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FIA-Auspuffcheck: Kein Problem mit McLaren-Auspuff

McLaren Auspuff Jerez Test 2012

FIA-Rennleiter Charlie Whiting hatte am Mittwoch einen Abstecher nach Jerez gemacht. Der ranghöchste Kommissar des Weltverbandes begutachtete die Auspufflösungen der neuen Autos. Sein Urteil: "Alle sind bis jetzt legal."

Es ist jedes Mal das gleiche Spiel. Erst legt die FIA den Ingenieuren Fesseln an, dann versuchen die sich so gut wie möglich zu befreien. Das erleben wir jetzt mit dem Auspuff. Der Verband schränkt die Position der Auspuffmündung stark ein. Sie musss zwischen 25 und 60 Zentimeter über der Referenzebene, zwischen 20 und 50 Zentimeter neben der Mittelachse des Autos, zwischen 50 und 120 Zentimeter vor der Hinterachse in einem Winkel zwischen 10 und 30 Grad zur Horizontalen und maximal 10 Grad zur Längsachse münden.

Erste innovative Lösungen zeichnen sich ab

In diesem kleinen Rechteck haben die Ingenieure freie Hand. Wie jetzt bereits zu erkennen ist, liegen alle mit der Mündung so weit hinten wie möglich. Und der Anstellwinkel beträgt bei allen das Minimalmaß von zehn Grad. Einige Teams haben Schnellschüsse abgeliefert, bei denen die Endrohre bündig mit der Motorabdeckung münden. Da ist die Richtung, wohin geblasen wird, noch nicht eindeutig erkennbar. Diese Teams warten ab, was erlaubt ist und was nicht.

Ferrari, McLaren und Red Bull haben die ersten innovativen Lösungen gezeigt. Bei Ferrari sind die Endrohre in zwei schlauchförmigen Ausbuchtungen in den Seitenkästen untergebracht. Der Auspuffstrahl wird von dort Richtung Diffusor gelenkt. McLaren legte das Endrohr in einen vertikalen Schacht, der schräg nach außen zeigt. Dessen Boden wölbt sich leicht nach unten. Damit werden die Auspuffgase auf die hinteren Bremsbelüftungsschächte gepustet und von dort zum Diffusor abgelenkt. Red Bull lenkte die vorderen Querlenker der Hinterachse so weit vorne an, dass der unmittelbar daneben liegende Auspuff darauf zielt. Das lenkt den Strahl genau auf das untere Heckflügelelement.

Bislang alle Systeme legal

Im Fall von McLaren wurde im Fahrerlager bereits eifrig diskutiert, ob die gezeigte Auspuffversion legal ist. FIA-Rennleiter Charlie Whiting stattete am Mittwoch jeder Box einen Besuch ab und vergewisserte sich vor Ort, wie die Ingenieure versucht haben, sein Reglement auszutricksen. Sein Urteil: "Alle sind legal." Die Absicht der FIA, die Auspuffgase so wenig als möglich als aerodynamische Hilfsmittel zu nutzen, könne nicht mit letzter Konsequenz realisiert werden. "Die Auspuffgase sind nun mal da. Wir können sie nicht abschaffen, nur deren Einfluss auf die Aerodynamik einschränken. Ganz verhindern geht nicht." McLaren hat die Regeln ganz genau gelesen. Die Forderung, man müsse das Endrohr bei der Draufsicht sehen und es dürfe von keinerlei Karosserieteilen bedeckt sein, wird beim neuen MP4-27 voll erfüllt. "Unter Draufsicht verstehen wir jeden Blickwinkel zwischen senkrecht und 90 Grad davon. Wenn man schräg neben dem McLaren steht, kann man das Endrohr unverdeckt ganz klar erkennen. Der Schacht drum herum ist nicht verboten."

Ein Team musste jedoch bereits einen Rückzieher machen, bevor die Idee umgesetzt wurde und ans Auto kam. Das hatte an die Innenseite der hinteren Bremshutzen einen Trichter montiert, der in eine Röhre überging, die dann nach unten Richtung Diffusor zielte. Die Absicht war ganz klar. Die Auspuffgase sollten dort aufgefangen und in den Diffusor umgeleitet werden.  

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Michael Schmidt

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