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FIA plant drastische Regeländerungen

Foto: dpa

Nach Rücksprache mit den Formel 1-Teamchefs hat die Motorsport-Behörde FIA ein revolutionäres Regelwerk für die Formel 1 ausgearbeitet. Die neuen Regeln sollen ab 2008 gelten.

23.04.2004

Die FIA hat eine Vorschlagsliste über neue Regeln in der Königsklasse veröffentlicht, über die bei der nächsten Weltratssitzung am 30. Juni weiter diskutiert werden soll. Sollten die Vorschläge angenommen werden, steht die Formel 1 vor den drastischsten Regeländerungen seit ihrer Einführung 1950.

Die wichtigsten Neuerungen:

Motor:

- maximaler Hubraum: 2,4 Liter
- maximale Zylinderzahl: acht
- ein Motor muss zwei Rennen halten
- eine Liste mit erlaubten Werkstoffen und Fertigungstechniken für bestimmte Teile ist in Vorbereitung
- variable Ein- und Auslassysteme sind verboten
- alle Teams müssen eine einheitliche Motorsteuerung verwenden
- Direkteinspritzung ist verboten
- die maximal erlaubte Festigkeit bestimmter Werkstoffe wird von 40 auf 32 Gigapascal reduziert, um teure Verbundmaterialien abzuschaffen

Kraftübertragung, Bremsen und Lenkung:

- das Getriebe ist manuell zu bedienen und hat einen Drehzahlbegrenzer zum Schutz des Motors
- automatische Kupplungen sind verboten
- elektronisch geregelte Differenziale sind verboten
- Servolenkungen sind verboten
- vorgeschrieben sind Einheits-Bremsen

Chassis:

- das Mindestgewicht wird um 50 Kilogramm reduziert, um den Einbau von Ballast zu vermeiden und die Aufprallmasse bei Unfällen zu reduzieren.
- bis 31. Dezember sollen Vorschriften zu Reifen und Aerodynamik ausgearbeitet werden, um Kurvengeschwindigkeiten und Topspeeds zu senken.
- die Reifenbreite vorn wird reduziert. Die Hinterreifen werden für eine bessere Traktion breiter. Die Spurweite bleibt gleich.

Sportlicher Ablauf:

- Ersatzautos sind verboten
- während des ganzen Wochenendes gelten für die Autos Parc Fermé-Bestimmungen
- nur ein Reifenhersteller ist zugelassen
- Testfahrten werden drastisch eingeschränkt. Zukünftig werden nicht die Testtage, sondern die Testkilometer gezählt.
- für Rennen und Qualifying stehen nur zwei identische Sätze Reifen pro Auto zur Verfügung.
- möglicherweise wird am Freitag wieder eine Qualifikationssitzung eingeführt.
- ein komplett neuer Qualifikationsmodus wird mit Teams und TV-Sendern diskutiert.
- um die Effizienz der Motoren zu verbessern, könnte die maximale Benzinmenge zukünftig festgelegt werden.
- außer bei Reifenschäden sollen im Rennen keine Reifenwechsel mehr erlaubt sein. Das Nachtanken bleibt legal.
- Konstrukteurspunkte sollen für maximal vier Autos pro Hersteller vergeben werden, um die Ausrüstung eines zweiten Teams attraktiv zu machen und damit Neueinsteiger anzulocken.

Weitere Änderungen:

- der Verkauf von Teilen oder die Weitergabe von technischen Informationen an bestehende Teams oder Neueinsteiger ist erlaubt.
- zwölf Teams mit jeweils zwei Autos dürfen teilnehmen, der Anmeldeschluss ist der 1. Juli vor der betreffenden Saison.
- technische und sportliche Regeländerungen müssen nur noch von einer einfachen Mehrheit beschlossen werden.
- technische Regeländerungen müssen mindestens eineinhalb Jahre vor Inkrafttreten beschlossen werden.
- nach dem Anmeldeschluss sind Regeländerungen für die unmittelbar folgende Saison nur mit Zustimmung aller Teams zulässig.

Neue Teams anlocken

FIA-Chef Max Mosley betont, es gehe bei den Vorschlägen hauptsächlich darum, die Rennen wieder attraktiver zu machen, die fahrerische Leistung wieder mehr in den Vordergrund zu rücken, die Kosten zu senken und damit das Bestehen der großen und kleinen Teams zu sichern und weitere Teilnehmer anzulocken, um das Starterfeld wieder auf 24 Autos zu bringen.

Mosley lädt am 4. Mai die Teamchefs Jean Todt (Ferrari), Frank Williams (Williams-BMW), Flavio Briatore (Renault), David Richards (BAR-Honda), Peter Sauber (Sauber-Petronas) und Eddie Jordan (Jordan-Ford) zur Diskussion über die Regeln ein. Eine endgültige Vorschlagsliste für ein ab Januar 2008 geltendes Regelwerk soll bei der nächsten FIA-Weltratssitzung am 30. Juni beschlossen werden.

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