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Ferrari verpasst Podest in Japan

Getriebeschaden und Pech bei Strategie

Sebastian Vettel - Ferrari - GP Japan 2016 - Suzuka Foto: xpb 71 Bilder

Der Tag begann mit einer schlechten Nachricht für Ferrari. Im Auto von Kimi Räikkönen musste das Getriebe getauscht werden. Der Finne wurde von Platz drei zurück auf acht gestuft. Wenigstens profitierte aus roter Sicht auch Sebastian Vettel. Er war im Rennen in seinem Ferrari auf dem Weg zum Podest. Doch dann stolperte man wieder einmal über die Taktik.

09.10.2016 Andreas Haupt

Ferrari war in Japan stärker als Red Bull. Sowohl auf eine Runde als auch über die Distanz. Trotzdem platzierte sich Max Verstappen vor Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen. Auch beide Mercedes lagen vor Rot. So blieben nur die Plätze vier und fünf.

Dabei hätte es viel mehr sein können. Vettel legte einen vielversprechenden Start ins Rennen hin. Zunächst verbesserte er sich um eine Position, weil Lewis Hamilton nicht vom Fleck kam. „Mein Start war super. Ich hätte viel mehr Fahrer packen können. Ich bin nicht rechts an Lewis vorbei, weil ich dachte, dass er irgendwann Gas gibt und dann nach rechts geht. Vor mir war dann leider Daniel“, berichtete der viermalige Weltmeister.

Vettel vor 130R an Ricciardo vorbei

Doch Vettel stürmte innerhalb der nächsten fünf Kilometer an Ricciardo vorbei. Der 42-fache GP-Sieger krallte sich seinen ehemaligen Teamkollegen bei der Anfahrt zum ultraschnellen Linksknick namens 130R. Sein Manöver bereitete er bereits in der Spoon-Kurve vor, die auf die Gerade hin zu 130R führt. „Ich bin mit Absicht etwas schneller rein und leicht versetzt zu Daniel gefahren, um eine sauberere Anströmung meines Autos zu gewährleisten. Am Scheitel war ich dann langsam, konnte das Auto aber sauber positionieren und früh aufs Gas steigen. Daniel hing hinter Perez und verlor Abtrieb. Er schlingerte etwas aus der Kurve heraus. Mit dem Windschatten habe ich ihn gepackt.“

Zwei Umläufe später war der Force India auf der Start-Ziel-Gerade fällig. Vettel positionierte sich gekonnt in der Schikane und beschleunigte den Mexikaner auf dem Vollgasstück aus. Danach war er schon Dritter. Gegen Rosberg war kein Kraut gewachsen. Aber auf Verstappen schloss Vettel auf. Red Bull schützte seinen 19-jährigen Piloten mit früheren Stopps vor Undercuts. Und war damit erfolgreich.

Ferrari versuchte es über die Reifen. Man schraubte Vettel im letzten Abschnitt die weiche Pirelli-Mischung an den SF16-H. Um mit den weicheren und schnelleren Reifen den Niederländer auf Hart mehr unter Druck zu setzen und zu überholen. Der Schuss ging nach hinten los. Ferrari zögerte den zweiten Boxenstopp hinaus, damit der Schlussstint nicht zu lange auf dem weichen Satz dauerte. Das gab Mercedes die Chance, mit Hamilton früher zu stoppen. Der Weltmeister kam in der 33. Runde zu seinem Wechsel auf harte Reifen. Vettel geriet in Verkehr und verlor entscheidende Zeit. Vermutlich hielt ihn der Sauber von Marcus Ericsson auf. Weil Hamilton noch eine extrem schnelle Runde aus den Boxen auf frischen Reifen drehte, reihte sich Vettel nach seinem Reifentausch hinter dem Mercedes ein.

Vettel kommt nicht an Hamilton vorbei

Vettel beschwerte sich öfters am Funk über den Verkehr. Schon in der 30. Runde fühlte er sich von Felipe Nasr und Pascal Wehrlein aufgehalten. „Felipe war vor mir in den S-Kurven. Pascal dann in Kurve elf.“ Der Verkehr in der Runde vor dem zweiten Boxenbesuch war dann zu viel, um Hamilton zu halten. Nach dem Rennen nahm Vettel seine Kollegen aber in Schutz. „Es ist nicht immer einfach, Platz zu machen. Vor allem hier mit so vielen Kurven, die aufeinander folgen. Ich denke, wir hatten heute einfach Pech.“

Trotz brandneuer weicher Reifen biss sich Vettel die Zähne am Mercedes vor ihm aus. Nicht einmal mit Wandschatten und DRS fand der Heppenheimer einen Weg an Hamilton vorbei. Weil der Mercedes auch ohne DRS pfeilschnell war. „Dann war noch der Reifenverschleiß zu hoch.“ Vettel musste abreißen lassen. „Klar sind wir nicht zufrieden, wenn das Podium aus den Händen gleitet“, äußerte sich Vettel, der erstmals in Suzuka nicht unter den besten drei Fahrern landete. Zuvor gewann er in sieben Starts in Japan viermal und kletterte drei weitere Mal auf das Podest.

Allerdings sieht Vettel auch die positiven Seiten: „Silverstone und Suzuka sind von der Charakteristik ähnlich. In England waren wir nicht so gut. Hier deutlich besser. Das ist ein Fortschritt.“ Die Updates, die Ferrari nach Malaysia und Japan brachte, zündeten. Das Auto geht nun besser durch schnelle und langgezogene Kurven. Auch Räikkönen berichtete von einem „guten Handling“. Das Rennen des Weltmeisters von 2007 war schon vor dem Start beeinträchtigt. Fünf Stunden vor Rennbeginn musste Ferrari im Auto mit der Startnummer sieben das Getriebe wechseln. „Eine Vorsichtsmaßnahme, weil wir nach dem Datenstudium nicht sicher waren, ob es das ganze Rennen halten würde“, hieß es aus Teamkreisen.

Im Rennen zeigte Räikkönen eines der heißesten Überholmanöver. Es passierte in der 14. Runde. Räikkönen folgte Sergio Perez dicht auf die Zielgerade. Der Mexikaner hing wiederrum hinter Jolyon Palmer im Renault. Räikkönen schnappte sich beide gleichzeitig. „Ich wusste, dass Sergio nach rechts ausschert. Ich bin einfach noch weiter rechts raus und an beiden vorbei. Mit frischen Reifen und Windschatten hat das ganz gut geklappt“, berichtete der Finne gewohnt trocken.

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