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FIA drückt Auge zu

Red Bull kommt drei Mal davon

Red Bull GP Deutschland 2012 Foto: xpb 14 Bilder

Das Verhältnis zwischen Red Bull und dem Weltverband FIA ist gestört. Die Titelverteidiger fühlen sich von den Sportkommissaren verfolgt. Teamberater Helmut Marko fand kürzlich deutliche Worte für die fortwährenden Strafen. Doch jetzt kommt heraus, dass die Regelhüter Red Bull im schlimmsten Fall schon drei Mal hätten aus dem Rennen nehmen können.

26.07.2012 Michael Schmidt

Wer an Verschwörungstheorien glaubt, könnte jetzt stutzig werden. Red Bull stand im Vergleich zu anderen Teams unverhältnismäßig oft im Fokus der Sportbehörde. Da war das Theater um die Löcher im Unterboden beim GP Monaco. Dann das Verbot der Luftdurchführung durch die Vorderachse. Dann die Anklage wegen angeblich illegaler Motorkennfelder in Hockenheim.

In Monte Carlo und Hockenheim mussten Teamchef Christian Horner und Technikdirektor Adrian Newey zuletzt jeweils vier Stunden vor dem Rennen zum Rapport bei den Sportkommissaren. "Das ist nicht optimal für die Rennvorbereitung", meinte Sebastian Vettel.

Red Bull fühlt sich von FIA-Entscheidungen benachteiligt

Aber auch einige Entscheidungen der Rennkommissare während der Rennen stießen den Red Bull-Verantwortlichen sauer auf. Zum Beispiel die Durchfahrtsstrafe für Vettel in Barcelona, als er mit geöffnetem DRS an den gelben Flaggen vorbeirauschte und dabei auch noch schneller war als in der Runde zuvor. Passierte Michael Schumacher nicht das gleiche drei Rennen später in Valencia? Schumacher blieb von einer Strafe verschont. Zu Recht, denn das DRS war zwar offen, aber Schumacher klar langsamer.

Zum Beispiel auch der Einsatz des Safety-Cars in Valencia wegen Trümmerteilen auf der Strecke. Nach Meinung von Red Bull-Berater Helmut Marko sollte das nur Vettels riesigen Vorsprung auf das Feld eindampfen. In Hockenheim blieb das Safety-Car in einer vergleichbaren Situation in der Garage. Felipe Massa hatte die Teile seines Frontflügels über die Strecke verteilt.

Hier ist der Einwand von Red Bull berechtigt, wie der spätere Reifenschaden von Lewis Hamilton beweist. Aber dann darf man sich nicht über Valencia beklagen. Und dann noch die Strafe gegen Sebastian Vettel wegen Überholens neben der Strecke, was Marko mit der "Todesstrafe wegen Hühnerdiebstahls" umschrieb.

Verschwörung gegen Red Bull?

Im Red Bull-Camp fällt bisweilen das Wort Verschwörung. Dafür fielen einem gleich zwei Gründe ein, wenn man böswillig denkt. Will die FIA einen dritten WM-Titel von Vettel und Red Bull verhindern? Oder ist das die Strafe dafür, dass Red Bull im Zusammenspiel mit Bernie Ecclestone die Rolle der FIA in Zukunft auf die des Kontrolleurs beschränken will?

Der Weltverband weist die Verdächtigungen weit von sich. Ganz im Gegenteil. Hätte man wirklich Red Bull im Visier, dann hätte es in diesem Jahr schon drei Mal die Möglichkeit gegeben, das Team zu disqualifizieren. Zum Beispiel wegen den Löchern in der Bodenplatte vor den Hinterrädern. Da ließen die Regelhüter Gnade vor Recht ergehen. Red Bull durfte fahren. Jean Todt setzte sich persönlich dafür ein, dass die protestierenden Teams die Füße still hielten. Danach wurde das Reglement präzisiert. Schlitze waren erlaubt, Löcher nicht.

In Montreal machten die FIA-Inspektoren Red Bull schon vor dem ersten Training darauf aufmerksam, dass man die Luftdurchleitung von den Bremsschächten durch die Achse in die Felgen nicht tolerieren werde, weil es sich dabei um ein bewegliches aerodynamisches Hilfsmittel handelt. Aus FIA-Kreisen heißt es: "Hätten wir etwas gegen Red Bull, wie uns vorgeworfen wird, hätten wir mit der Untersuchung bis nach dem Rennen warten und sie so ins Messer laufen lassen können."

Red Bull musste Verstellmechanismus am Fahrwerk ändern

Der dritte Fall sickerte erst am Rande des GP Ungarns durch. In Montreal entdeckten die Regelhüter am dritten Dämpfer der Vorderachse im Red Bull RB8 einen unerlaubten Verstellmechanismus. Von der Einstellung des Dämpfers hängt die Bodenfreiheit an der Vorderachse ab. Diese darf sich zwischen Qualifikation und Rennen nicht ändern. Weil Verstellungen von Hand für die Aufpasser in den Boxen schwer zu erkennen wären, hat die FIA die Regel erlassen, dass sämtliche Fahrwerksverstellungen mit einem Werkzeug zu betätigen sind.

Im Fall Red Bull war das aber kinderleicht mit der bloßen Hand möglich. Wer Böses denkt, könnte unterstellen, dass in den Rennen zuvor zwischen Training und Rennen der Bodenabstand verstellt wurde, ohne dass es der Kommissar in den Boxen merkte. Die FIA wies Red Bull an, das umgehend abzustellen, ohne es an die große Glocke zu hängen. Regelexperten meinen: "Man hätte Red Bull in Kanada locker disqualifizieren können."

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