Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Ferraris Monza-Pleite

"Platz 5 wäre möglich gewesen"

Fernando Alonso - GP Italien 2014 Foto: xpb 39 Bilder

Ferrari verließ Monza mit gesenktem Haupt. Das wichtigste Rennen des Jahres wurde zur größten Pleite der Saison. Der erste Defekt für das Team, die erste Nullrunde für Fernando Alonso, nur zwei Punkte für Kimi Räikkönen. Alonso versuchte positiv zu denken: "Platz 5 wäre möglich gewesen."

08.09.2014 Michael Schmidt

Vor Monza hatte Ferrari die größte Angst. Sie war begründet. Die Scuderia reiste mit zwei Punkten aus dem Autodrom wieder ab. Ausgerechnet das wichtigste Rennen des Jahres brachte das schlechteste Ergebnis. Bislang war der GP Bahrain mit drei Zählern Ferraris Tiefpunkt. Williams machte zum gleichen Zeitpunkt 27 Zähler gut. Damit verlor Ferrari auch den dritten Platz in der Konstrukteurs-WM.

Schlimmer noch. In Monza ereilte die Ferrari der erste Defekt. Fernando Alonso rollte mit einem ERS-Schaden aus. Genaue Hintergründe wollte Ferrari nicht mitteilen. Gerüchte sprachen vom Antrieb der MGU-K oder der MGU-H. Eine Schwachstelle aller Motoren. Auch Mercedes und Renault hatten im Verlauf dieser Saison in dem Bereich schon nachgebessert.

Für Alonso ging eine lange Serie ohne Ausfall mit einem Defekt zu Ende. Der letzte technisch bedingte Nuller datiert von Malaysia 2010. Damals stoppte ein Motorschaden den Spanier - danach hielt die Technik 86 Rennen durch. Ein Rekord in der F1-Historie.

Alonso stoppt zu spät

Das Training hatte mit den Startplätzen 7 und 11 bereits angedeutet, dass Monza nicht Ferraris Spezialstrecke sein würde. Alonso steckte zunächst mitten im Verfolger-Pulk fest, fiel dann aber ans Ende zurück, weil ihn Ferrari zu spät zum Reifenwechsel an die Boxen beorderte.

Der neue WM-Fünfte sah trotz seines Pechs positive Seiten: "Ich war mit dem Rennspeed zufrieden. Wir konnten in der Gruppe mit den Red Bull und McLaren gut mithalten. Weil aber alle vor mir im Pulk DRS benutzen konnten, kam ich nicht vorbei."

Dann wartete Ferrari zu lange mit dem Reifenwechsel, obwohl man weiß, dass der frühere Stopp in Monza Positionen bringt. Vettel, Perez, Magnussen und Button hatten sich bereits frische Sohlen abgeholt, als Alonso zum Reifenservice an die Box beordert wurde. Das warf den Spanier an das Ende dieser Gruppe. Aus Platz 8 wurde Rang 11.

Weil Überholen weiter unmöglich war, änderte Alonso die Taktik. "Ich ließ mich etwas zurückfallen, um die Reifen für das Finale zu schonen. Dann kam unerwartet der Knall. Platz 5 wäre möglich gewesen. Ich lag bis zum Ausfall vor Ricciardo und konnte sein Tempo fahren."

Mattiacci verspricht Ferrari-Fans Besserung

Kimi Räikkönens neunter Platz trug nicht wirklich zur Ehrenrettung von Ferrari bei. Eigentlich wäre es nur Platz 10 gewesen, doch die Strafe für Kevin Magnussen schenkte dem Finnen einen Punkt. Räikkönen machte seinen schlechten Startplatz für das bescheidene Ergebnis verantwortlich. "Die Balance des Autos war gut, aber mir fehlte Top-Speed auf der Geraden. Sobald ich auf andere Autos aufschloss, habe ich zu viel Abtrieb verloren."

Rennleiter Marco Mattiacci entschuldigte sich bei den Tifosi für das enttäuschende Resultat: "Ich habe hier in Monza eines gelernt. Ferrari ist nicht nur ein Rennteam. Das ist Leidenschaft, historisches Erbe, Kultur. Mit einem Wort: Eine Institution. Ich sehe es als meine Verpflichtung an, die Enttäuschung unserer Fans so kurz wie möglich zu gestalten."

Mattiacci gab Alonso Recht: "Der Rennspeed war besser, als es das Resultat vermuten lässt. Aber Monza hat uns auch ganz klar gezeigt, wo unsere Defizite liegen." Angesprochen ist die Antriebseinheit. Die Top-Speeds der Ferrari lagen im Rennen mit 347,0 km/h (Alonso) und 338,9 km/h (Räikkönen) nur im Mittelfeld.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden