Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Ferrari-Update in Mugello

Der erste Schritt in Richtung Spitze

Ferrari F2012 Alonso Mugello Formel 1 Test 2012 Foto: xpb 28 Bilder

Ferrari hat in Mugello erfolgreich die erste Stufe seiner Technikoffensive gezündet. Am Mittwoch mit neuen Leitblechen unter der Nase, am Donnerstag mit einer komplett neu gestalteten Motorabdeckung inklusive Auspuff und einem modifizierten Heckflügel. Teil zwei folgt in Barcelona.

03.05.2012 Michael Schmidt

Aufatmen in Maranello. Ferrari hat einen ersten Schritt in Richtung Spitze getan. Nachdem Felipe Massa am Mittwoch noch Basisarbeit betrieb, packte Ferrari am letzten Testtag für Fernando Alonso die erste Stufe des neuen Technikpakets aus. Die doppelt gestaffelten Leitbleche unter der Nase waren nur ein kleiner Vorgeschmack. Mit den neuen Seitenkästen, der neuen Motorabdeckung und der neuen Auspuffposition veränderte der F2012 hinten sein Gesicht. Der zweite Schub folgt in Barcelona.

Der größte Unterschied zum viel gescholtenen Basismodell sind die neuen Seitenkästen. Sie haben ihre Ausbuchtung am hinteren Ende verloren. In ihr waren die Auspuffendrohre versteckt, die mal nach innen, mal nach außen zeigten. Jetzt schließt der Auspuff bündig mit dem oberen Ende der Seitenkästen ab. Die Motorabdeckung weist zu Beginn der Flaschenhalsform nur noch eine leichte Delle auf. Unten sind die Seitenteile schärfer eingezogen. Das schafft zusätzlichen Platz auf dem Diffusordach und beschleunigt dort die Strömung.

Schlankere Seitenkästen, neuer Auspuff

Die heiße Abluft der Kühler wird nun viel eleganter abgeleitet. Durch je drei Kiemen vor den Auspuffendrohren, einer runden Öffnung rund um die vorderen Querlenker der Hinterachse und zwei Kiemen auf der Getriebeverkleidung. Insgesamt ist die Fläche der Öffnungen gegenüber dem Vorgängermodell deutlich geschrumpft. Zusammen mit der schlankeren Heckpartie verbessert das die Anströmung der Diffusor-Oberfläche. Somit kann der Diffusor selbst mehr Luft unter dem Auto absaugen.

Der Auspuff zielt gegen den jüngsten Trend nach innen. Er mündet so weit hinten, wie es das Reglement erlaubt. Der alte Toro Rosso-Auspuff war da wohl Vorbild. Der Auspuffstrahl wird vom vorderen oberen Querlenker nach unten abgelenkt. Caterham, Toro Rosso, Force India und Williams sind gerade den anderen Weg gegangen. Sie haben die Lösungen von McLaren und Red Bull adaptiert und blasen nun nach außen.

Beim Ferrari F2012 ist die Zielrichtung nun ganz klar das untere Heckflügelelement und nicht der Diffusor. Man schenkt mit dieser Lösung vielleicht etwas Abtrieb beim Beschleunigen her, gewinnt aber unter dem Strich durch das größere Vertrauen der Fahrer, weil der Anpressdruck verlässlicher ist. Das untere Heckflügelelement reagiert weniger sensibel auf Schwankungen des Gasflusses als der Diffusor.

Neuer Heckflügel aus Maranello

Zum neuen Paket im Heck gehörten auch neue Bremsbelüftungen und ein neuer Heckflügel. Der Flügel wurde in der Mittagspause des letzten Testtages aus dem nahen Maranello herangeschafft und gleich einem Strömungstest mit Signalfarbe unterzogen. Der Flügel weist nur geringe Änderungen auf. Man muss genau hinschauen. Die Kiemen in den Endplatten sind nicht mehr gebogen, sondern gerade. Es gibt jetzt fünf statt vier Schlitze. An den unteren Enden haben die Endplatten vier statt drei Fächer.

Gerüchteweise war zu hören, dass der Heckflügel so gebaut wurde, dass er Kanäle für einen F-Schacht zum Frontflügel aufnehmen könnte. Auf den neuen Frontflügel muss Ferrari noch warten. Er soll zusammen mit einem neuen Diffusor und einer neuen Nase in Barcelona debütieren. Der erste Schritt der Ingenieure hat seine Wirkung nicht verfehlt. In der Ferrari-Box sah man allenthalben entspannte Gesichter. Trotz des Unfalls von Alonso, der zweieinhalb Stunden Reparaturzeit in Anspruch nahm.

Umgebauter Ferrari spürbar besser

Die gute Laune hatte ihren Grund. Alonso war von der ersten Runde an bei der Musik. Der Spanier fuhr konstant schnelle Rundenzeiten. Er knackte wie Sebastian Vettel und Romain Grosjean mehrmals die 1.22er Marke. Scheinbar mühelos. Seine persönliche Bestzeit von 1.21,363 Minuten am Morgen fuhr Alonso auf harten Reifen. Die hatten schon sieben Runden auf dem Buckel.

Am Nachmittag legte er einen Achtrunden-Turn auf die Bahn mit zwei Runden im 1.21er Bereich, zwei in den 1.22er Region und drei zwischen 1.23 und 1.24 Minuten. Dazwischen eine Runde zum Abkühlen. Der letzte Umlauf war der schnellste mit 1.21,551 Minuten.

Im Top-Speed zeigte sich der Ferrari leicht verbessert. Während für Romain Grosjean auf dem Zielstrich 317,8 km/h gemessen wurden, schaffte der Ferrari-Pilot 315,8 km/h. Von Grosjeans Lotus weiß man, dass er auf der Geraden beständig zu den Schnellsten zählt. Nur eines konnte Ferrari in Mugello nicht herausfinden. Die Frage, ob die Traktion besser geworden ist, kann erst in Barcelona beantwortet werden. Mugello hat keine langsamen Kurven.

Fernando Alonso spielte die guten Rundenzeiten in Mugello herunter. "Wir haben hier eine von drei Auspuffversionen getestet. Die ersten vier Rennen haben gezeigt, dass die Auspuffposition nicht entscheidend ist. Bis jetzt haben alle möglichen Auspufflösungen Rennen gewonnen. Für uns diente der Test mehr der Absicherung einiger offener Fragen. Der große Aero-Schritt kommt in Barcelona. Der zweite in Montreal, der dritte in Valencia. Die müssen passen, denn es ist nicht akzeptabel weiter um die Teilnahme am Top Ten-Finale kämpfen zu müssen." Einen positiven Aspekt sah der Spanier dann doch: "Alle Änderungen, die wir nach Mugello gebracht haben, haben ausnahmslos funktioniert. Vorher hatten wir bei zehn Änderungen vier Mal Ausschuss."

In unserer Bildergalerie zeigen wir noch einmal die wichtigsten Technik-Neuerungen der Mugello-Tests.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden