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FIA streitet mit F1-Rechteinhabern

Foto: Daniel Reinhard 44 Bilder

Nach dem Sex-Skandal um Präsident Max Mosley droht nur neuer Ärger für die FIA. Formel 1-Rechteinhaber CVC fordert Mitspracherecht beim Regelwerk und die Aufhebung des FIA-Vetorechts für den Fall eines Weiterverkaufs der Rechte.

16.05.2008

Egal wo FIA-Präsident Max Mosley hinkommt, erfährt er Ablehnung. Die meisten wollen mit dem Ex-Juristen nach dessen Ausflug ins Rotlichtmilieu nichts mehr zu tun haben. Dennoch will Mosley am 3. Juni vor der FIA-Generalversammlung um Delegiertenstimmen kämpfen, damit er im Amt bleiben kann. Dabei könnten ihm die Finanzlage der FIA und politische Querelen in der Formel 1 zu Hilfe kommen.

Der Weltverband finanziert sich hauptsächlich über Einnahmen aus dem Motorsport und da vor allem aus der Formel 1. Nenngelder, Lizenzen, Strafen oder auch jenes 313 Millionen Dollar-Geschäft, mit dem die FIA 2001 die kommerziellen Rechte an der Formel 1 für 100 Jahre an Bernie Ecclestone und die damaligen Aktionäre der Formel 1-Holding verkaufte. Inzwischen liegen die Rechte bei CVC Capital Partners, dem aktuellen Hauptaktionär der Formel 1-Holding.

CVC unzufrieden

CVC hatte im Dezember 2005 86 Prozent des Formel 1-Vermarkters SLEC übernommen und kaufte im März 2006 die restlichen 14 Prozent von der Bank Lehman Brothers hinzu. Doch CVC-Chef Donald Mackenzie soll unzufrieden mit den jüngsten Entwicklungen in der Königsklasse sein, und das nicht nur, weil der Mosley-Skandal dem Ansehen der Formel 1 und damit dem Geschäft schaden könnte. Noch immer gibt es kein neues Concorde Abkommen zwischen der FIA, dem Rechteinhaber, den Teams und den Automobilherstellern. Das alte lief im letzten Jahr aus. Seitdem herrscht ein weitgehend rechtsfreier Raum.

Geregelt ist nur die Auszahlung der Einnahmen von CVC an die Teams. Sie sind seit April 2008 doppelt so hoch wie in der Vergangenheit. Die zehn Rennställe partizipieren je nach Zugehörigkeitsdauer und Erfolg nach einem komplizierten Auszahlungsmodus an rund 50 Prozent sämtlicher Einkünfte aus Startgeldern, TV-Gebühren, Streckenwerbung und dem Paddock Club. Neu verhandelt werden soll, unter welchen Bedingungen und mit welchem Vorlauf das Sportgesetz in Zukunft geändert werden dürfen. Einer der strittigen Punkte ist zum Beispiel die Kundenauto-Frage. Force India führt derzeit einen Rechtsstreit gegen Toro Rosso, die ihr Auto zu großen Teilen bei Red Bull einkaufen.

Mitspracherecht bei den Regeln

Die Kritiker werfen der FIA vor, mit ständigen Regeländerungen die Kosten hochzutreiben. Der Ausstieg des Super Aguri-Teams ist Wasser auf ihre Mühlen. Sowohl die Teams als auch CVC wünschen sich mehr Mitspracherechte beim Reglement oder zumindest ein Vetorecht. Die FIA will das verhindern. Ihr Königsargument ist der aktuelle Streit um die Einführung von Hybrid-Technologie ab 2009. Ursprünglich gab es eine Mehrheit für die "grünen Pläne" von Max Mosley, doch inzwischen will rund die Hälfte der Teams nichts mehr davon wissen. 

Sie warnen vor den hohen Kosten und zweifeln, ob es der Show etwas bringt, wenn der Fahrer per Knopfdruck für 6,7 Sekunden pro Runde 82 PS extra abrufen kann. Tatsächlich haben viele nur Angst, dass die direkte Konkurrenz in der Entwicklung einen Schritt voraus ist. Das Pro und Contra Hybrid eskalierte in Barcelona in einem heftigen Streit der Teamchefs bis hin zu persönlichen Beleidigungen. Das spielt Mosley gute Argumente in die Hand. Er wird den Delegierten am 3. Juni erklären, dass die Formel 1 ohne seine starke Hand an der Spitze führungslos ist und im Chaos versinken könnte.

Aufhebung der "Don King-Klausel"

Der GP-Sport ist aber der größte Nettozahler der FIA, und davon profitieren wiederum die nationalen Verbände. Bei den Automobilclubs aus ärmeren Ländern, die auf Zuwendungen aus Paris angewiesen sind, wird Mosley auf offene Ohren stoßen. Und dann gibt es da noch einen Streitpunkt zwischen der FIA und der englischen CVC-Gruppe. Die Rechteinhaber möchten gerne die so genannte "Don King-Klausel" aus dem Abkommen streichen, das ihnen bis 2101 die kommerziellen Rechte sichert. Dieser Passus erlaubt es der FIA bei einem Verkauf der Formel 1-Rechte an neue Interessenten ohne Angaben von Gründen ein Veto einzulegen. Damit will die FIA verhindern, dass der Sport in falsche Hände gerät.

Dass CVC um die Aufhebung der "Don King-Klausel" kämpft, lässt tief blicken. Das nährt den Verdacht, dass die Formel 1-Chefs ihr Produkt gerne zum Verkauf anbieten würden, es vielleicht schon getan haben. Angeblich hat CVC den Kaufpreis von mehr als einer Milliarde Dollar längst refinanziert und liegt bereits zwei Jahre nach dem Erwerb der Rechte in der Gewinnzone.

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