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FIA-Anwälte segnen Mercedes-Test ab

Red Bull erwägt Protest gegen Mercedes

Nico Rosberg Pirelli GP Malaysia 2013 Foto: xpb 26 Bilder

Der Test von Mercedes mit neuen Pirelli-Reifen vergangene Woche in Barcelona schlägt hohe Wellen. Red Bull denkt über einen Protest gegen Mercedes nach. Ferrari und McLaren halten sich zurück. Mercedes-Aufsichtsratchef Niki Lauda bleibt gelassen: "Anwälte haben den Fall geprüft. Es ist alles legal."

26.05.2013 Michael Schmidt

Red Bull-Teamchef Christian Horner kocht. Mercedes hat in der Woche nach dem GP Spanien neue Reifenspezifikationen zwei Tage lang in Barcelona getestet. "Das verstößt ganz klar gegen das Sportgesetz."

Laut Pirelli wurden im Dezember 2012 alle Teams informiert, dass man mit der FIA einen derartigen Vertrag für Notfälle abgeschlossen habe. Grund: Der alte Renault aus dem Jahr 2010 tauge nicht mehr für Testfahrten. Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn entgegnet: "Wir haben einen solchen Brief nicht erhalten. Und wir wurden auch nicht über den Mercedes-Test informiert." Ferrari regt sich hauptsächlich über die Tatsache auf, dass Rosberg und Hamilton in einem 2013er Auto gefahren sind. Der eigene Test fand angeblich in einem Modell des Jahres 2010 stattgefunden habe.

Tatsächlich besagt Artikel 20.2, dass Testfahrten unter der Saison verboten sind. Erlaubt sind lediglich vier Aerodynamik-Versuchsfahrten über 250 Kilometer und acht Filmtage je 100 Kilometer. Dafür bringt Pirelli allerdings so genannte Showreifen und nicht neue Reifenentwicklungen. Red Bull denkt deshalb über einen Protest gegen Mercedes nach, will sich aber erst mit Ferrari und McLaren absprechen. Dort bleibt alles ruhig.

"Gegen was will der Horner protestieren?", fragt Niki Lauda. "Wir hatten keine Ahnung, welche Reifen Pirelli mit uns getestet hat. Auch wir haben erst hinterher erfahren, dass darunter auch eine Spezifikation der neuen Hinterreifen war, mit dem sie ab dem GP Kanada das Problem der Delaminierung lösen wollen. Wenn Red Bull in Monte Carlo protestieren wollte, wäre das völlig sinnlos. Wir fahren hier noch die alten Reifen."

Mercedes sichert sich bei FIA ab

Niki Lauda gibt auch sonst einem Protrest von Red Bull wenig Chancen. "Als wir von Pirelli gefragt wurden, ob wir den Test machen wollen, hat unser Teamchef Ross Brawn Charlie Whiting angerufen und gefragt, ob so ein Test mit den sportlichen Regeln vereinbar sei. Charlie hat sich bei FIA-Anwälten abgesichert und gab uns dann grünes Licht."

Offenbar existiert zwischen Pirelli und der FIA ein seperater Vertrag, der es Pirelli in Notfällen erlaubt, mit ausgewählten Teams 1000 Kilometer zu testen. So ein Notfall liegt derzeit vor. Pirelli läuft bei der Entwicklung der 2014er Reifen die Zeit davon, und man hat ein Problem mit den aktuellen Sohlen, weil sich bei Extrembelastung die Lauffläche der Hinterreifen ablösen kann. "Charlies Antwort war, dass dieser Vertrag nach Ansicht der Anwälte das Reglement aushebelt. Außerdem hat Pirelli nicht nur uns, sondern auch Red Bull gefragt", verrät Lauda.

Horner lehnte Pirelli-Test ab

Red Bull-Teamchef Christian Horner gibt zu, dass man eine Anfrage von Pirelli erhalten habe. "Wir haben abgelehnt, weil wir der Meinung sind, dass so ein Protest das Reglement verletzt. Unserer Meinung steht das Sportgesetz über allen privaten Abmachungen von Ausrüstern mit der FIA." Tatsächlich war es Red Bull selbst, die Pirelli in besagte Notlage gebracht haben. Die abfälligen Äußerungen von Red Bull-Chef Dietrich Mateschitz und den Fahrern über die Reifen haben den italienischen Reifenhersteller so unter Druck gesetzt, dass er schnell handeln musste. Eine Stimme aus dem Fahrerlager: "Red Bull hat Pirelli in diese Zwickmühle gebracht."

Ecclestone beendet Reifenstreit

Immerhin ist jetzt wenigstens die Frage geklärt, mit welchen Reifen Pirelli in zwei Wochen in Montreal antritt. Die geplanten Änderungen am äußeren Gürtel der Hinterreifen werden durchgeführt. Als letztes Team gab Force India seinen Widerstand gegen die Modifikation auf. Bernie Ecclestone trommelte am Freitag alle Teams zusammen und mahnte sie zur Vernunft. "Wir haben es wie in den alten Tagen gemacht. Ich habe den Teams gesagt, dass sie sich einig sein sollen. Pirelli wird die Reifen wie geplant modifizieren."

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