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FIA-Reaktion: Ferrari-Drohung ändert nichts

Ferrari hat als erstes Werksteam offiziell mit dem Rücktritt aus der Formel 1-WM ab 2010 gedroht. Die FIA zeigt sich durch das Säbelrasseln unbeeindruckt und hält weiter an der geplanten Budgetbegrenzung fest.

Nach verbalen Drohgebärden von Toyota, Renault und BMW ist Ferrari jetzt offiziell in die Offensive gegangen. Der älteste Rennstall der Formel 1 kündigte in einer Pressemitteilung an, seine Autos nicht für die Formel 1-Weltmeisterschaft einzuschreiben, sollte die FIA auf ihren Beschlüssen vom 29. April beharren.
 
Dabei geht es um die Budgetobergrenze von 40 Millionen Pfund (45 Millionen Euro) und die Alternative, weiter nach bestehenden Regeln ohne Limit, dafür mit unterlegener Technik zu fahren. Ferrari sieht in der Vorgehensweise des Verbandes die Prinzipien der Formel 1 verletzt. In Paris sieht man die Drohung aus Maranello gelassen. "Im Prinzip gibt es jetzt das schriftlich, was sie uns vorher schon mündlich mitgeteilt haben", erklärte ein Sprecher.

Diskussionsrunde mit Max Mosley

Max Mosley werde sich deshalb nicht von seinem Vorhaben abbringen lassen, die Kostenexplosion in der Formel 1 mit einem Budgetlimit zu stoppen. Der FIA-Präsident bietet allen Teams weiterhin ein Treffen in London noch in dieser Woche an, um über ungelöste Fragen oder Verbesserungsvorschläge zu sprechen. Es gebe Verhandlungsspielraum, doch der ist nicht grenzenlos. Eine entsprechende Einladung wurde gestern an die Teams verschickt.
 
Mosley besteht darauf, alle Teamchefs zu sprechen, um sich ein Bild über die Meinungen innerhalb der FOTA zu machen. Ein Gipfeltreffen allein mit Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo lehnt der FIA-Boss ab. Nach Meinung der FIA ist die Kritik an der zweigeteilten Meisterschaft unberechtigt. Es gebe sie nur auf dem Papier, und wie jeder in der Formel 1 wisse, musste eine Option geschaffen werden, um juristische Schritte von Ferrari zu verhindern. Ferrari pocht auf sein Vetorecht bei Regeländerungen.

Keine Alternative zum Budgetlimit

Tatsächlich gibt es keine Alternative zum Budgetlimit. "Wer die andere Variante wählt, fährt hoffnungslos hinterher, egal wieviel Geld er ausgibt", sagen Patrick Head von Williams und Pat Symonds von Renault im Gleichklang. Die FIA-Funktionäre sehen den Widerstand gegen die Budgetgrenze differenziert. Das Limit ist das geringere Problem, denn es ist immer noch verhandelbar. Selbst eine gleitende Lösung mit einer höheren Einstiegssumme ist möglich.

Ferrari, Renault und auch Red Bull sträuben sich jedoch gegen jede Kontrolle von außen. Deshalb hat sich Red Bull auch auf die Seite der Herstellerteams geschlagen. Über die Gründe kann man nur spekulieren. Kritiker meinen, dass die betreffenden Teams befürchten, es könnte trotz aller Diskretion herauskommen, dass einige Herren in diesen Rennställen überproportional verdienen.

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Michael Schmidt

Autor:

Kann die Formel 1 ohne Ferrari leben?
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