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Formel 1: McLaren und Ferrari verpokern sich

"Nachher ist man immer schlauer"

Lewis Hamilton Foto: xpb 61 Bilder

McLaren und Ferrari sind die großen Verlierer der Regenlotterie von Malaysia. Beide Teams vertrauten blind auf eine falsche Wettervorhersage. Als man den Fehler bemerkte, war es bereits zu spät. Jetzt geht es nur noch um Schadensbegrenzung.

03.04.2010 Tobias Grüner

Gedrückte Stimmung bei den großen WM-Favoriten. Ferrari und McLaren stehen am Start zum Grand Prix von Malaysia geschlossen in den hinteren vier Startreihen. Beide Top-Teams verpokerten sich zu Beginn des Qualifyings. Als die Strecke die schnellsten Bedingungen bot, blieben alle vier Autos in der Box.

"Das Radar hat eindeutig gesagt, dass es heller wird. Wenn wir gewusst hätten, dass es stärker regnet, wären wir natürlich rausgegangen", verteidigt sich Martin Whitmarsh. "Wir waren auch nicht die Einzigen mit dieser Entscheidung. Ferrari, Mercedes und das halbe Red Bull-Team haben genauso gedacht."

Doch während die Werks-Silberpfeile genau wie Red Bull den Sprung in die zweite Runde schafften, scheiterte McLaren und Ferrari schon früh. Nur Jenson Button fuhr schnell genug für Q2, drehte sich aber kurz danach ins Kiesbett. Viele andere Teams gingen sofort auf die Piste. "Wir sind immer Pessimisten. Wir gehen immer vom Schlimmsten aus", erklärte Williams-Technikguru Patrick Head. Sauber-Teammanager Beat Zehnder pflichtet bei: "Hier kann man nie sicher sein. Außerdem hat ja nichts dagegen gesprochen, direkt am Anfang zur Sicherheit eine Zeit zu fahren."

Ferrari auf dem falschen Fuß erwischt

Das sieht Martin Whitmarsh anders: "Was dagegen gesprochen hat? Wir haben erstens nicht gedacht, dass es notwendig ist und zweitens hätte ein Auto von der Strecke fliegen können, wie man an Jenson gesehen hat. Das Risiko war uns auf nasser Piste zu groß. Nachher kommen die Experten immer zum Vorschein. Wir müssen damit leben. Das ist Teil des Rennsports."

Auch Ferrari war dem Wetterradar aufgesessen. "Wir wurden auf dem falschen Fuß erwischt", erklärt Technikchef Chris Dyer. "Es sollte besser werden und da ist es normalerweise sinnvoller, später rauszufahren." Doch in Malaysia hält sich das Wetter leider nicht an Regeln. Whitmarsh gibt zu: "Klar kann man hinterher immer einfach sagen, dass es zu viel Risiko war drinzubleiben. Das Radar war bis dahin aber immer zuverlässig und es zeigte an, dass es trockener wird."

Probleme für Alonso, Massa und Hamilton

Doch warum konnten einige Piloten trotz zunehmenden Regens noch den Sprung in die zweite Runde schaffen. Die beiden Mercedes und Mark Webber kamen mit einem blauen Auge davon. "Man hatte auf den Regenreifen nur eine schnelle Runde", erklärt Whitmarsh. "Lewis hat sich leider gedreht. Danach wurde es schlechter. Jenson hat es geschafft, aber flog dann raus."

Auch bei Ferrari endete das Pokerspiel in einer Katastrophe. "In meinen schnellen Runden hatte ich immer gelbe Flaggen", entschuldigte sich Fernando Alonso für Platz 19. Felipe Massa rutschte mehrmals von der Bahn und landete auf Rang 21. Obwohl das Team die Daten des Wetterradars hatte, nahm Alonso die Schuld teilweise auf sich. "Ich hätte sagen müssen, dass ich raus will. Also geht die Entscheidung mindestens 70 Prozent auf mich." Auch Massa spielt den Teamplayer: "Wir Fahrer hätten selbst entscheiden können. Deshalb tragen alle gemeinsam die Schuld."

McLaren zuversichtlich, Ferrari will Schadensbegrenzung

Und was ist am Sonntag aus den letzten Reihen noch drin? "Alles ist möglich", erklärt Whitmarsh. "Als wir das letzte Mal 17. und 20. waren, haben wir das Rennen gewonnen." Dabei spielt der McLaren-Teamchef auf das Rennen in Suzuka 2005 an, als Kimi Räikkönen von ganz hinten zum Sieg fuhr. "Aber es wird natürlich schwierig. Vor allem wenn das Wetter nicht mitspielt." Auch bei Ferrari bleibt man realistisch. Dyer: "Jetzt geht es um Schadensbegrenzung."

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Lesen Sie zu diesem Thema auch den aktuellen Blog von F1-Experte Michael Schmidt:

>> Malysia-Qualifying: Strafe für die Arroganz

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