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FIA rudert zurück

Renault-Sonderregel wieder aufgehoben

Red Bull GP Monaco 2011 Foto: Red Bull 24 Bilder

Update ++ Die FIA hat die Teams informiert, dass die am Freitag veröffentlichte Direktive zur Motoreinstellung nicht mehr gilt. Die Ausnahmeregelung, von der vor allem die Renault-Teams profitiert hätten, ist aufgehoben.

09.07.2011 Tobias Grüner

Die FIA hat dem lautstarken Protest der Mercedes-Teams nachgegeben. Vor dem dritten Freien Training am Samstag wurden die Teams darüber informiert, dass nun wieder die alten Direktiven (Nummer 22 und 25) gilt, die man vor dem Silverstone-Wochenende veröffentlicht hatte. Damit ist die am Freitag herausgegebene Sonderregelung (Direktive 26), die vor allem den Renault-Teams genutzt hätte, aufgehoben.

Die FIA hatte Renault und auch Ferrari kurzfristig erlaubt, die Drosselklappen ihrer Motoren im Schleppbetrieb um 50 Prozent zu öffnen, was den angeblasenen Diffusor deutlich effektiver gemacht hätte. Renault hatte damit argumentiert, dass diese Einstellungen für die Standfestigkeit notwendig seien und schon zu Zeiten vor dem angeblasenen Diffusor verwendet wurden.

Renault-Gegner protestieren erfolgreich

McLaren hatte sich öffentlich über die Ausnahmeregel beschwert. In einer denkwürdigen FIA-Pressekonferenz kam es am Freitag (8.7.) zum direkten Schlagabtausch zwischen McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh und seinem Red Bull-Kollegen Christian Horner. Noch am Abend hatten sich die Motorenhersteller und die Teams bei FIA-Rennleiter Charlie Whiting zur Krisensitzung getroffen. Bis Mitternacht wurde diskutiert.

Dabei haben anscheinend die Gegner der Sonderregelung bessere Lobby-Arbeit betrieben. Es ist gut vorstellbar, dass die Konkurrenz mit Protest gedroht hatte, wenn Red Bull und Co. trotz des Verbots wieder einen großen Leistungsvorteil aus dem angeblasenen Diffusor gezogen hätte. Nun sind für alle wieder nur zehn Prozent Drosselklappenöffnung erlaubt, was beim Gaswegnehmen keinen aerodynamischen Einfluss auf den Diffusor hat.

FIA-Rennleiter Charlie Whiting begründete die erneute Regeländerung damit, dass die kurzfristig gewährte 50 Prozent-Öffnung der Drosselklappen bei Renault und Ferrari dazu geführt hätte, dass 70 Prozent der Luft, die durch den Motor geführt wird, am Diffusor ankommt. Mercedes und Cosworth steuern den Gasaustausch nicht über Drosseklappen sondern über Walzenschieber. Bei dieser Technik entspricht der Durchlass der Luft genau dem Prozentsatz der Öffnung.

10-Prozent-Regel für ganzes Silverstone-Wochenende

Nachdem die Anweisung an die Teams verschickt wurde, sah man Christian Horner und Red Bull-Technikchef Adrian Newy im Laufschritt in Richtung FIA-Gebäude eilen. Auch Renault-Motoreningenieur Remi Taffin schloss sich der Gruppe an. Droht da noch ein Protest nach dem Rennen am Sonntag?

Dass die aktuelle Regelung bis dahin noch einmal umgeworfen wird, ist unwahrscheinlich. Charlie Whiting erklärte, dass die Regelung nun zumindest für den Rest des Wochenendes gelten soll. Um die ganze Angelegenheit noch einmal ausführlich mit den Teams zu besprechen, hat die FIA nach dem dritten Freien Training am Samstag ein außerordentliches Meeting der technischen Arbeitsgruppe angeordnet.

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