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Formel 1 Tippspiel

FIA-Pläne

Budget-Obergrenze für F1-Teams

FIA-Präsident Max Mosley meint es ernst mit seinem Sparkurs. Bei einem Treffen mit den elf Teamchefs in Paris am Freitag (11.1.) zog der gelernte Rechtsanwalt einen sensationellen Plan aus der Tasche.

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Foto: Wolfgang Wilhelm

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Er will den Formel 1-Teams ab 2009 eine Höchstgrenze für ihre Budgets diktieren. Wieviel Geld pro Jahr für die Entwicklung und den Einsatz der Autos ausgegeben werden darf, soll auf einer Sitzung im Februar beschlossen werden. Insider gehen von maximal 150 Millionen Dollar pro Saison aus. Der Etat für den Motor geht extra, da es Teams gibt, die ihre Motoren selbst bauen und andere, die die Motoren einkaufen. Aber auch für die Motorenabteilungen soll es künftig Obergrenzen geben.

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Nur Ferrari dagegen

Zehn der elf Teamchefs begrüßten die Lösung. Nur Ferrari soll verstimmt sein. Die Italiener favorisierten Mosleys Vorschlag vom Dezember, als die FIA schon für diese Saison eine begrenzte Nutzung von Windkanälen und Simulationscomputern verordnete. Antwort der Teams: "Es ist unmöglich zu kontrollieren, wie viele Windkanäle ein Team wie oft und mit welchen Modellen nutzt. Wer betrügen will, baut unter anderem Namen in Indien ein Rechenzentrum auf und lässt sich die Ergebnisse von dort übermitteln."

Vijay Mallya, der neue Chef von Force India, protestierte gleich zu Beginn der Sitzung in Paris gegen die geplanten Aerodynamikeinschränkungen. Er müsse einen Rückstand zu den anderen Teams aufholen, und wenn man ihm da verbiete mehrere Windkanäle zu nutzen, bliebe er immer Letzter. Das war für Mosley die willkommene Einladung, eine alte Idee in die Tat umzusetzen. Er will einen rechtlich bindenden Vertrag zwischen den Teams und der FIA, dass keiner eine vorher festgesetzte Grenze an operativen Kosten überschreite. In diesem Rahmen könne man sein Geld einsetzen wie man wolle.

Budget richtig einteilen

Wem die Aerodynamikentwicklung wichtiger ist als teure Fahrer, der kann auch in Zukunft zwei getrennte Windkanalprogramme fahren. In Zusammenarbeit mit den Steuerbehörden ist die Einhaltung des Vertrages einfacher zu überwachen als der Vorschlag, die Windkanalzeiten zu beschränken. Die FIA will dafür ein eigenes Kontrollorgan mit Spezialisten formieren. Damit ergibt sich ein wirksames Abschreckungspotenzial. Wer betrügt, würde sich strafbar machen und könnte wegen Vertragsbruch vor Gericht zitiert werden.

Auch auf der Motorenseite will Mosley sparen. Die Hersteller bekamen das Versprechen, dass die augenblickliche 2,4 Liter-Formel mit V8-Motoren bis einschließlich 2012 stabil bleibt. Bis 2010 haben die Automobilkonzerne Zeit, sich über Vorschläge für eine neue Motorenformel ab 2013 Gedanken zu machen. Im Lastenheft stehen sparsame und kostengünstige Motoren mit geringstmöglichen Emissionswerten. Wenn das Motoren-Reglement 2010 abgesegnet wird, hätten die Ingenieure drei Jahre Zeit für die Entwicklung.

Autor: Michael Schmidt
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