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Anhörung im Fall Ferrari

Vettel-Strafe neu aufgerollt

Sebastian Vettel - Ferrari - F1 Foto: sutton-images.com

Ferrari hat erreicht, dass der Fall Sebastian Vettel gegen Daniel Ricciardo neu aufgerollt wird. Nach dem zweiten Freitags-Training kommt es zu einer Anhörung. Die Sportkommissarte von Mexiko haben Ferrari und Red Bull zu einer Telefonkonferenz vorgeladen.

11.11.2016 Michael Schmidt 7 Kommentare

Darf Sebastian Vettel hoffen, dass er in zweiter Instanz Recht bekommt und seinen dritten Platz von Mexiko zurückbekommt? In den Fall ist während des Freitagstrainings zum GP Brasilien Bewegung geraten. Die Sportkommissare haben die „neuen Elemente“ von Ferrari gesichtet und wollen nun die beteiligten Parteien in einer Telefonkonferenz dazu befragen.

Aus logistischen Gründen muss die Konferenz nach dem zweiten Training um 16.45 Uhr stattfinden. Die Sportkommissare sind über die ganze Welt mit unterschiedlichen Zeitzonen verstreut. In den USA, Mexiko, Australien und Spanien. Die Teamchefs von Ferrari und Red Bull sollen zu dem neuen Beweismaterial Stellung nehmen. Ferrari-Chef Maurizio Arrivabene und Red Bull-Kollege Christian Horner müssen deshalb die FIA-Pressekonferenz unter Umständen früher verlassen.

Doch worum geht es eigentlich. Bis jetzt gibt es nur Gerüchte darüber, was Ferrari wirklich vorbringen will. Es soll neue GPS-Daten geben. Außerdem hat Ferrari den Funkverkehr zwischen Red Bull und der FIA ausgewertet. Christian Horner meinte auf Anfrage: „Ferrari behauptet angeblich, dass Verstappen von der Rennleitung aufgefordert hätte werden müssen, den Platz an Vettel herzugeben. Wäre das passiert, wäre es nie zu dem Zwischenfall mit Ricciardo gekommen. Doch wie kann man einen Fall auf Hypothesen aufbauen?“

Ferrari findet mehrere „neue Beweiselemente“

Ferrari-Pilot Vettel bekam eine 10-Sekunden-Strafe, weil er nach Meinung der Sportkommissare im Zweikampf mit Daniel Ricciardo Artikel 27.5. des Sportgesetzes verletzt hatte. Dieser war erst beim Rennen davor in Austin auf Wunsch des Großteils der Fahrer neu definiert worden. Demnach wurden bestimmte „Manöver der Verteidigung“ in Bremszonen unter Strafe gestellt.

Die Fahrer dürfen nach der Neu-Interpretation des Artikel 27.5. auf der Bremse nicht mehr die Spur wechseln. Bei der Urteilsfindung müssen drei Punkte mit Ja beantwortet sein. Erstens: Macht der Fahrer einen abnormalen Spurwechsel beim Bremsen? Muss der angreifende Fahrer aus diesem Grund ein Ausweichmanöver einleiten? Ist das Manöver potenziell gefährlich?

Ferrari hat in den vergangenen 10 Tagen den Zwischenfall noch einmal genau analysiert und dafür mehrere „neue Beweiselemente“ gefunden, die es ihnen ermöglichen, bei den Sportkommissaren eine Revision des Urteils zu beantragen. Welche das sind, sagt Ferrari nicht. Auch die FIA stellt sich stumm. Rennleiter Charlie Whiting zu auto motor und sport: „Es ist Sache von Ferrari, euch zu erzählen, was diese neuen Elemente sind.“ Die FIA selbst hat mit dem Fall nichts zu tun. Ferrari muss ihn ausschließlich über die Sportkommissare abwickeln. Man hört, dass es sich möglicherweise um GPS-Daten und die Auswertung des Funkverkehrs handelt, die direkt nach dem Rennen nicht zur Verfügung standen.

Mexiko-Kommissare beauftragen Brasilien-Kommissare

Artikel 14.1 des Sportgesetzes erlaubt es jedem Team, eine neue Untersuchung zu beantragen. McLaren hatte 2007 wegen eines Disputs um ein leichteres Getriebegehäuse, das wegen des fehlenden Crashtests von der FIA nicht zugelassen wurde, von diesem Recht Gebrauch gemacht. Voraussetzung ist wie vor einer Berufung vor Gericht, dass neue Beweismittel eingereicht werden. Das Problem in diesem Fall: In Brasilien sind andere Sportkommissare im Einsatz als in Mexiko.

Doch Artikel 14.2 des Sportgesetzes hat auch für diesen Fall eine Lösung. Die vier Sportkommissare des GP Mexiko bekamen am Donnerstagmorgen (10.11.2016) die „neuen Elemente“ via Mail zugesandt. Es liegt jetzt an ihnen zu entscheiden, ob die angesprochenen Beweismittel tatsächlich „neue Elemente“ sind. Sollten sie mehrheitlich zu dieser Einsicht kommen, können sie die Sportkommissare des GP Brasilien damit beauftragen, den Fall zu übernehmen.

Es läge dann an Tim Mayer, Nish Shetty, Felipe Giaffone und Mika Salo, die neue Beweislage zu sichten und ein Urteil zu fällen. Geben sie Ferrari Recht, würde Vettel wieder in den dritten Platz versetzt, Daniel Ricciardo wäre Vierter und Max Verstappen Fünfter. Ferrari stellte klar, dass eine Resultatsänderung das WM-Duell zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg nicht beeinflussen würde. Begründung für den Schritt: „Im Lichte der Bedeutung als Präzedenzfall für die Zukunft und um Klarheit für künftige Zwischenfälle dieser Art zu schaffen, ist Ferrari überzeugt, dass die Sportkommissare den Fall noch einmal neu aufrollen sollen.“

Neuester Kommentar

@naja: Marchionne hat natürlich etwas damit zu tun - er hat diesen Erfolgsdruck aufgebaut und das Team versucht mit allen Mitteln, Erfolge vorzuweisen. Was ich absolut nachvollziehen kann. Auch wenn es anders dargestellt wird, schätze ich mal, dass Ferrari ganz hinten im Kopf nachträglich doch noch einen Podiumsplatz erhofft. Verzweifelt sind die Jungs angesichts der Entwicklung in dieser Saison ganz sicher, wenn so viel daneben geht (wobei ja auch schlicht ein Haufen Pech im Spiel war) und sie so viel erwartet hatten.

Natürlich ist dieses Neuaufrollen ihr gutes Recht, klar. Aber wie zum Henker kommt man darauf, ich würde Ferrari nicht mögen (ich habe keinen Favoriten)? Oder versuchen, irgendwas lächerlich zu machen? Geht's noch?
Im übrigen teile ich durchaus die Ansicht, dass Verstappens Aktionen zumindest grenzwertig (wenn auch unterhaltsam) sind.

austinmini 12. November 2016, 12:42 Uhr
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