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FIA liefert Red Bull-Urteilsbegründung

Kein Beweis für inkorrekten Red Bull-Sensor

Fabrice Lom - FIA - Formel 1 - GP Malaysia - 28. März 2014 Foto: xpb 11 Bilder

Das FIA-Berufungsgericht hat fünf Tage nach dem Prozess gegen Red Bull sein Urteil begründet. Es bleibt bei dem Ausschluss von Daniel Ricciardo wegen der Überschreitung der maximalen Durchflussmenge von 100 Liter pro Stunde. Red Bull konnte nicht beweisen, dass der FIA-Sensor falsche Werte angezeigt hatte.

19.04.2014 Michael Schmidt

Das FIA-Berufungsgericht ließ sich Zeit. Am Montag, den 14. April, fand in Paris die Berufung zur Disqualifikation von Daniel Ricciardo beim GP Australien statt. Einen Tag später fällten Richter Harry Duijm und seine Kollegen das Urteil. Der Rekurs wurde abgelehnt. Ricciardo bleibt disqualifiziert. Die Urteilsbegründung folgte erst mit fünf Tagen Verspätung. Sie ist 13 Seiten stark.

Entscheidend ist Artikel 2.7.

Das Gericht zitierte zunächst Artikel 2.7. des Technischen Reglements. "Es ist die Pflicht jedes Wettbewerbers dem Technischen Delegierten der FIA und den Sportkommissaren zu beweisen, dass sein Auto während der gesamten Veranstaltung den Regeln entspricht."
 
Demzufolge musste die Durchflussmenge im Red Bull zu jedem Zeitpunkt den maximal erlaubten 100 Kilogramm pro Stunde zu entsprechen. Red Bulls Einlassung, dass der Sensor FF73 in Ricciardos Auto inkorrekt gearbeitet habe, müsse vom Team bewiesen werden. Es ist nicht die Aufgabe der FIA nachzuweisen, dass der Sensor ordnungsgemäß funktioniert. Diesen Beweis ist Red Bull schuldig geblieben.

Red Bull handelte auf eigenes Risiko

Red Bull kam auch nicht damit durch, dass die Technische Direktive 016-14 keine Regel, sondern nur eine Interpretation des Technischen Delegierten ist. In dieser Anweisung legt die FIA fest, dass bei der Durchflussmengen-Begrenzung zuerst die Messung des FIA-Sensors zähle. Nur wenn eindeutig bewiesen ist, dass der Sensor nicht funktioniert, kann die FIA dem Team erlauben, nach eigenen Berechnungen zu fahren.
 
Das Gericht bestätigte zwar, dass die Direktive keine bindende Regel ist, sie aber im Kontext mit Artikel 2.7. des Technischen Reglements gesehen werden müsse. Schlussfolgerung: "Ein Wettbewerber, der die Technische Direktive missachtet, muss sich über das Risiko im Klaren sein, dass der Technische Delegierte oder die Sportkommissare die Begründung nicht akzeptieren, warum man sich der Direktive widersetze. Dieses Risiko ist Red Bull eingegangen."

Kein Nachweis, dass eigene Berechnung präziser ist

Red Bull hat nach Ansicht des Gerichts die Funktionstüchtigkeit der FIA-Sensoren nicht grundsätzlich in Frage gestellt. Der Bewerber konnte auch nicht schlüssig begründen, warum der spezielle Sensor FF73 falsche Werte produziert haben soll. Gleichermaßen war Red Bull nicht in der Lage den Nachweis zu führen, dass die eigene Messung, die nur ein mathematisches Modell und deshalb eine Annäherung ist, akkuratere Messdaten liefert als der FIA-Sensor.

Die Kurven, die Red Bull präsentierte um die eigene Kalkulation zu stützen, würden nicht die unterschiedlichen Betriebsbedingungen für den Motor zwischen dem ersten Training bis zum Rennen berücksichtigen. Dann hätten sich die Eingabeparameter entsprechend ändern müssen, was aber bei Durchsicht der präsentierten Graphen nicht sichtbar ist.

Deshalb bleibt der Vorwurf bestehen, dass Ricciardo sowohl anhand der Sensormessung als auch aufgrund der Red Bull-Berechnungen, abzüglich des im Training ermittelten Korrekturfaktors in 53 der 58 Runden des GP Australien jenseits der erlaubten 100 kg/h lag.

Red Bull muss Gerichtskosten selbst tragen

Die Beweiskette führte dazu, dass die Berufung von Red Bull zurückgewiesen wurde. Das Gericht fand die Strafe als angemessen, ignorierte jedoch den Antrag von Mercedes, das Strafmaß zu erhöhen. Der Angeklagte muss die gesamten Gerichtskosten und seine eigenen Anwaltshonorare selbst tragen. Das ist ein teurer Spaß. Anwälte dieser Preisklasse verlangen in England 1.000 Pfund pro Stunde.

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