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FIA stellt die Halo-Frage

Die Fahrer sollen entscheiden

Mercedes - Halo-Test - Formel 1 - 2016 Foto: sutton-images.com 23 Bilder

Die Halo-Tests sind abgeschlossen. Nahezu alle Fahrer sind mit dem Cockpitschutz einmal gefahren. Die FIA will den Fahrern ihre letzten Halo-Entwicklungen präsentieren. Und dann sollen sie entscheiden.

25.11.2016 Michael Schmidt 3 Kommentare

Beim ersten Training zum GP Abu Dhabi war nur noch Sebastian Vettel und Daniil Kvyat mit dem Halo unterwegs. Damit ist die Testreihe mit dem Heiligenschein abgeschlossen. Fast alle Fahrer haben damit wenigstens ein Mal den Halo ausprobiert. Fahrer und Teams mussten nach jeder Fahrt einen Fragebogen ausfüllen und an die FIA zurückschicken. Dabei ging es um das Ein- und Aussteigen, die Sicht und darum, wie es sich anfühlt, mit einem Titanring über dem Cockpit zu fahren.

Die FIA hat in der Zwischenzeit die Schwachpunkte des Cockpitschutzes ausgebessert und darüber eine neue Präsentation erstellt. Der Film wurde den 6 Teams der Strategiegruppe und Bernie Ecclestone bei der letzten Sitzung am 16. November in Genf vorgeführt. Die zeigten der FIA dennoch die kalte Schulter. Die Mehrheit der Teams ist gegen den Halo. Ecclestone natürlich auch. Ferrari-Chef Sergio Marchionne sagte zu FIA-Präsident Jean Todt: „Mach, was immer du für nötig hältst.“

Schneidgerät zersägt Halo in 2 Sekunden

Genau das will Jean Todt nicht tun. Er sucht den Konsens und hätte gerne möglichst viele Befürworter für den Halo, bevor er ein Machtwort spricht. Deshalb wird die FIA auch den 22 Piloten und Bernie Ecclestone im Anschluss an das Fahrerbriefing nach den beiden Freitagstrainings die letzten Erkenntnisse über den Halo präsentieren.

Darin sind zum Beispiel Auswertungen der Aussteigezeit zu sehen. Sie betrug im Schnitt zwischen 7 und 8 Sekunden. Also gut zweieinhalb Sekunden länger als jetzt. Die FIA hat außerdem im Labor ein Formel 3-Chassis mit einem Halo-Dummy ausgerüstet, einen der Halo-Forscher ins Cockpit gesetzt und das Auto auf den Kopf gestellt. Der Mann konnte das Auto offenbar trotz Halo verlassen. Außerdem hat die FIA ein Schneidgerät entwickelt, dass den Titanrahmen im Ernstfall innerhalb von 2 Sekunden zersägt.

Der Film enthält außerdem ein Update zur Risikobewertung bei unterschiedlichen Unfallszenarien. Die Fahrer werden erfahren, um wieviel höher ihre Überlebenschancen mit dem Ring über dem Kopf sind. Die FIA hofft so, die Zweifler zu überzeugen. Die Zahl derer, die den Halo ablehnen, war nach den Selbstversuchen deutlich gestiegen.

Fahrer müssen entscheiden ob Halo 2018 kommt

Todt würde die Entscheidung, ob der Halo 2018 kommt oder nicht, gerne an der Meinung der Fahrer festmachen. Wenn die Mehrheit sich positiv äußert, wird der Heiligenschein 2018 eingeführt. Auch gegen den Widerstand der Teams. Sind mehr Fahrer gegen den Cockpitschutz, könnte der Einsatz des Heiligenscheines erneut vertagt werden. Mit der Möglichkeit, dass die FIA dann andere Spielarten eines Cockpitschutzes in Erwägung zieht.

Red Bull-Teamchef Christian Horner kritisiert: „Man sollte nur Fahrer fragen, die für 2018 einen Vertrag haben. Was bringt es, noch Massa oder Button zu fragen? Die fahren nächstes Jahr schon gar nicht mehr mit.“

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"Ich halte die erhöhten Ausstiegszeiten auf Grund von Behinderungen für höchst problematisch im Ernstfall und nur weil in einem Laborszenario der Forscher aussteigen konnte, bedeutet das noch lange nicht, dass z.B. Alonso bei seinem letzten schweren Abflug in Australien auch hätte aussteigen können, als er an der Band zum Stehen kam."

Bei Alonsos Unfall war es völlig unerheblich, ob er 5 Sekunden oder 5 Minuten im Auto verbracht hätte, im Zweifel hat er sich durch sein voreiliges Gekrabbel eher selbst in Gefahr gebracht.

Relevanter sind vielleicht noch solche komplette Deppenaktionen wie von Renault in Sepang, wobei Kevin Magnussen ja einfach sitzen geblieben ist, während das Benzin aus dem Überlauf schwallte. (ergo: selbst bei Feuer gab es keine Zeitnot)

Proesterchen 25. November 2016, 13:43 Uhr
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