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FIA-Dreistufenplan in Gefahr

Teams gegen Budgetdeckelung

Impressionen - Formel 1 - GP Bahrain - Sakhir - 5. April 2014 Foto: xpb 23 Bilder

Zuerst nachhaltige Technik, dann eine Kostenbremse. Der erste Teil des FIA-Plans ist aufgegangen. Der zweite könnte schiefgehen. Die sechs Teams in der Strategiegruppe sind plötzlich gegen eine Budgetdeckelung. Wir haben die Details.

06.04.2014 Michael Schmidt

Die Formel 1 ist nicht sehr lernfähig. Auf Probleme reagiert sie mit altbekannten Panikreaktionen, die an den Symptomen herumdoktern, statt das Übel bei der Wurzel zu packen. Kürzere Rennen, Kundenautos, umgekehrte Startreihenfolgen, doppelte Punkte bei den letzten Rennen. Das ist alles, was den Drahtziehern zu der Frage einfällt, wie man die Show verbessern, die Technik interessant gestalten und die Kosten senken kann.

Bernie Ecclestone und Red Bull wünschen sich die V8-Ära zurück, vergessen aber, dass sie diese einst genauso verdammt haben, als der V10 zu Grabe getragen wurde. Ferrari weiß wie üblich nicht, was man will. Zu viel Aerodynamik? Nein, danke. V6-Turbos mit Hybridtechnologie? Ja, aber nur wenn man damit erfolgreich ist.

Planlose Rettungs-Szenarien

Im Zirkus hält sich der Verdacht, dass Red Bull im Zusammenspiel mit Bernie die Anteile von CVC übernehmen wird, sobald der Preis dafür genügend gefallen ist. Wenn der Zirkus weiter sein Produkt beschädigt und planlos Rettungs-Szenarien aufstellt, wird es bald soweit sein. Für die Hersteller gibt es keinen Weg zurück zu den alten Motoren. Mercedes und Renault würden aussteigen. Honda erst gar nicht kommen.

Ferrari wird abwarten und sich dann die Rosinen aus einem Kuchen herauspicken. Maranello hat sich schon immer mit Geld ködern lassen. Im Gegensatz zu früher kauft es nicht mehr automatisch Siege. Weil Red Bull und Mercedes bereit sind, genauso viel Geld auszugeben. Luca di Montezemolo wird weiter nach der Erfolgsformel suchen müssen. Spötter meinen: "Er wird sie nicht finden."

Dreistufen-Plan zum Kostensparen

FIA-Präsident Jean Todt hatte sich seinen Plan so schön ausgedacht. Zuerst beglückt er die Formel 1 mit nachhaltiger Technologie, dann senkt er die Kosten. Darin besteht ein gewisser Widerspruch, denn die neuen Motoren kosten zuerst einmal richtig Geld. Erst in drei Jahren soll der Preis auf das Niveau der alten Achtzylinder fallen. Kritiker sagen: "Bis dahin sind drei oder vier Teams schon tot."
 
Deshalb hat die FIA ein Papier mit einem Dreistufenplan zum Sparen erstellt. Von 2015 bis 2017 sollen die Kosten gesenkt werden. Über eine Budgetdeckelung und Einschränkungen im Reglement. Zum Beispiel einfachere Bremsbelüftungen, Frontflügelendplatten, eine einheitliche Lenkung, Standard-Crashstrukturen, das Verbot hydraulisch vernetzter Fahrwerke, stattdessen die Rückkehr aktiver Aufhängungen.

F1-Budgetdeckel-Befürworter sind umgefallen

Jean Todt schwebt ein Kostendeckel von 150 Millionen Euro pro Jahr vor. Red Bull, Ferrari und Mercedes haben in völliger Verblendung eine Summe von 225 Millionen Pfund (260 Millionen Euro) gefordert. Also Status quo. Doch dazu wird es gar nicht erst kommen. Todt schüttelt den Kopf: "Alle sechs Teams in der Strategiegruppe sind plötzlich gegen eine Budgetdeckelung." Vorher stand es noch unentschieden.
 
Doch bei den Befürwortern haben sich die Verhältnisse geändert. Bei McLaren hat nicht mehr der FIA-freundliche Martin Whitmarsh das Sagen, sondern Ron Dennis. Der würde auch kurz vor dem eigenen Untergang gegen jede Kontrolle des Weltverbandes stimmen. Bei Lotus bestimmt nicht mehr Gerard Lopez allein die Marschroute. Da gibt es inzwischen Strömungen, die Ecclestone unterstützen. Williams steht unter der Fuchtel von Mercedes, die auch kein Interesse an einem zu rigorosen Sparplan haben. Jetzt, wo es mit dem Gewinnen so richtig losgeht.

Ecclestone will keine zweite Niederlage

Todt muss sich nicht darüber wundern, dass seine vermeintlichen Gefolgsleute wie die Fliegen umkippen. Die Struktur der Strategiegruppe, die über diese Frage entscheidet, spricht gegen die FIA. Die 6 Vertreter der FIA und die 6 Vertreter der Rechteinhaber schaffen eine Pattstellung. Ecclestone hat auf die 6 vertretenen Teams mehr Einfluss als Todt. Er verteilt das Geld. Und er hat kein großes Interesse daran, dass sie die FIA auch mit ihrer neuen Kampagne durchsetzt. Bernie will keine zweite Niederlage in einem wichtigen Thema gegen den FIA-Präsidenten einstecken. Die Schlacht um die Motoren hat er vor fünf Jahren verloren.

In unserer Bildergalerie sagen wir Ihnen, wie viel die einzelnen Teams 2013 für die Formel 1 ausgegeben haben und wie viel Personal nötig ist, um 22 Autos 19 Mal im Kreis fahren zu lassen.

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