Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

FIA testet neuen Halo

Entscheidung in Monte Carlo

F1 Cockpitschutz - Heiligenschein - Halo-Cockpitschutz Foto: Piola Animation 65 Bilder

Die Formel 1-Ingenieure laufen Sturm. Sie sollen die 2017er Autos konstruieren, wissen aber nicht, wie der Cockpitschutz aussieht und ob er überhaupt kommt. Die FIA will bis zum GP Monaco die Frage auflösen. Für den Heiligenschein bietet sie ein neues Konzept an.

15.05.2016 Michael Schmidt

Die Formel 1-Teams arbeiten bereits mit halber Kraft für 2017. Bald werden sie sich voll auf die zwei Meter breiten Autos konzentrieren. Die FIA hat das technische Reglement für 2017 schon auf ihrer Website (www.fia.com) veröffentlicht. Ein wichtiges Detail fehlt. Kommt der Cockpitschutz, und wenn ja in welcher Form?

Die Konstrukteure wollen vom Weltverband so schnell wie möglich eine Antwort. Die ursprüngliche Entscheidungsfrist vom Juli ist ihnen zu spät. FIA-Rennleiter Charlie Whiting will bei der nächsten Sitzung der technischen Arbeitsgruppe Antworten geben. Danach muss der Vorschlag aber noch durch die Formel 1-Kommission. Wenn er nicht einstimmig angenommen würde, müsste die FIA den Cockpitschutz unter Sicherheitsaspekten durchdrücken.

Canopy hat gravierende Aero-Konsequenzen

Beim Cockpitschutz stehen zwei Konzepte zur Auswahl. Der Heiligenschein (Halo) und der Canopy (Schutzscheibe). Während der Halo kaum Einfluss auf die Kühlung und die Aerodynamik nimmt, gibt es bei der von Red Bull gezeigten Canopy-Variante gravierende Beeinträchtigungen. "Fast der gesamte Luftstrom Richtung Airbox ist ausgeblendet. Er geht drüber hinweg. Dadurch bekommt der Motor weniger Luft, und der Heckflügel wird schlechter angeströmt. Wenn der Canopy kommt, müssen einige Teams die Kühlung komplett umbauen. Wer Kühlkanäle in der Airbox hat, kann die gleich in die Seitenkästen legen", prophezeit Force India-Technikchef Andy Green.

Für die Teams bedeutet die Ungewissheit zusätzliche Arbeit. "Wir testen unser 2017er Windkanalmodell ohne den Cockpitschutz. Die Auswirkungen von Halo und Canopy simulieren wir nur mit CFD", verrät Pat Symonds. Auch er hätte lieber heute als morgen Planungssicherheit. "Wir sind schon extrem spät dran mit einem Detail, das einen gravierenden Einfluss auf das Design des Autos haben wird." Green ergänzt: "Wir können das Chassis erst konstruieren, wenn wir wissen, wohin die Reise geht."

Neuer Halo ähnelt Mercedes-Urkonzept

Beim Halo bietet die FIA nun ein zweites Modell an. Der Rahmen soll nicht mehr aus Stahl, sondern Titan sein. Die Rohre sind nicht mehr rund wie bei der von Ferrari im Februar getesteten Version, sondern ähneln in ihrem Profil eher dem Ursprungskonzept von Mercedes. Das lässt den Rahmen eleganter aussehen. Die beiden seitlichen Bügel sind am Cockpitende nicht mehr fest mit dem Chassis verbunden, sondern über ein Kugelgelenk. Versuche haben ergeben, dass es besser ist, wenn der Käfig eine gewisse Flexibilität aufweist.

Die FIA will den neuen Heligenschein noch in diesem Monat in unterschiedlichen Unfallszenarien testen. Danach sollen die Vorteile der einzelnen Lösungen gegen mögliche unerwünschte Nebenwirkungen gestellt werden, um eine endgültige Entscheidung zu treffen. Ein Formel 1-Ingenieur zweifelt, ob der Cockpitschutz in allen Lebenslagen segensreich ist: "Er hilft nur, wenn ein Reifen das Auto trifft. Bei kleineren Objekten wie der Feder in Felipe Massas Fall oder dem Feuerlöscher bei Tom Pryce, besteht die Gefahr, dass Teile davon ins Cockpit abgelenkt werden."

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden