Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

FIA-Untersuchung

Singapur-Sieg von Renault getürkt?

Foto: dpa 56 Bilder

Harte Zeiten für Renault: Die FIA untersucht die Umstände des Sieges von Fernando Alonso beim GP Singapur im letzten Jahr. Es gibt den dringenden Verdacht, dass Alonsos Teamkollege Nelson Piquet auf Anweisung crashen musste.

30.08.2009 Michael Schmidt

Fernando Alonso startete bei der Grand Prix-Premiere in Singapur von Platz 15. Am Ende wurde der Spanier als Sieger abgewinkt. Der Renault-Pilot hatte als erster seinen Tankstopp abgewickelt. Ungewöhnlich früh, wie damals die Zweifler meinten.

Zwei Runden später drehte sich Teamkollege Nelson Piquet in die Mauer. Das Wrack blockierte den Kurs, was den Einsatz eines Safety-Cars nötig machte. Damit war nach der letztjährigen Safety-Car-Regel die Boxengasse geschlossen. Wer wie Robert Kubica dennoch tankte, weil ihm sonst der Sprit ausgegangen wäre, bekam eine Durchfahrtsstrafe aufgebrummt. Alle anderen mussten mit dem Nachtanken warten.

Das ganze passierte just in einer Phase des Rennens, als die ersten Teilnehmer an ihren ersten Boxenstopp dachten. Das Ergebnis der Serie der ersten Tankstopps war, dass Alonso auf Platz drei vorstieß. Er hatte nur noch zwei Konkurrenten vor sich, die spät tanken wollten und um die er sich keine Sorgen machen musste.

Gab Piquet Jr. der FIA Tipps?

Schon kurz nach dem Rennen hatten die Zweifler den Verdacht, dass es da einige Zufälle zuviel gab. Jetzt hat die FIA einen Tipp bekommen, der diese Zweifel bestätigen soll. Man kann sich leicht ausrechnen, wer Renault anschwärzte. Es muss eine Person gewesen sein, die von der Sache wissen konnte. Und da gab es neben der Teamleitung nur einen: den Beteiligten selbst.

Flavio Briatore hat sich wahrscheinlich keinen Gefallen getan, seine Nummer zwei Nelson Piquet mitten in der Saison den Stuhl vor die Türe zu setzen. Er musste wissen, dass es mindestens einen Mitwisser gab, wenn es sich tatsächlich so abgespielt hat, wie inzwischen viele vermuten. Mit Nelson Piquet junior konnte Briatore nach Belieben umspringen. Mit dessen Vater steht er einem anderen Kaliber gegenüber.

Ärger über Briatore

Der dreifache Ex-Weltmeister glaubt, dass sein Sohn zu Unrecht entlassen wurde: "Man hätte Nelsinho bis zum Saisonende eine Chance geben sollen. Wenn er es dann nicht packt, dann muss man akzeptieren, dass sich das Team anders entscheidet. Wir aber hätten so eine bessere Chance gehabt, bei einem anderen Team unterzukommen. Es sieht immer schlecht aus, wenn du mitten in der Saison dein Cockpit verlierst." Piquet nimmt Briatore vor allem eines übel: Nelson junior gehört zu Briatores Fahrerpool. Trotz der Kündigung bei Renault wollte der Renault-Teamchef den von ihm geschassten Fahrer nicht aus seinem Fahrerkader entlassen. Und blockierte so indirekt dessen Zukunft.

Es wird nicht einfach werden, den Verdacht zu erhärten. Vor Gericht wird zunächst einmal Aussage gegen Aussage stehen. Der Kreis der Eingeweihten war informierten Kreisen zufolge denkbar klein. Nicht mehr als fünf Personen sollen von der Aktion gewusst haben. Funksprüche liegen vermutlich nicht vor, denn so ein Komplott müsste vor dem Rennen abgesprochen werden, um später keine Spuren zu hinterlassen.

Beweislage schwierig

Die Daten werden nicht eindeutig zeigen, dass der Unfall absichtlich inszeniert worden ist. Auch wenn beim Vergleich mit den Runden zuvor eine starke Abweichung vorliegt. Sollte Piquet den Renault wirklich mit Vorsatz in die Mauer gefahren haben, dann müsste er aus der 90 Grad Kurve heraus ungewöhnlich früh und hart beschleunigt haben, damit das Heck so herumschwenkt, dass es die Mauer mit Karacho trifft. Es durfte ja kein kleiner Unfall sein, bei dem das Auto schnell aus der Schusslinie gezogen werden konnte.

Für die FIA ist das Thema ein heißes Eisen. Wenn sich eine Absicht nachweisen ließe, wäre das für die Formel 1 ein Skandal. Dann müsste das Strafmaß dementsprechend hart ausfallen. Das könnte schlimmstenfalls zu einer Sperre für das Team führen. Oder wie im Fall McLaren und Ron Dennis zu einem Kuhhandel, dass die Teamleitung zurücktritt. Flavio Briatore steht bei FIA-Präsident Max Mosley zur Zeit nicht besonders hoch im Kurs. Der Renault-Teamchef war einer der Rädelsführer im Lager der FOTA, als es darum ging Mosley zu entmachten.

Umfrage
Glauben sie, dass der Alonso-Sieg in Singapur 2008 mit fairen Mitteln errungen wurde?
Ergebnis anzeigen
Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden