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FIA greift durch

Young Drivers Test mit Stammpiloten

Felipe Massa - Reifenschaden GP England 2013 Foto: xpb 25 Bilder

Um das Reifenproblem schnell zu lösen, hat die FIA angekündigt, dass beim Young Drivers Test in Silverstone nun auch Stammpiloten zum Einsatz kommen dürfen. Mercedes profitiert nicht von der Freigabe. Das Silberpfeil-Team bleibt weiterhin ausgeschlossen.

01.07.2013 Tobias Grüner

Die dramatischen Reifenprobleme von Pirelli fordern ungewöhnliche Lösungen. FIA-Präsident Jean Todt hat sich höchstpersönlich in die Angelegenheit eingemischt, um das Thema so schnell wie möglich vom Tisch zu bekommen. Der Franzose kann nur einen Tag nach dem viel diskutierten Grand Prix von England das erste Ergebnis präsentieren.

Um beim Young Drivers Test repräsentativere Daten zu sammeln und effizienter Reifen testen zu können, werden zu der ursprünglichen Junior-Woche nun auch erfahrene Piloten zugelassen. Die Begrenzung auf Fahrer mit weniger als 2 Grands Prix fällt weg. Die Teams dürfen somit in der Woche zwischen den Rennen auf dem Nürburgring und dem Hungaroring (17. bis 19. Juni) in Silverstone wenn gewünscht auch mit ihrem Stammpersonal fahren.

Todt lässt Technik- und Sportgesetze ändern

Der Test könnte zudem noch um einen weiteren Tag erweitert werden, kündigte die FIA an. Um den Beschluss so schnell wie möglich durchzusetzen, soll der FIA Weltrat in einer Schnellentscheidung Artikel 22.4 des Sportgesetzbuches ändern. Der bezieht sich auf das Testverbot während der Saison und die ursprüngliche Beschränkung auf einen dreitätigen Young Drivers Test.

Damit aber noch nicht genug. Artikel 12.6.3 des technischen Reglements will Todt in einem Rutsch gleich mitändern lassen. Der besagt, dass Änderungen an den Reifen während  einer Saison nur vorgenommen werden dürfen, wenn alle Teams zustimmen. Diese Einstimmigkeit soll künftig nicht mehr gelten, damit Reifenhersteller bei Änderungswünschen nicht mehr von einzelnen Teams blockiert werden können.

"Es ist unser Hauptanliegen, in der Formel 1 sichere Bedingungen für alle zu schaffen. Wir glauben, dass die Vorfälle von Silverstone eine echte Gefahr für die Piloten darstellen", begründete Todt die Schritte. "Wir haben uns deshalb entschieden, den Young Drivers Test so zu ändern, dass die Teams die Fahrer einsetzen können, die sie als geeignet für die Reifenentwicklung ansehen, um die Probleme, die wir beim britischen Grand Prix gesehen haben, zu lösen. Ich denke, es ist passend, diese Erprobungsarbeit auf der Strecke durchzuführen, auf der die Probleme aufgetreten sind."

Mercedes durch Testverbot im Nachteil?

Unklarheit herrschte zunächst noch, ob die erfahrenen Piloten auch an der technischen Weiterentwicklung der Autos arbeiten dürfen. Das FIA Statement betonte zwar, dass der Einsatz der Fachkräfte ausschließlich der Lösung der Reifenprobleme dienen soll, die Evaluation von Update-Paketen wurde aber nicht explizit ausgeschlossen.

Der Weltverband erklärte nachträglich, dass eigene Beobachter zum Test in Silverstone geschickt werden sollen, um sicherzustellen, dass die Stammfahrer auch wirklich nur die neuen Reifen testen. Das dürfte vor allem Mercedes beruhigen. Das Silberpfeil-Team wurde bekanntlich vom Young Drivers Test ausgeschlossen. Der Vorteil der Konkurrenz durch den Einsatz des Stammpersonals im Cockpit ist somit begrenzt.

Die Frage lautet natürlich, wie die Offiziellen erkennen sollen, dass unter dem Karbonkleid nicht doch ein paar neue Teile eingebaut wurden. Sicher wird auch Mercedes ein paar Vertreter nach Silverstone schicken, um der Konkurrenz auf die Finger zu schauen.

Gefahr am Nürburgring?

Die Frage lautete nun, wie groß die Gefahr beim Rennen auf dem Nürburgring am kommenden Wochenende ist und ob eine Wiederholung des Reifendramas droht. In der Eifel treten mangels schneller Kurven deutlich geringere Belastungen auf. Doch solange man den Grund für die Reifenplatzer von Silverstone nicht kennt, herrscht weiter Unsicherheit. Um die Fahrer zu beruhigen hat die FIA Pirelli um eine Sicherheitsgarantie gebeten, dass sich die in Silverstone aufgetretenen Probleme nicht wiederholen.

In unserer Bildergalerie zeigen wir Ihnen noch einmal die dramatischen Reifenplatzer in Silverstone.

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