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Ferrari vor einer Revolution

Ross Brawn zurück in Maranello?

Marco Mattiacci - Ferrari - Formel 1 - GP Brasilien - 6. November 2014 Foto: xpb 54 Bilder

Bei Ferrari steht offenbar eine Revolution bevor. Rennleiter Marco Mattiacci soll im Konzern einen neuen Posten einnehmen. Als sein Ersatz wird der ehemalige Marlboro-Manager Maurizio Arrivabene gehandelt. Die Frage ist: Als Doppelspitze mit Ross Brawn oder unter dem früheren Ferrari-Technikchef?

22.11.2014 Michael Schmidt

Bis jetzt ist es nur ein Gerücht. Aber Sebastian Vettel muss sich darauf einstellen, dass der Chefsessel getauscht wird, noch bevor er am 1. Januar offiziell seinen Vertrag bei Ferrari antritt. Die Tage von Marco Mattiacci als Ferrari-Rennleiter sind offenbar gezählt. Der frühere Chef von Ferrari-USA soll im Konzern eine andere Rolle einnehmen. Möglicherweise als Präsident von Ferrari.

An seine Stelle soll der frühere Marlboro-Manager Maurizio Arrivabene treten. Doch das könnte nur ein Teil der neuen Führungsstruktur sein. Denn Arrivabene kennt das Formel 1-Geschäft zwar besser als Mattiacci, hat aber selbst nie als Teamchef gearbeitet. Somit wäre nicht viel gewonnen.

Arrivabene hat in den letzten Wochen Ross Brawn gefragt, ob er zu einer Rückkehr nach Maranello bereit wäre. Per SMS dementierte das "F1 Superhirn" vorerst gegenüber Sky-Experte Martin Brundle, dass er zu Ferrari gehen wird. Auch Mercedes-Chefdesigner Aldo Costa soll auf der Wunschliste von Ferrari stehen. Der ist aber langfristig bei den Silberpfeilen unter Vertrag.

Für Brawn kann es nur einen Chef geben

Ross Brawn hat eine Rückkehr in die Formel 1 nie ausgeschlossen. Allerdings nur unter seinen Bedingungen. Der Meistermacher, der zwischen 2000 und 2004 zusammen mit Michael Schumacher fünf WM-Titel gewann, will sich eine Situation wie zuletzt bei Mercedes ersparen. Nach seiner Meinung kann es in einem Formel 1-Team nur einen Chef geben.

Bevor Brawn an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrt, müssten die Kompetenzen eindeutig geklärt sein. Eine Doppelspitze wäre sicher nicht nach dem Geschmack des 60-jährigen Engländers. Das Kommando an der Rennstrecke und der Fabrik würde ausschließlich Brawn führen. Arrivabene wäre der Mann für die interne Politik und die Verbindung zu Fiat-Chef Sergio Marchionne.

Brawn kennt die Verhältnisse bei Ferrari in- und auswendig. Eines der großen Probleme in Maranello waren die Störfeuer von Ex-Präsident Luca di Montezemolo. Jean Todt war der ideale Puffer zwischen der Konzernleitung und dem Team. Brawn könnte einen zu großen Einfluss aus Turin als einen Grund sehen, den Job erst gar nicht anzunehmen. Offenbar war Ferrari nicht bereit, die Bedingungen von Brawn zu erfüllen.

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