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Ferraris Vergleichtest

Welcher Flügel ist der beste?

Ferrari Heck - Formel 1 - GP Abu Dhabi - 01. November 2012 Foto: xpb 55 Bilder

Ferrari wollte Red Bull mit neuen Flügeln in die Knie zwingen. Doch aus der Hoffnung, sich in der Qualifikation direkt hinter Sebastian Vettel zu platzieren, um ihn im Rennen unter Druck zu setzen, scheint nichts zu werden. Ferrari ist weiter stark in den Dauerläufen, doch auf eine Runde fehlt immer noch eine halbe Sekunde.

02.11.2012 Michael Schmidt

Ferrari hat die Qual der Wahl: Alter Frontflügel, neuer Frontflügel, alter Heckflügel, neuer Heckflügel. Dazu noch ein paar andere Änderungen, die man nicht sieht. Die Ferrari-Mechaniker haben in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag die Sperrstunde gebrochen. Keiner arbeitet die ganze Nacht, nur um neue Flügel dranzuschrauben.

Ferrari mit wechselndem Programm

Das Trainingsprogramm von Ferrari war am Freitag vollgepackt mit Aerodynamik-Versuchsfahrten, mit einem Reifenvergleich, mit Setup-Arbeiten und Dauerläufen. So voll, dass nur Felipe Massa eine richtige Rennsimulation abspulen konnte. Fernando Alonso konzentrierte sich den gesamten Tag auf das Aerodynamikprogramm.

Am Morgen kam die Aerodynamik auf den Prüfstand. Felipe Massa fuhr den alten Frontflügel und den neuen Heckflügel. Alonso umgekehrt. Die beiden neuen Komponenten wurden gesplittet, um ihre Wirkung isoliert beurteilen zu können. Dabei wurd am Beispiel Massa nach folgendem Verfahren vorgegangen. Zuerst fuhr der Brasilianer mit dem alten Frontflügel und dem neuen Heckflügel. Dann rüsteten die Mechaniker auf den alten Heckflügel um, und kehrten im dritten Anlauf wieder zum neuen zurück. Der Vergleich alt-neu, alt-alt, alt-neu ergibt dann ein schlüssiges Bild. Alonso zog das gleiche Prozedere mit dem Frontflügel durch.

In der zweiten Trainingssitzung wurde das Programm geändert. Massa spulte die kompletten 90 Minuten mit den alten Flügeln ab. Es gibt ohnehin nur jeweils ein Exemplar. Und das wird im Rennen für Alonso reserviert sein, wenn es überhaupt zum Einsatz kommt. Alonso ging mit den alten Flügeln in das Training und ließ dann Schritt für Schritt auf die neuen Komponenten umbauen. Erst ganz zum Schluss war er mit dem neuen Front- und neuen Heckflügel in Kombination unterwegs. Ein Siebenrunden-Turn mit exzellenten Durchschnittszeiten. Wenn der Spanier tiefe 1.47er Zeiten auf eine Zwölf-Runden-Sektion übertragen könnte, hätte der Eingriff der Ingenieure etwas gebracht.

Auf eine Runde zu langsam

Doch Alonso und seine Ingenieure verließen mit versteinerter Miene die Boxengarage. Was hilft der schönste Dauerlauf, wenn das Tempo über eine Runde nicht stimmt. "Es ist das alte Lied. Im Renntrim sind wir top, auf eine Runde haben wir ein Problem", sgate Massa, der mit der alten Spezifikation auf elf Runden einen Schnitt von 1.48,08 Minuten schaffte. Damit war der Brasilianer schneller als Jenson Button, der über die gleiche Distanz im Mittel auf 1.48,21 Minuten kam. Die Rundenzeiten von Sebastian Vettel und Lewis Hamilton waren zu schwankend, als dass man sie zum Vergleich heranziehen konnte.

Dafür sind Vettel und Webber auf eine Runde geflogen. Auf den Medium-Reifen war Hamilton schneller, auf den weichen Sohlen Vettel. Alonso fehlte auf der härteren Mischung eine halbe Sekunde, auf der weicheren sogar acht Zehntel. Damit wäre die Mission von Ferrari gescheitert. Man wollte Alonso ein Auto bieten, mit dem er in der Qualifikation wenigstens auf Platz drei fahren kann. Im Moment sieht es so aus, als müsse er sich wieder hinter zwei Red Bull und zwei McLaren anstellen. Und wenn es dumm läuft auch noch hinter den beiden Lotus.

Ferrari fehlt Abtrieb

Bei dem erwarteten Einstopprennen ist da für Alonso nicht viel zu holen. Pirelli-Rennleiter Paul Hembery erklärt das Phänomen Ferrari: "Es sieht so aus, als würde dem Ferrari im Vergleich zum Red Bull etwas der Abtrieb fehlen. Das kostet auf eine Runde Zeit, weil die Reifen nicht optimal arbeiten. Wenn mal Sprit im Tank ist, erledigt das Gewicht den Job. Dann walken auch am Ferrari die Reifen und sie kommen ins richtige Arbeitsfenster. Und dann kann der Ferrari seine Stärke beim Reifenschonen ausspielen."
 

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