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Ferraris Motor-Probleme enthüllt

Irreparable Fehler im Ferrari-Triebwerk

Ferrari - F1 Motor 2014 Foto: ams 18 Bilder

Bei der Motorkonstruktion sind Ferrari einige irreparable Fehler unterlaufen. Die Italiener rennen der Konkurrenz in Sachen Power und Benzinverbrauch hinterher. Erst für 2015 können die Probleme behoben werden. Wir sagen Ihnen, wo die Schwachpunkte genau liegen.

27.06.2014 Michael Schmidt

Fernando Alonso hat auch das achte Rennen des Jahres in den Punkterängen beendet. Der Abstand zur Spitze betrug nur 18,5 Sekunden. So wenig wie noch nie in dieser Saison, wenn man mit einrechnet, dass es kein Safety-Car gab. Wieder kamen beide Ferrari ins Ziel. Kein Paket ist so zuverlässig wie der Ferrari F14T.

Das ist der positive Blick auf die Saison von Ferrari. Fernando Alonso sieht es kritischer: "Es ist unmöglich, dass wir unseren technischen Rückstand auf Mercedes in diesem Jahr noch aufholen. Der Entwicklungsstopp beim Motor lässt das nicht zu." Ferrari zeigte in Österreich eine ansteigende Formkurve, war aber gegen Mercedes und sein Kundenteam Williams chancenlos.

Ein Blick auf die Daten zeigte, wo sich Alonso den Rückstand einhandelte. Auf den Geraden. Mit 307,3 km/h lag Ferrari nur auf Rang 15 in der Top-Speed-Tabelle. Die Williams wurden im Rennen mit 321,4 km/h gemessen. Das Werksauto von Mercedes mit 318,3 km/h.

Ferrari-Auto gut, Motor mit Schwächen

War in der Vergangenheit die Aerodynamik das Sorgenkind von Ferrari, ist es heute der Motor. Oder besser die Antriebseinheit. Der Sechszylinder-Verbrennungsmotor selbst ist gesund. Seine Peripherie nicht. Ferrari sind beim Konzept seines V6-Turbo samt der beiden Elektromaschinen einige Fehler unterlaufen, die bis zum Saisonende nicht zu korrigieren sind. Dem Irrtum, Turbine, MGU-H und Verdichter kurz hintereinander zu staffeln, ist auch Renault aufgesessen.

Mercedes trennt die drei Komponenten, in dem Turbine und Verdichter an den beiden Enden des Motors montiert sind. Mit der MGU-H in der Mitte. Das bringt thermische Vorteile, Platzgewinn und einen niedrigeren Schwerpunkt. Ferrari bezahlt aber noch für zwei weitere konzeptionelle Versäumnisse.

Kleiner Turbolader heißt weniger Strom

Ein gravierender Fehler ist der zu kleine Turbolader, wie auto motor und sport in seiner aktuellen Ausgabe (14/2014) enthüllt. Man saß dem Trugschluss auf, dass ein kleiner Lader weniger Kühlung verlangt, den Motor weniger belastet und weniger Platz wegnimmt, weswegen man die Defizite auf der Motorseite doppelt und dreifach über die Aerodynamik zurückbekäme. Doch die Nachteile auf der Antriebsseite wiegen schwerer.

Wegen des kleinen Laders produziert die MGU-H weniger Strom. Das ist ein Killer, denn die "heiße Elektromaschine" darf nicht nur Energie in der Batterie abspeisen, sondern die Leistung auch direkt in den anderen Elektromotor MGU-K abgeben. Und die ist im Gegensatz zum Batterie-Strom (maximal vier Megajoule pro Runde) unreglementiert. Quasi Leistung zum Nulltarif. Wer da einen Nachteil hat, verzichtet auf PS.

Ferrari Auspuffkrümmer nicht hitzegedämmt

Im Fall von Ferrari soll der Leistungsverlust im Vergleich zu Mercedes eklatant sein, weil auch noch in einem anderen Punkt geschlampt wurde. Die sechs Auspuffkrümmer sind nicht wie bei Mercedes und Renault mit einem Rundumschutz ummantelt. Die Konkurrenz stülpt über die Auspuffrohre ein zweites Rohr. Das hält mehr Wärme und damit Energie im Abgassystem. Also auch wieder Power für die MGU-H. Da dieser Bereich des Auspuffs der Homologation unterliegt, sind Ferrari die Hände gebunden. Da kann erst 2015 nachgebessert werden.Zudem staut sich ohne den Schutz mehr Hitze unter die Verkleidung. Das kostet Ferrari in Konsequenz auch Aerodynamik-Vorteile. Die Verkleidung im Heck musste deshalb luftiger sein und relativ weit vorne öffnen. Zu Lasten von Abtrieb.

Beim GP Kanada wurde eine flachere und weiter nach hinten gezogene Verkleidung getestet. Mit Erfolg. Sie lässt den Heckflügel und den Diffusor besser arbeiten und bringt deutlich mehr Anpressdruck. Sie kam im Rennen von Montreal aber nicht zum Einsatz, weil es zu heiß war und Ferrari Kühlprobleme befürchtete.

Am Red Bull-Ring ging man das Risiko ein. Trotz 27 Grad Außentemperatur. Der Fortschritt zeigte sich in den Kurven. Doch im Rennen beklagten beide Fahrer Power-Verlust. Ohne zu spezifizieren, wo der herkam. Man kann hier nur spekulieren. Möglich, dass Ferrari zumindest zeitweise mit gedrosselter Leistung fuhr, um keine Überhitzung zu riskieren.

In unserer Fotogalerie zeigen wir Ihnen die Ferrari-Probleme anschaulich anhand von Detail-Bildern.

Download Motoren-Regelemt 2015 (Quelle: FIA.com) (PDF, 0,13 MByte) Kostenlos
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