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FIA-Umfrage zu F1-Budgets

Was ist die ideale F1-Budgetgrenze?

F1-Feld 2009 Foto: Wolfgang Wilhelm 32 Bilder

Die FIA hat ihre Idee, die Formel 1-WM 2010 nach zwei Reglements auszuschreiben offenbar aufgeweicht. Nach und nach melden sich immer mehr Interessenten für einen Formel 1-Einstieg.

23.04.2009 Michael Schmidt

Ursprünglich wollte der Weltverband FIA die Teams vor die Wahl stellen: Entweder eine Budgetobergrenze von 33 Millionen Euro und volle technische Freiheit in Bezug auf Motoren und Aerodynamik oder unbegrenztes Budget, dafür Drehzahllimits und Standarddiffusoren.

Jetzt gingen bei den Teams Briefe aus Paris ein, sich über eine sinnvolle Obergrenze des Budgets Gedanken zu machen. FIA-Präsident Max Mosley will noch vor der nächsten Weltratsitzung am 29. April in Paris eine Antwort. Diese Überrumpelungstaktik weisen die Teams zurück. Die zehn Rennställe wollen erst bei der nächsten FOTA-Sitzung in der Woche vor dem GP Spanien darüber diskutieren. Das riecht nach Konflikt. Wenn Mosley am 29. April ein Machtwort spricht, könnte es Krieg mit er FOTA geben.

Langsame Budget-Reduzierung

"Eine Budgetgrenze muss in der Mitte dessen liegen, was die kleinen Teams nicht umbringt und für die großen ein erträglicher Wert ist", meint BMW-Teamchef Mario Theissen. Er ist grundsätzlich ein Verfechter einer fest vorgegebenen Grenze. Die von der FIA vorgeschlagenen 33 Millionen Euro hält Theissen jedoch für zu gering. "Das muss eine schleichende Anpassung über drei, vier Jahre an eine vernünftige Größe sein. Die großen Team können nicht von heute auf morgen Hunderte von Arbeitsplätzen abbauen."

Ferrari steht einer Budgetobergrenze skeptisch gegenüber. "Wir haben immer noch Zweifel, ob der Finanzfluss korrekt überprüfbar ist", sagt Teamchef Stefano Domenicali. Nichts sei schlimmer, als Jahre später festzustellen, dass einige Teams dieses Limit nicht eingehalten haben. Auch Domenicali warnt vor einem dramatischen Schrumpfprozess über Nacht. Viele große Teams hätten gar nicht die Strukturen, mit 33 Millionen Euro auszukommen.

Warnung vor Zweiklassengesellschaft

Ross Brawn hält die Einführung eines Budgetlimits für absolut notwendig. Der Chef des neuen Erfolgsteams lehnt aber eine zweigeteilte Weltmeisterschaft ab: "Kein Mensch würde verstehen, wenn das eine Team nach den Regeln, das andere nach anderen Regeln fährt. Wir erleben jetzt schon genug Verwirrung mit KERS und nicht KERS oder Doppeldiffusor und nicht Doppeldiffusor. Bei einer Zweiklassengesellschaft könnte die Formel 1 zerbrechen."

Toro Rosso-Teamchef Franz Tost unterstützt die FIA-Idee, warnt aber ebenfalls die Grenze zu niedrig anzusetzen. Er könnte mit 50 bis 60 Millionen Euro leben. "Wir können das Rad der Zeit nicht von heute auf morgen auf die 80er Jahre zurückdrehen. Die Arbeitsprozesse sind komplizierter und damit teurer geworden, die Materialien kosten ein Vermögen und der Materialdurchsatz ist höher." Natürlich könne man Karbon-Querlenker durch Aufhängungselemente aus Stahl ersetzen, "aber in kurzer Zeit wird es da Legierungen geben, die genauso teuer sind wie Karbon. Das Problem ist, dass jeder alles optimieren will."

Auch David Richards zeigt Interesse

Die FIA macht wie üblich hinter den Kulissen Politik für ihren Plan. Sie verspricht sich neue Teams von der Einführung einer Budgetobergrenze. Prompt haben diese Woche der englische Traditionsrennstall Lola und die Rennwagenschmiede von David Richards, Prodrive, erklärt, dass sie sich bei einer Obergrenze einen Formel 1-Einsatz vorstellen könnten. Möglicherweise wurden sie aus Paris zu diesen Statements ermutigt, denn es passt FIA-Präsident Max Mosley ins Konzept.

Eine Woche zuvor war bereits das GP2-Team von ART als möglicher neuer Formel 1-Kandidat ins Gerede gekommen. Teamchef Nicolas Todt bremst die Euphorie: "Die Formel 1 ist für uns interessant, aber ich will erst einmal stabile Regeln sehen. Solange ich nicht weiß, woran ich bin, ist das Risiko Formel 1 zu hoch."

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