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Ferrari von Williams geschlagen

Vettel mit falscher Reifentaktik?

Sebastian Vettel - Kimi Räikkönen - Ferrari - GP Russland - Sochi - Qualifying - Samstag - 10.10.2015 Foto: xpb 44 Bilder

Für Ferrari brachte das Qualifying zum GP Russland 2015 die vierte und fünfte Position. Im Gegensatz zu Mercedes fuhr Sebastian Vettel nur eine schnelle Runde auf den Supersofts. Haben die Roten damit die falsche Taktik gewählt?

10.10.2015 Andreas Haupt

Die Reihenfolge nach dem Zeittraining war die gleiche wie vor zwei Wochen in Japan. Rosberg vor Hamilton, Bottas und Vettel. Diesmal fehlten dem roten Auto mit dem viermaligen Weltmeister am Steuer 0,853 Sekunden auf die Pole-Position.

Mercedes war für Ferrari außer Reichweit. Doch auf Williams und Valtteri Bottas büßte Vettel nur ein halbes Zehntel ein. "Wir haben nicht das Maximum herausgeholt heute. Wenn ich eine perfekte Runde hinbekommen hätte, wäre der dritte Rang wohl möglich gewesen", glaubt Vettel.

Vettel nur mit einer schnellen Runde auf den Supersofts

Ferrari schickte seinen Startfahrer mit einer anderen Taktik als die Mercedes und Bottas in den finalen Durchgang. Vettel sollte jeweils nur einen fliegenden Versuch auf den Supersoft-Reifen fahren. Seine Gegner entschieden sich dagegen für eine langsame Aufwärmrunde und machten erst im zweiten Umlauf volle Attacke. Weil da die Reifen auf dem glatten Asphalt in Sochi eine bessere Arbeitstemperatur haben.

Im dritten Freien Training war Vettel zusammen mit Felipe Nasr der einzige Fahrer, der nicht den weichsten Pirelli-Kleber ausprobieren konnte. Der Unfall von Carlos Sainz verhinderte ein Outing. Waren die mangelnden Erfahrungswerte daran schuld, dass Ferrari nicht vor Williams kam und so weit hinter Mercedes lag? "Es hat sicher nicht geholfen, nicht auf dem Supersoft gefahren zu sein", erklärte Vettel. "Wenn wir am Morgen mit ihnen draußen gewesen wären, wären wir vielleicht auch zwei oder sogar drei Runden am Stück im Qualifying gefahren."

Schwer, die richtige Taktik zu finden

Überrascht zeigte sich der Heppenheimer davon, dass er vom ersten Durchgang an nicht so zulegen konnte, wie die Konkurrenz. Einordnung: Vettel steigerte sich von Q1 bis Q2 um rund sechs Zehntel. Rosberg dagegen um 1,2 Sekunden. "Wir sind auf dem richtigen Fuß gestartet. Aber wir konnten dann leider nicht so zusetzen, wie erwartet. Vielleicht hatten die anderen am Anfang mehr Probleme und konnten sich deshalb später mehr steigern."

In Suzuka konnte Vettel den Williams von Valtteri Bottas gleich auf den ersten Metern hinter sich lassen. "Valtteri wird sicher einen besseren Start haben wollen als in Suzuka", sagt Vettel, dem bewusst ist, dass eine Wiederholung schwierig wird. "Wir wissen, dass Williams hier sehr stark ist. Besonders mit Valtteri. Sie waren die einzigen, die letztes Jahr hier mit Mercedes mithalten konnten."

Die Strategie dürfte auf ein Einstopprennen hinauslaufen. Doch wann der passende Zeitpunkt für den einzigen Stopp ist, weiß niemand. "Die Taktik wird eine Überraschung sein."

Immerhin wird es leichter sein, die Reifen ins beste Arbeitsfenster zu bringen. Das macht vor allem Kimi Räikkönen Hoffnung. "Wenn sie mal warm waren, hat sich das Auto ok angefühlt", berichtete der Finne, der Fünfter wurde. Im Gegensatz zu Vettel setzte der Iceman auf die Mercedes- und Williams-Taktik. Trotzdem setzte es die 12. Quali-Niederlage.

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