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Ferraris Diffusorpläne

Noch einen Joker in der Hinterhand

Ferrari GP Belgien Foto: xpb 24 Bilder

Der Sieg in Monza soll für Ferrari kein Highlight gewesen sein, das man nur der Streckencharakteristik verdankt. Die dritte Generation des angeblasenen Diffusors, die in Spa debütierte, arbeitet jetzt wie geplant. Davon sollte Ferrari auf allen Streckentypen profitieren. Und einen Joker hat man in Maranello noch in der Hinterhand.

20.09.2010 Michael Schmidt

Ferrari meint es ernst mit dem Unternehmen Weltmeisterschaft. Der Monza-Sieg lag nicht nur daran, dass der Hochgeschwindigkeitskurs von der Charakteristik her wie maßgeschneidert für Ferrari F10 gewesen ist. Topspeed, Bremsstabilität und Traktion zählen zu den Königsdisziplinen des Siegerautos von Monza. Die roten Raketen haben im Autodrom einen Schritt nach vorne gemacht, den sie eigentlich schon in Spa hätten vollziehen müssen. Doch da funktionierte die dritte Generation des angeblasenen Diffusors noch nicht wie gewünscht.

Fernando Alonso gibt sich selbstbewusst

Fernando Alonso glaubt, dass er für das Finale in der WM gut gerüstet ist: "Wir haben jetzt ein Paket, das auf allen Streckentypen funktionieren sollte. Wir wissen, dass Red Bull auf den nächsten zwei Strecken sehr stark sein wird, aber wir sollten ab jetzt bei uns weniger starke Schwankungen sehen als es bisher der Fall war. Konstanz wird der Schlüssel zum Titel sein."
 
Ferrari hatte sich schon in Spa eine deutliche Leistungssteigerung erhofft, die dann verpuffte, weil der modifizierte Unterboden wegen der Sommerpause unter Zeitdruck produziert werden musste. Dabei fielen einige Komponenten nicht so aus wie gewünscht. Außerdem vergriffen sich Fahrer und Ingenieure mit dem Setup. Der neue Diffusor konnte seine Vorzüge nicht entfalten. Die Datenanalyse von Spa und ein Aero-Test in Vairano beantworteten alle noch offenen Fragen und brachten die Techniker nach der Ernüchterung von Belgien auf den rechten Weg. In Monza traten die beiden Ferrari-Piloten wieder mit identischen Autos an.

Neues Getriebe als entscheidender Faktor

Endlich war auch in Alonsos Auto das neue Getriebegehäuse mit den Längsschlitzen in den Seitenwänden eingebaut. Er musste ein Rennen länger als Massa auf die dritte Generation des angeblasenen Diffusors warten, weil Getriebe nur alle vier Rennen getauscht werden dürfen, und Alonso seit seinem Trainingscrash in Monte Carlo in einem anderen Einsatzrhythmus als Massa liegt. Das neue Getriebe erlaubt es, den Einlass in den Doppeldiffusor nach vorne zu rücken. Die ursprüngliche Kraftübertragung war zu lang und zu breit, um den Doppeldiffusor optimal nutzen zu können.
 
Auf das Einblasen von Auspuffgasen in den Diffusor hat Ferrari bislang verzichtet. Was nicht heißen muss, dass dieser letzte Schritt nicht doch noch in die Realität umgesetzt wird. Die Probleme von McLaren und Mercedes haben Technikchef Aldo Costa und seine Truppe gewarnt. Ferrari kann es sich nicht leisten, ein weiteres Rennen mit Kinderkrankheiten zu verlieren.
 
Deshalb kommt die Version, in der die Auspuffgase in die seitlichen Diffusorkanäle eingespeist werden auch erst, wenn alle Simulationen und Tests erfolgreich abgespult sind. Singapur wäre der ideale Platz für das Debüt. Beim Rausbeschleunigen aus den vielen 90 Grad-Ecken ist jeder Punkt Extra-Abtrieb willkommen.

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