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FIA-FOTA-Kompromiss

Mosley trifft Renault-Chef Carlos Ghosn

Foto: Wolfgang Wilhelm 21 Bilder

Die Inhaber der kommerziellen F1-Rechte sind bereit, das Concorde Abkommen zu unterschreiben. Sie drohen aber offenbar auch, sich mit einer FOTA-Serie zu verbünden, sollte sich die FIA stur stellen. Max Mosley suchte inzwischen einen Kompromiss mit Renault-Präsident Carlos Ghosn.

10.07.2009 Michael Schmidt

Inzwischen wird auch in FOTA-Kreisen bestätigt, was auto motor und sport.de am Donnerstag (9.7.) gemeldet hat. Mit dem heutigen Freitag läuft die Frist für eine Piratenserie ab. Doch die jüngsten Ereignisse geben den Parteien noch ein paar Tage mehr Zeit. FIA-Präsident Max Mosley wurde an diesem entscheidenden Tag von CVC, den Inhabern der kommerziellen Rechte, darüber informiert, dass man bereit sei, ein modifiziertes Concorde Abkommen bis 2012 zu unterschreiben. Oder notfalls mit den FOTA-Teams eine eigene Meisterschaft auszurüsten.

Dieser Fall wäre für die FIA fatal. CVC würde dann den Verband für das Scheitern der Formel 1 verantwortlich machen und Schadensersatzforderungen stellen, die sich auf eine Milliardensumme belaufen könnte. Die FOTA-Teams, die mit CVC Verträge haben, wären dann aus dem Schneider. Sie hätten keine Klagen zu befürchten.

Einigung in den nächsten Tagen?

McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh drückte sich auf Anfrage sehr vorsichtig aus. "CVC und FOTA sind sich in ihren Positionen sehr nah, näher als es im Moment noch die Teams und die FIA sind." Der Spielraum der FIA ist nach den jüngsten Ereignissen eingeschränkt. Deshalb macht eine Einigung aus Sicht des Verbandes Sinn. Aus FIA-Kreisen verlautet jetzt, dass man nächste Woche in der Lage sei, das Thema Concorde Abkommen vom Tisch zu bekommen. Kommt das zu spät für die Frist, die sich die Teams mit ihrer Konkurrenzserie gesetzt haben? Ein FOTA-Mitglied verneint: "Wenn wir den guten Willen der FIA sehen, kommt es jetzt auf eine Woche hin oder her auch nicht mehr an." Red Bull-Designer Adrian Newey bestätigte noch einem die allgemeine Meinung im Fahrerlager: "Keiner hier will eine Konkurrenzserie."

Doch auch auf diesem Gebiet gibt es ernsthafte Fortschritte. Nach dem Eklat vom Mittwoch trafen sich gestern FIA-Rennleiter Charlie Whiting, Williams-Technikdirektor Sam Michael und ein Ingenieur eines FOTA-Teams zu einer Diskussion über das technische Reglement für 2010. Es kam dabei heraus, dass man in 70 Prozent der Punkte absolute Übereinstimmung habe, und die restlichen 30 Prozent seien relativ einfach aus dem Weg zu räumen. Damit liegt der Ball bei der FIA.

Mosley trifft sich mit Carlos Ghosn

Das Hauptquartier aus Paris weist erneut darauf hin, dass die Verweigerung des Stimmrechts für die FOTA-Teams eine reine Formsache war. Die Statuten der FIA lassen es nicht zu, die Teams, die sich zunächst unter Bedingungen eingeschrieben hatten, eine Stimme zu geben. Die Teams sind auch nicht überrascht worden. Mosley habe diese Formsache Ferrari-Chef Luca di Montezemolo in zwei Schreiben angekündigt mit dem Hinweis, die FOTA-Teams sollen sich deshalb nicht davon abhalten zu lassen, an den Verhandlungen über das Reglement teilzunehmen.

Sie könnten durchaus Einfluss auf die Regeln nehmen, wenn sie bereit wären mitzudiskutieren. Gerüchten, Mosley wolle den Frieden mit den Teams torpedieren, trat der FIA-Präsident am Freitag entgegen. Er traf sich in Paris mit Renault-Präsident Carlos Ghosn, um ihm seine Motive für die Kostenreduzierung und seine Pläne in Bezug auf die FIA-Präsidentschaft zu erklären. Ghosn ist zugleich Vorsitzender der Europäischen Automobilherstellerverbandes ACEA, der vor einigen Wochen den Rücktritt von Mosley gefordert hatte. Das zeigt, dass nun die Gespräche auf die höchste Ebene gehoben werden, und dass er durchaus bereit sei, Kompromisse in der Sache einzugehen.

Steigt Toyota aus?

Im Fahrerlager des Nürburgrings erzählte man sich, dass die Zukunft einiger Teams nach wie vor auf wackligen Beinen steht. Es geht das Gerücht um, dass Toyota innerhalb der nächsten beiden Wochen seinen Rückzug aus der Formel 1 ankündigen könnte. Mit der Begründung, dass der Streit einen Verbleib in der Formel 1 wenig attraktiv erscheinen lasse. Wenn das Gerücht stimmt, muss sich Toyota beeilen. Es könnte schon in der nächsten Woche zu einem endgültigen Friedensschluss kommen.

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