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Red Bull vor Ferrari

Ferrari verlor am Samstag

Kimi Räikkönen - Ferrari - Formel 1 - GP Ungarn - 24. Juli 2016 Foto: Wilhelm 23 Bilder

Das Resultat des GP Ungarn spiegelte nicht ganz das Renntempo der Beteiligten wieder. Mercedes war überlegener als es aussah. Ferrari konnte am Sonntag schneller als Red Bull fahren, kam aber nicht am Rivalen um Platz 2 vorbei. Fazit: Ferrari verlor das Rennen schon am Samstag.

24.07.2016 Michael Schmidt

Mercedes vor Red Bull und Ferrari. Das hört sich nicht besonders spannend an. Der Vorsprung der Silberpfeile auf seine Verfolger betrug 27,5 Sekunden. Also 0,39 Sekunde pro Runde. Das wiederum klingt nicht dramatisch. Tatsächlich war die Überlegenheit größer. Lewis Hamilton trödelte in der ersten Rennhälfte herum. Der Weltmeister streichelte seine Reifen. „Wir hatten Zielvorgaben und wussten nicht, wie lange die Reifen halten. Deshalb bin ich nur so schnell gefahren wie ich musste.“

Ferrari schonte Reifen

In Runde 36 betrug der Vorsprung von Hamilton auf Sebastian Vettel 10,0 Sekunden. Daniel Ricciardo hatte schon einen Stopp mehr abgewickelt und lag lediglich 24,8 Sekunden zurück. 21 Sekunden kostet ein Boxenstopp. Das war der Moment, in dem Hamilton das Kommando bekam, schneller zu fahren. Andernfalls würde Rosberg das Vorrecht des ersten Boxenstopps bekommen. „Lewis hat seine Reifen zu stark gemanagt. Wir musste ihm sagen, dass er Gas geben soll, weil die Gegner zu nah dran waren und Red Bull auf eine aggressive Strategie gewechselt hatte“, erklärte Teamchef Toto Wolff.

Ab Runde 36 zeigten die Mercedes ihr wahres Gesicht. Die Rundenzeiten fielen sofort um eine halbe Sekunde. Und schon verschwanden die Verfolger vom Radar. Ab da hatten Red Bull und Ferrari mit sich selbst zu tun. Um die Plätze 3 und 4, sowie 5 und 6 kam es jeweils zum Duell Red Bull gegen Ferrari. Red Bull gewann beide. Obwohl Ferrari schnellere Rundenzeiten fahren konnte. In der Hitze gingen die roten Autos pfleglicher mit ihren Reifen um.

Startplätze entscheidend

Sebastian Vettel biss sich an Daniel Ricciardo genauso die Zähne aus wie Kimi Räikkönen an Max Verstappen. „Ich war eine halbe bis eine Sekunde schneller als Daniel, aber das reicht in Budapest nicht, um ein Auto zu überholen.“ Nach der Pleite von Silverstone zog Vettel ein positives Fazit: „Das Renntempo stimmte. Wir waren nicht so schnell wie Mercedes, aber für Red Bull hätte es bei besseren Startplätzen gereicht. Leider konnte ich auch beim Start keine Plätze gutmachen.“

Kimi Räikkönen machte auf einer Strecke, auf der Überholen praktisch nicht möglich ist, die meisten Plätze gut. Der Finne verbesserte sich von Platz 14 auf Rang 6. Auch er kam zu dem Fazit, dass Red Bull an diesem Wochenende zu knacken gewesen wäre, hätte sich nicht das Pech gegen Ferrari verschworen. „Wir waren schneller als Red Bull. Andererseits müssen wir zugeben, dass sie zu Saisonbeginn weiter hinter uns lagen und aufgeholt haben. Ob es nun am Auto oder am Motor liegt, kann ich nicht beurteilen. Wir kennen unsere schwächen, und müssen an ihnen arbeiten. Es liegt viel Arbeit vor uns.“

Ferrari blickt auf Mercedes, nicht Red Bull

Mit anderen Worten: Ferrari verlor das Rennen gegen Red Bull am Samstag. Und auch da weniger, weil der Speed gefehlt hätte, sondern weil sich in der Qualifikation widrige Umstände gegen die Roten verschworen hatten. Obwohl Red Bull nun bis auf einen Punkt an Ferrari herangerückt ist, blickt Rennleiter Maurizio Arrivabene ungerührt nach vorn. „Wir müssen vorwärts, nicht rückwärts schauen. Unsere Zielscheibe heißt Mercedes. Das Tempo im Rennen war fantastisch. Das zeigt auch Kimis schnellste Runde.“

Red Bull lag nach dem Start mit beiden Autos vor Vettel. Doch der Ferrari war zu schnell, um beim ersten Boxenstopp auch mit beiden Autos davor zu bleiben. „Wir konnten uns nur mit einem Auto gegen Sebs Undercut wehren. Deshalb haben wir Ricciardo geschützt, weil er vor Max lag“, sagte Christian Horner. Weil Ricciardo nach 32 Runden nur 5,1 Sekunden hinter den Mercedes lag, wollte Red Bull nach den Sternen greifen. Der frühe zweite Stopp in Runde 33 sollte Mercedes aus der Reserve locken.

Es funktionierte nicht, weil Hamilton und damit auch Rosberg das Tempo anzogen. Sie waren in der Lage mit alten Reifen so schnell wie Ricciardo auf neuen zu fahren. Damit konnte der Undercut des Australiers nicht gelingen. Für Vettel machte es wenig Sinn Ricciardo zu folgen. Er wäre sonst wieder hinter Verstappen gefallen und hätte am Ende genauso alte Reifen wie Ricciardo gehabt. „Wenn du vorne liegst, kannst du dir immer eine aggressivere Strategie erlauben“, schloss Vettel das Thema ab.

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