Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Ferrari-Vertrag für 2013

Massa-Entscheidung nach Korea

Felipe Massa GP Japan 2012 Foto: xpb 45 Bilder

Die Entscheidung, wer 2013 neben Fernando Alonso bei Ferrari fährt, soll zwar erst nach dem GP Korea fallen, doch mit seinem zweiten Platz hat Felipe Massa die Fahrkarte für seine siebte Saison in Maranello gelöst. Der Brasilianer zeigte in Suzuka seine bislang beste Saisonleistung.

08.10.2012 Michael Schmidt

Bei Ferrari herrschte gedrückte Stimmung. So ist das immer, wenn Fernando Alonso ein schlechtes Rennen hat. Der GP Japan des WM-Spitzenreiters dauerte exakt 371 Meter. Im Startgetümmel hatte ihm Kimi Räikkönen den linken Hinterreifen aufgeschlitzt. Schlimmer hätte es mit Blickrichtung WM nicht kommen können. Alonso null Punkte, Vettel 25. Der komfortable WM-Vorsprung schrumpfte von 29 auf vier Zähler.

Die überlegene Vorstellung der Red Bull bestätigte Alonso in seinen schlimmsten Befürchtungen, dass der nächste Weltmeister wieder Sebastian Vettel heißen könnte. Zum ersten Mal in dieser Saison zeigte der Spanier Nerven. Er erschien nicht zur Ferrari-Presserunde. Und er kritisierte zum ersten Mal die schleppende Weiterentwicklung am Auto. "Sei ihm verziehen", beschwichtigte Rennleiter Stefano Domenicali. "Im ersten Frust sagt man schon einmal etwas Unbedachtes."

Massa spielt nur die Nebenrolle

Alonso bestimmt die Laune im Team. Wenn er Pech hat, dann wird bei Ferrari zuerst einmal sein Unglück beweint. Für das Gefühl der Freude, dass Felipe Massa mit dem zweiten Platz zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder einen Podiumsplatz feierte und seine beste Saisonleistung zeigte, bleibt da im Herzen der Roten nicht mehr viel Platz.

Massa strahlte auch so. Er braucht nicht die moralische Unterstützung von seiner Mannschaft, weil er die Verhältnisse im Team genau kennt. Alonso ist der Boss, er der Stallbursche. So war das seit 2010. Und so wird es wahrscheinlich auch noch eine Saison lang bleiben.

Neuer Massa-Vertrag nach Korea

Felipe Massa hat mit seinem zweiten Platz sein Ticket für das Cockpit neben Alonso gelöst. Die Entscheidung fällt zwar erst nach dem GP Korea, doch jetzt hat der 31-jährige Brasilianer Tatsachen geschaffen. Wenn das Auto funktioniert, kann er die McLaren und die Lotus schlagen. Vettel wäre auch für Alonso außer Reichweite gewesen.

Massa weiß, wo er sich noch verbessern muss: "Meine Schwäche ist die Qualifikation. Ich mache mir zu oft selbst das Rennen durch schlechte Startplätze schwer." Auch in Suzuka. Massa ging von Platz elf ins Rennen. "Es war die einzige Runde am Wochenende, auf der wir keinen Grip hatten. Wir wissen bis heute nicht warum."

Massa hatte schon vor dem GP Japan die besten Chancen. Auch wenn Paul di Resta und Nico Hülkenberg weiter unter Beobachtung stehen. Eine Stimme aus dem Ferrari-Camp: "Wir sehen unter den Jungen keinen, der sich so richtig aufdrängt, keinen, von dem wir sagen könnten: Den müssen wir haben."

Massa nach der Pause besser als Alonso

Es ist bezeichnend, dass Ferrari Sergio Perez zu McLaren ziehen ließ, obwohl man die Daten des Mexikaners genau kennt und sie gut mit Massa vergleichen kann. Massa bleibt trotzdem vorsichtig: "Ich hoffe, es reicht. Aber mal ehrlich: Was soll ich noch besser machen?" Der elffache GP-Sieger hat seit der Sommerpause 44 Punkte gesammelt. 14 mehr als sein Teamkapitän.

Seine Konkurrenten im Kampf um den zweiten Ferrari-Sitz reisten mit gemischten Gefühlen aus Suzuka ab. Paul di Resta tauchte im Mittelfeld unter. Der Held von Singapur konnte nicht glänzen. Nico Hülkenberg musste sich nur einen Ausrutscher im Training ankreiden. Im Rennen zeigte er eine ähnlich starke Vorstellung wie di Resta in Singapur. Das Duell mit Lewis Hamilton und Kimi Räikkönen hätte mehr als Platz sieben verdient.

Hülkenberg zu Sauber, Buemi zu Force India?

Hülkenberg will aus Rennergebnissen keine Rückschlüsse mehr auf seine Chancen herauslesen. "Darauf darf man nicht viel geben. Das ändert sich jedes Wochenende, je nachdem wer von uns gerade das bessere Rennen hat." Letzter Wasserstand: Der Force India-Pilot wird 2013 wohl bei Sauber fahren, und Paul di Resta bei Force India bleiben. Möglicherweise mit Sebastien Buemi als Teamkollege.

Aus Domenicalis Worten ließ sich noch nicht viel herauslesen: "Es ist schön, Felipe nach einer langen Zeit, einer viel zu langen Zeit wieder auf dem Podium zu sehen. Der zweite Platz ist ein sehr wichtiges Resultat in einem entscheidenden Moment für ihn. Hat es ihm den Platz für nächstes Jahr gesichert? Lasst uns nicht den zweiten Schritt vor dem ersten tun." Wenn Massa bleibt, bringt Alonso wenigstens ein Erfolgserlebnis aus Asien mit. Sein Favorit für die Wasserträgerrolle war immer Felipe Massa.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden