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FIA fordert BAR-Ausschluss

Foto: dpa 7 Bilder

Update ++ BAR-Honda droht wegen der "Tank-Affäre" von Imola der Ausschluss von der Formel-1-Weltmeisterschaft 2005 sowie zusätzlich eine Million Euro Bußgeld. Dies hat der Internationale Automobil-Verband (FIA) am Mittwoch (4.5.) bei der Berufungsverhandlung in Paris gefordert.

04.05.2005

Die Vertreter des britisch-japanischen Teams beteuerten dagegen ihre Unschuld und erklärten, nicht gegen das Reglement verstoßen zu haben. Dafür lieferte der Anwalt des Teams, David Pannick, stichhaltige Argumente.

Barcelona-Start noch ungewiss

Streitpunkt des brisanten Prozesses sind neun Kilogramm Benzin in einem Zusatztank. Beim Großen Preis von San Marino sollen die beiden BAR-Honda-Boliden untergewichtig gewesen sein. Vier Tage vor dem Großen Preis von Spanien in Barcelona ist bis zur Urteilsverkündung an morgigen Donnerstag offen, ob der Rennstall beim fünften Saisonlauf starten darf.

FIA-Chefkommissar Charlie Whiting warf bei der Befragung im FIA-Hauptsitz an der Place de la Concorde den Beschuldigten vor, Benzin reglementswidrig als Ballast eingesetzt zu haben. Auf die Fragen der vier unabhängigen Richter unter Vorsitz des Spaniers Xavier Conesa erklärte Whiting, das Team habe neun Kilogramm Treibstoff in einem zusätzlichen Tank bei der obligatorischen technischen Abnahme nach dem Großen Preis von San Marino am 24. April verschwiegen. Das Reglement lege jedoch eindeutig fest, dass Benzin nicht als Ballast verwendet werden darf. Die Rennwagen müssen mindestens 600 Kilogramm wiegen.

Staranwalt verteidigt BAR

Der englische Staranwalt David Pannick versuchte als Verteidiger von BAR-Honda die Prozedur des Wiegens nach dem Rennen in Frage zu stellen. Er verwies auf verschiedene Protokolle mit sich angeblich widersprechenden Aussagen. Geoff Willis, der Technische Direktor des Teams, versicherte: "Ich würde dem Team nie erlauben, etwas zu tun, was illegal ist." Es handle sich hier um ein Missverständnis. BAR-Honda könne nachweisen, dass das Auto während des Rennens immer mindestens die 600 vorgeschriebenen Kilogramm gewogen habe.

Stichhaltigstes Argument von Pannick: Kein FIA-Paragraf legt eindeutig fest, ob dieses Gewicht mit oder ohne Benzin ermittelt werden muss. Anhand von Diagrammen will BAR-Honda nachweisen, dass das Auto zu keinen Zeitpunkt des Rennens das Gewichtslimit unterschritten habeö. "Diese Daten und Diagramme sind für uns irrelevant", meinte hingegen die FIA. "Für ist nur maßgeblich, dass das Auto nach dem Rennen beim Wiegen zu leicht war, nachdem das Benzin aus sämtlichen Tanks abgepumpt worden war."

BAR-Konstrukteur Willis erklärte auf Nachfragen der Richter, dass jedes Formel-1-Fahrzeug einen Zusatztank, den so genannten Catch-Tank habe. Dadurch werde gewährleistet, dass die Benzinpumpe auch unter extremen Bedingungen wie hoher Kurvengeschwindigkeit immer Sprit saugen kann. "Wir brauchen diesen Tank, sonst läuft unser Motor fest", sagte der Techniker. Die FIA bestreitet allerdings, dass es sich bei besagtem Zusatzbehälter um jenen "Catch-Tank" handle, über den jeder Rennwagen verfügt.

Anwalt Pannick konnte auch den Vorwurf entkräften, dass BAR bei besagtem Catchtank die FIA uasgtrickst habe. Die FIA wusste nämlich seit dem GP von Malaysia von der Existenz des zusätzlichen Benzin-Reservoirs. Bereits Ende März hatte FIA-Techniker Jo Bauer beim Rennen in Sepang die Tanks aller Autos unter die Lupe genommen und dabei auch den Zusatztank entdeckt. Dies musste Bauer auf Nachfragen der Richter einräumen.

Man erwartet, dass das Urteil am Donnerstagnachmittag (5.5.) verkündet wird.

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