Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

FIA prüft Red Bull-Kufe

Mit 300 °C gegen illegalen Unterboden-Trick

Red Bull - Tea Tray - RB9 - 2013 Foto: ams 20 Bilder

Die FIA hat in Indien einen Verdacht von BBC-Technikexperte Gary Anderson überprüft. Der ehemalige F1-Ingenieur hatte vermutet, dass sich die vordere Kufe des Red Bull-Unterbodens bei Hitze nach oben biegt. Das wäre illegal. Wir sagen Ihnen, wie das ungewöhnliche Experiment ausging.

29.10.2013 Michael Schmidt

Gary Anderson ist ein anerkannter Formel 1-Experte. Der frühere Chefingenieur von Jordan und Stewart weiß, wovon er spricht. Besonders wenn es um die Technik geht. Seine Zeit als Ingenieur mag abgelaufen sein, aber die Tricks in dem Geschäft verändern sich nie. Anderson ist ein guter Beobachter und exzellenter Analytiker.

Seit dem GP Italien gibt es in der Formel 1 die Thermo-Kamera. Sie zeigt uns plastisch, wie sich die Reifen in den Kurven erhitzen und auf den Geraden abkühlen. Sie stellt aber auch andere Brennpunkte am Auto ins Bild. Zum Beispiel die vordere Kufe des Unterbodens, die bei manchen Autos ab und zu auf dem Asphalt schleift, bei Red Bull oder Mercedes aber praktisch fast immer.

Das liegt an der extremen Anstellung der beiden Fahrzeuge. Wenn das Auto vorne tief und hinten hoch in den Federn steht, setzt die Kufe ab einem bestimmten Abtrieb zwangsläufig auf. Der Unterboden muss dem Reglement entsprechend über seine gesamte Länge plan verlaufen und darf auf keinen Fall vorne hochgebogen werden.

Kein Verstellmechanismus in Stützstrebe

Es gibt immer noch Teams, die glauben, dass die großen Rennställe in der Stützstrebe zwischen Chassis und Kufe, im Fachjargon "Tea Tray" oder "Bip" genannt, einen Verstellmechanismus oder zumindest eine Feder haben, deren Vorspannung sich je nach Strecke ändert.

Force India zählt zu den Verschwörungstheoretikern. Sie glauben, dass die Autos mit starker Anstellung gar nicht umhin können, die vordere Lippe des Bodens nach oben zu biegen, um den Bodenkontakt zu minimeren. Die Fläche der Schutzblöcke in der Planke ist zu gering, um dieses Bombardement eine Renndistanz lang auszuhalten, ohne dass sich die Planke zu stark abnutzt.

FIA-Rennleiter Charlie Whiting kann nur das Reglement zitieren: "Weder eine Verstellung noch eine Feder, die den Boden vorne nach oben zieht, ist erlaubt. Wir checken diesen Teil des Autos regelmäßig und hätten einen solchen Mechanismus mit Sicherheit bemerkt."

Red Bull-Kufe auf 300 °C erhitzt

Gary Anderson brachte nach Betrachten der Thermo-Bilder eine neue Theorie ins Spiel. Der "Tea Tray" des Red Bull schleift demnach ganz bewusst auf der Straße, um auf eine bestimmte Temperatur zu kommen. Dann sorgt ein spezielles Material dafür, dass sich die Lippe kontrolliert nach oben biegt, was noch größere Anstellwinkel erlaubt und damit noch mehr Anpressdruck.

Jo Bauer musste deshalb in Indien Überstunden machen. Der technische Delegierte der FIA nahm sich unter anderem das Auto mit der Startnummer 1 vor. Sebastian Vettels Auto. Um den Vorwurf aus der Welt zu schaffen, wurde die vordere Kufe des Unterbodens mit einem Brenner auf 300 °C erhitzt. Ergebnis: Sie bewegt sich nicht. Demzufolge ist der Red Bull RB9 legal. Zumindest in diesem Bereich.

In unserer Bildergalerie zeigen wir Ihnen den Red Bull-Trick mit der starken Anstellung noch einmal im Detail.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden