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Ferrari

Zu hoch gepokert?

Foto: dpa

Die Roten fürchten, dass ihre Bridgestone-Reifen in Magny Cours nicht halten. Ferrari erkaufte die Pole Position mit einer extrem weichen Gummi-Mischung. Erkenntnisse über die Haltbarkeit der Pneus fehlen. Renault hofft auf einen Einbruch der Ferrari im Rennen, doch am Ende könnte Toyota der lachende Dritte sein.

15.07.2006 Markus Stier

Fernando Alonso haderte nicht mit dem dritten Rang im Training: "Auf einer schnellen Runde hatte ich keine Chance", sagte der Spanier mit Hinweis auf die Überlegenheit der Bridgestone-Reifen in der Qualifikation. Renault-Teamchef Flavio Briatore, sonst immer mit einem optimistischen Spruc auf den Lippen, gab sich kleinlaut: "Wir haben heute morgen schon gesehen, dass die Ferrari sehr stark sind", sagte der Italiener.

Doch die Ehrfurcht über die Ferrari-Zeiten ist nur die halbe Geschichte. Statt wie sonst, einen Fahrer mit der härteren Bridgestone-Mischung ins freie Training zu schicken und einen mit der weicheren, ließ Ferrari-Technikchef Ross Brawn beide Ferrari mit dem weicheren Gummi ausrüsten, so sicher war man sich bei der Reifenwahl.

Doch Michael Schumacher musste das letzte freie Training wegen eines Feuerchens im Heck aufgeben, Felipe Massa kam wegen Kupplungsproblemen ebenfalls zu wenig zum Fahren." "Danke an die Mechaniker, die heute viel Arbeit hatten, nachdem wir am Morgen eine kleine Grillparty hatten", sagte Michael Schumacher. Am Ferrari mussten die Kühlleitungen und der angeschmorte Kabelbaum ausgewechselt werden.

Michelin: "Reifen sahen übel aus"

"Uns fehlen die Longruns, um sicher zu gehen", sagt ein Teammitglied. Ross Brawn sagt angesichts der großen Hitze in Magny Cours: "Die Temperaturen sind nicht relevant, die Ausdauer der Reifen wird entscheidend sein." Die Unsicherheit wuchs nach dem nächtlichen Regen in Magny Cours. In der Nacht zum Sonntag soll der Himmel erneut die Schleusen öffnen und die saubere Ideallinie vor dem Rennen wieder verschmutzen.

Im Michelin-Lager ist man nach Blick auf die gebrauchten Bridgestone-Gummis zuversichtlich: "Die Reifen sahen übel aus. Sie haben zu hoch gepokert", sagt ein Michelin-Ingenieur nach der Qualifikation.

Um beim Rennen nicht einzubrechen, tendiert die Ferrari-Mannschaft zu einer Dreistoppstrategie. "Wenn eine Dreistopp-Strategie sinnvoll ist, dann hier", sagt Ross Brawn angesichts der kurzen Boxengasse von Magny Cours. Die Entscheidung könnte durch den Umstand erleichtert werden, dass Michael Schumacher in der letzten Viertelstunde der Qualifikation jeweils in der ersten Runde nach Ausfahrt aus der Box sehr behutsam zu Werke ging. Der Kerpener versuchte seine empfindlichen Pneus nicht gleich zu hart ranzunehmen. Dabei überschritt er aber drei Mal die 110-Prozent-Marke. Wer über zehn Prozent über der schnellsten Runde liegt, darf für diesen Umlauf für das Rennen kein Benzin nachtanken.

Ralf Schumacher: "Morgen noch besser"

Die Analyse der Zeiten im Top Ten-Qualifying lässt aber die Vermutung zu, dass auch Fernando Alonso auf drei Boxenstopps setzen könnte. Dabei sind alle Michelin-Fahrer außer BMW-Mann Jacques Villeneuve ausnahmslos auf harten Reifen unterwegs.

Auf die harte Mischung setzte auch ein Bridgestone-Kunde: Ausgerechnet die Toyota, denen zu Saisonbeginn wegen Fahrwerksproblemen die Gummis gar nicht weich genug sein konnten, setzten sauf die härtere Mischung und fuhren im Abschlusstraining dennoch auf die Ränge vier und fünf. Für Ralf Schumacher ist der erfolgreiche Samstag nur der Anfang: "Morgen werden wir noch besser aussehen." Noch besser? Das hieße vor Alonso oder vor den Ferrari ins Ziel zu kommen - oder gar vor beiden?

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