidt

Ferrari ist rot. Lotus fährt in schwarz. Doch die beiden Teams sind sich derzeit nicht grün. Es kommt gerade zu einem großen Personalaustausch zwischen Rot und Schwarz. Nachdem sich Lotus im Frühjahr von Technikdirektor James Allison getrennt hatte, unternahm Ferrari alle Anstrengungen, den 45-jährigen Engländer anzuwerben.

Seit dem 1. September leitet Allison zusammen mit Pat Fry das Technikbüro. Allison ist ein Räikkönen-Fan. Er war es auch, der Ferrari Kimi wärmstens ans Herz gelegt hat. Mit dem Argument, dass sich Räikkönen bei der Entwicklungsarbeit des Autos deutlich mehr eingebracht hat, als man es bei ihm annimmt.

Allison machte Werbung für Räikkönen

Wenn man Lotus-Mitarbeitern zuhört, kommt es darauf an, wie man das Wort "Entwicklungsarbeit" definiert. Außerhalb der Rennen habe sich Räikkönen herzlich wenig um die Technik gekümmert, heißt es bei Lotus. Am Rennplatz aber habe man seine immense Erfahrung und sein Fahrgefühl geschätzt.

Als man noch überlegte, das Auto mit dem langen Radstand gegen den kurzen im Vergleich zu testen, winkte Chefingenier Alan Permane ab: "Der Kimi braucht das nicht. Der hat so viel Routine, dass er dir auch ohne direkten Vergleich sagen kann, was besser und schlechter ist."

Aerodynamiker wechseln die Fronten

Allison machte Ferrari offenbar noch andere Empfehlungen. Zum Beispiel seinen früheren Aerodynamikchef Dirk de Beer, der bei Ferrari andocken und dort auf einer Ebene mit Loic Bigois arbeiten wird. Eine Bestätigung aus Maranello steht noch aus. Es wird ebenfalls gemunkelt, dass Lotus-Renningenieur Mark Slade mit Räikkönen von Lotus zu Ferrari geht. Slade hatte mit Kimi schon bei McLaren ein Tandem gebildet.

Jetzt hat Lotus aber zurückgeschlagen. Das Team aus Enstone verpflichtet angeblich Nicolas Hennel. Der war im August das Bauernopfer für die schleppende Entwicklung des F138 im Sommer. Hennel gilt jedoch als exzellenter Mann in der Szene.

Die Trennung von Ferrari muss nichts bedeuten. Ferrari hat sich im Mai 2011 von Technikchef Aldo Costa getrennt. Inzwischen hat der Italiener mit dem Mercedes AMG W04 eines der besten Autos im Feld gebaut. Es war einer der Schnellschüsse von Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo, weil der Druck der Öffentlichkeit zu groß geworden ist.

Massa hofiert Lotus, Hülkenberg auch

Das Management von Felipe Massa hat inzwischen durchblicken lassen, dass Lotus die erste Anlaufstelle ist. Kommt es da etwa zu einem weiteren Personalwechsel? Als Räikkönen-Ersatz wohl kaum. Da gilt Nico Hülkenberg als gesetzt. Nach seiner Top-Leistung in Monza erst Recht. Lotus-Teambesitzer Gerard Lopez verriet auto motor und sport bereits im Mai, dass Hülkenberg ganz oben auf seiner Wunschliste steht, sollte Räikkönen das Team einmal verlassen.

Aber vielleicht muss sich ja Romain Grosjean Sorgen machen. Bei dem Franzosen läuft es nicht rund. Er hat erst 57 Punkte auf dem Konto. Zum gleichen Zeitpunkt 2012 waren es 76 Zähler. Nicht eben eine Steigerung. Massa ist vielleicht nicht mehr der ultimative Siegfahrer, aber er holt beständig Punkte.

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