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FIA-Präsidentenwahl

Zweite Amtszeit für Jean Todt

Jean Todt - Formel 1 - GP Italien - 7. September 2013 Foto: xpb

Jean Todt bekommt eine zweite Amtszeit. Der 66-jährige Franzose wurde von den Wahlmännern der FIA für weitere vier Jahre gewählt. Es gab keinen Gegenkandidaten. Im Sport kommen auf Todt große Aufgaben zu.

06.12.2013 Michael Schmidt

Jean Todt konnte gelassen in den Wahlgang gehen. Seine Wiederwahl im Amt des FIA-Präsidenten stand bereits vorher fest. Nachdem David Ward seine Kandidatur zurückgezogen hatte und Mohammed bin Sulayem erst gar nicht angetreten war, musste Todt keinen Gegner mehr fürchten. Ihn konnte auch die Kritik von Ward im Vorfeld nicht beschädigen. Der hatte Todt unzulässige Stimmungsmache bei den Automobilclubs, ein unfaires Wahlprocedere und zu wenig Transparenz vorgeworfen.

Immerhin hatte Ward mit seiner Kampagne erreicht, dass die FIA künftig ihre Finanzen offenlegen will und darüber Nachdenkt, ob man 27 Empfehlungen braucht, um für das Präsidentenamt zu kandidieren.

Todt spielt FIA viel Geld in die Kasse

Jean Todt kann in seiner ersten Amtsperiode einige Erfolge für sich verbuchen. Zum Beispiel, sein Engagement im Rahmen der "Road Safety", einem Programm für sicherere Straßen und Verkehrsmittel. Oder die Einführung der Formel E. Und dann natürlich, dass er die FIA künftig mit ausreichend finanziellen Mitteln ausstatten wird, um diverse Projekte  im Sport und auf der Straße zu verwirklichen. Der Verband erhält allein aus der Formel 1 einen jährlichen Obolus von rund 40 Millionen Dollar. Außerdem bekommt die FIA ein Prozent von den Formel 1-Aktien. Es liegt an Todt und dem Verband, dass die Formel 1-Beteiligung ihren Wert behält.

Königsklasse ist in Not

Zur Zeit ist die Formel 1-Aktie im freien Fall. Veranstalter steigen aus, viele Teams sind in Finanznot, und es ist keine Lösung in Sicht, weil sich die großen Teams gegen jede sinnvolle Sparmaßnahme sperren. Allen voran Red Bull, Ferrari und zu einem gewissen Grad auch Mercedes. Die Einführung der Strategiegruppe mit je sechs Vertretern von den Teams, der FIA und den Rechteinhabern könnte für Todt zum Bumerang werden. Bernie Ecclestone hat die Posten so besetzt, dass seine Gefolgsleute ein Übergewicht haben. Das gleiche gilt für die Formel 1-Kommission.

Einen Plan, wie man die Teams am Leben hält und neue in die Formel 1 bringt, gibt es nicht. Stattdessen wird über unsinnige Vorschläge wie Pflicht-Boxenstopps und eine Vergabe der Startnummern auf Lebenszeit diskutiert. Die FIA hatte 2010 bereits mit seinem neuen Punkteschema einen Fehlgriff getan.

Todt ist ein Mann des Ausgleichs

Auch sonst herrscht im Motorsport reichlich Wildwuchs. Es gibt zu viele Rennserien, und den meisten davon geht es schlecht. Überall stopfen sich einige wenige zum Schaden des Sports die Taschen voll. Jean Todts Versuch, eine Struktur in die Kategorien unterhalb der Formel 1 zu bekommen, ist ins Stocken geraten. Sein Frontmann Gerhard Berger kämpft da gegen Windmühlen und die Interessen derer, die den Motorsport dem eigenen Geldbeutel zuliebe ausbeuten. Es wäre die Aufgabe der FIA, den Motorsport auf einer breiten Basis auf gesunde Beine zu stellen. Dazu müssten viele unpopuläre Entscheidungen getroffen werden. Ob Todt dafür der richtige Mann ist, muss noch bewiesen werden. Bislang erwies sich der frühere Ferrari-Rennleiter eher als Mann des Ausgleich statt als streitbarer Diktator.

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