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FIA-Pläne zum Budget-Limit

Peter Sauber kritisiert Zweiklassengesellschaft

Peter Sauber & Sebastian Vettel Foto: Wolfgang Wilhelm 31 Bilder

Peter Sauber kennt aus eigener Erfahrung die Sichtweise eines Privatrennstalls und die eines Herstellerteams. Nach Ansicht des ehemaligen Teamchefs münden die FIA-Pläne in einer Zweiklassengesellschaft.

30.04.2009 Michael Schmidt

Die FIA hat am Donnerstag (30.4.) die Katze aus dem Sack gelassen. 2010 dürfen die Teams wählen: Entweder sie akzeptieren eine Budgetobergrenze von 45 Millionen Euro und bekommen dafür technische Freiheiten (verstellbare Flügel, kein Drehzahllimit, unlimitiertes Testen) oder sie wirtschaften weiter ohne Limit, profitieren dann aber nicht von diesen Geschenken.

Sauber kennt beide Seiten

Peter Sauber kennt die Formel 1 seit 16 Jahren. Er debütierte mit seinem Rennstall 1993 und gab ihn Ende 2005 an BMW ab. Dennoch ist er der Formel 1 weiter verbunden. Noch gehören ihm 20 Prozent von BMW-Sauber, und als Botschafter des Teams ist er bei zehn Rennen vor Ort. Eigentlich müsste der 65-jährige Schweizer eine Budgetobergrenze begrüßen. Zu seiner Zeit hätte er sich im Kampf gegen die großen Teams eine solche Regelung mehr als einmal gewünscht.

Doch die Zeit von damals lasse sich mit der von heute nicht mehr vergleichen, meint Sauber: 45 Millionen von 2009 sind nicht mehr die 45 Millionen von 1993. "Du kannst 16 Jahre später nicht mehr die gleichen Maßstäbe anlegen. Es ist alles teurer geworden. Das Material, die Löhne, die Fertigungsprozesse. Die Formel 1 lässt sich beim besten Willen nicht mehr auf das Niveau von damals zurückführen."

Wie lässt sich Betrug ausschließen?

BMW ist prinzipiell mit einer Budgetobergrenze einverstanden. Auch der Autokonzern aus München muss sparen. Doch Teamchef Mario Theissen hätte lieber eine schrittweise Annäherung an das aktuell vorgeschlagene Limit gesehen, ausgehend von einer höheren Einstiegssumme.

Peter Sauber kritisiert vor allem die Zweiklassengesellschaft, welche FIA mit ihrer Übergangsregel geschaffen hat. "Es wird unheimlich schwierig sein, Betrug auszuschließen." Auch technisch hat der Ex-Rennfahrer, der Mercedes zurück in den Motorsport gebracht hatte, seine Bedenken: "Ein verstellbarer Heckflügel ist Wahnsinn. Wenn da etwas schiefgeht, fliegst du richtig von der Strecke. Beim Frontflügel mag man den Verstellmechanismus akzeptieren. Eine Fehlfunktion, und der Fahrer spürt einfach mehr untersteuern."

Freiheiten kosten Geld

Sauber sieht in den Regeln auch versteckte Kostenfallen. "Ein verstellbarer Heckflügel wird sehr teuer. Auch die unlimitierte Drehzahl und die frei gestellten Testfahrten gehen voll gegen den Sparplan, den die FIA ausgerufen hat." Aus Paris kommt prompt die Antwort. Auch Max Mosley weiß, dass eine zweigeteilte Formel 1 nur Verwirrung stiftet. Doch die Maßnahme war ein Notnagel. Er wollte den Teams die Türe öffnen, die behaupten, sie könnten nicht von heute auf morgen abrüsten. 2011 haben die Teams keine Wahl mehr. Ab dann gilt die Budgetgrenze für alle.

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