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FIA-Präsidentenwahl

Wird das Todt-Lager nervös?

Todt & Schumacher Foto: dpa

Der FIA-Wahlkampf nimmt langsam Fahrt auf. Erst veröffentlichte Jean Todt einen offenen Brief mit Kritik an Kontrahent Ari Vatanen, einen Tag später legte Michael Schumacher nach. Herausforderer Vatanen vertraut derweil ganz auf seinen Reformkurs.

14.10.2009 Tobias Grüner

Gut eine Woche vor der Wahl am 23. Oktober fahren beide Lager im FIA-Präsidentschafts-Wahlkampf die letzten Geschütze auf. Dabei kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass bei Jean Todt etwas Nervosität aufkommt. Nach Bekanntgabe seiner Kandidatur und der Unterstützung durch Max Mosley galt der Franzose noch als haushoher Favorit. Doch Konkurrent Ari Vatanen hat mittlerweile auch eine Reihe prominenter Unterstützer gesichert und besitzt momentan mehr als nur Außenseiterchancen.

Beginnt im Lager von Jean Todt langsam das große Zittern? Erstes Anzeichen war der Brief Mosleys an Prinz Feisal Al Hussein (Jordanien), in dem er die arabischen Länder zu einer Stimmabgabe für Todt aufforderte, um die Einheit der FIA sicherzustellen. Der FIA-Präsident argumentierte, dass Vatanen bei der Wahl sowieso eine haushohe Niederlage blühen würde. Prinz Feisal machte den Brief öffentlich, viele Funktionäre reagierten empört auf die versuchte Einflussnahme.

Zwei offene Briefe gegen Vatanen

Dass Todt unter Druck steht, zeigte auch sein offener Brief vom Vortag (13.10.). Darin wagte er sich erstmals aus der Deckung und kritisierte Vatanen öffentlich. Der ehemalige Ferrari-Teamchef hält dem Finnen immer wieder vor, zu wenig konkrete Vorschläge zu machen und wegen mangelnder Erfahrung nicht für das Präsidentenamt geeignet zu sein.

Als letztes Geschütz brachte Todt Michael Schumacher auf das Schlachtfeld. Der siebenmalige Weltmeister betonte in einem am Mittwoch verbreiteten offnen Brief an alle FIA-Mitglieder noch einmal die Qualitäten seines ehemaligen Teamchefs. Dabei versuchte der Rekordchampion vor allem die Befürchtung zu widerlegen, Todt würde das Amt in der gleichen Art und Weise wie sein Vorgänger weiterführen: "Er hat seine eigenen Expertenkenntnisse, er hat sein eigenes Programm und er hat einen eigenen Führungsstil", betonte Schumacher.

Der Deutsche drückte seine Enttäuschung über das Verhalten einiger großer Verbände während des Wahlkampfes aus. "Es scheint, als hätten sich einige schon eine Meinung gebildet, bevor sie die Vorschläge von Jean gelesen haben oder sich mit ihm zur Diskussion getroffen haben. Das ist nicht mein Verständnis von Professionalität und Transparenz."

Vatanen will den großen Umschwung

Während das Todt-Lager versucht die Wahlberechtigten zu überzeugen, dass auch ihr Kandidat für einen  - wenn auch gemäßigten - Wechsel steht, reitet Kontrahent Vatanen weiter auf der Reform-Welle. "Die FIA muss eine demokratische Struktur bekommen und sich dem öffentlichen Interesse zuwenden", sagte der ehemalige Rallye-Weltmeister dem Pariser Finanzblatt "La Tribune" (14.10.). "Wir brauchen auch eine unabhängige Rechtsprechung und Sonderkommissionen für Themen wie die Formel 1" mit Medien- und Rechtskompetenz.

Vatanen will in den Entwicklungsländern Formel-1-Strecken fördern, ohne die Rennen in den reichen Staaten zu gefährden. "Die Rennställe müssen unbedingt ihre Kosten senken, aber abgestimmt", sagte der Finne. Außerdem müsse die "Verriegelung der F1" enden. Sponsoren und Teams könnten bisher nicht mitreden, was vor zwei Monaten beinahe zum Ausstieg der Autohersteller geführt habe. "Die Aufteilung der Einnahmen muss sich entwickeln", sagte Vatanen. Die FIA habe Bernie Ecclestone für gut 300 Millionen Euro für 100 Jahre das Recht zur Vermarktung der Weltmeisterschaft ab 2010 gegeben. "Das ist sehr wenig!"

Anders als Vatanen wollte Todt gegenüber der Zeitung nicht zum Streit Ecclestones mit den Herstellern um die Finanzen Stellung nehmen. Der Franzose forderte, die beschlossenen Kostensenkungen durchzusetzen und die Zahl der Motoren zu senken. Statt zwischen 100 und 400 Millionen Euro sollten die Budgets 2010 zwischen 100 und 150 Millionen Euro liegen. Ambition der FIA müsse es sein, das Auto der Zukunft zu planen.

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