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Keine Proteste gegen Motoreinstellungen

FIA verkündet Ende des Auspuff-Streits

FIA - GP England - Silverstone - Do. 7. Juli 2011 Foto: Grüner 26 Bilder

Die FIA hat am Donnerstag (14.7.) offiziell einen Schlussstrich unter die Diskussionen um den angeblasenen Diffusor gesetzt. Gleichzeitig beantworteten die Regelhüter die wichtigsten Fragen zum Auspuffstreit.

14.07.2011
Das Thema kam kurz vor dem GP Spanien auf. Wurde es von der FIA initiiert oder ging es von einem Formel 1-Team aus?

FIA: Die Angelegenheit wurde von der FIA angestoßen, als die Dinge einige extrem beunruhigten und zuvor unbekannte Motoreinstellungen aufgetaucht sind. Wir waren besorgt, dass die Auspuffrohre und Motoreinstellungen mit dem vorrangigen Ziel entwickelt werden, die aerodynamisch Leistung des Autos zu verbessern. Zuvor war man davon ausgegangen, dass der aerodynamische Nutzen eher beiläufig zum eigentlichen Zweck des Motors und des Auspuffs aufgetreten sind.

Warum haben Sie sich entschieden zu handeln?

FIA: Wir haben nicht nur deshalb gehandelt, weil diese extremen Einstellungen wohl illegal sind, sondern auch, weil es zu erheblichen Entwicklungskosten für die Teams geführt hätte, wenn es ohne Kontrolle geblieben wäre.

Ist das Anblasen des Diffusors beim Gaswegnehmen nach dem technischen Reglement von 2011 illegal?

FIA: Wir betrachten es als fragwürdig. Der Schlüssel dabei ist, ob wir glauben, dass bestimmte Motoreinstellungen zu anderen Zwecken als der Erzeugung von Drehmoment entwickelt wurden.

Ist dies eine unvorhergesehene Nebenwirkung des Verbot des F-Schachts?

FIA: Nein, diese zwei Dinge stehen nicht in Zusammenhang.

Warum war es nicht möglich, einfach Höchstgrenzen für das heiße und kalte Anblasen einzuführen und für alle Autos gleich anzusetzen?

FIA: Genau das haben wir ja versucht, als wir die Teams am 12. Mai erstmals angesprochen haben. Es wurde aber schnell deutlich, dass die ganze Angelegenheit komplizierter war als ursprünglich gedacht. Das Hauptproblem lag darin, sicher zu stellen, dass die Teams nicht von bestehenden und erlaubten Strategien abgehalten werden und man gleichzeitig extreme Motoreinstellungen verhindert. Deshalb haben wir die Einführung der Maßnahmen auch auf den GP England nach hinten verschoben. Außerdem mussten einige mechanische Faktoren einbezogen werden, wie zum Beispiel die Art des Gasaustauschs im Motor über Drosselklappen oder Walzenschieber.

Wie sahen die Maßnahmen für den GP Europa in Valencia aus?

FIA: Bei der Untersuchung der Motoreinstellungen von verschiedenen Teams wurde klar, dass für kurze Zeiträume im Qualifying extreme Lösungen verwendet wurden und man dann zu haltbareren Lösungen für das Rennen gewechselt ist. Das verstieß sicher gegen den Geist der Parc Fermé-Regeln. Noch wichtiger: Das betreffende Reglement erlaubt gar keine Änderungen am Auto, während es unter Parc Fermé-Bedingungen steht. Die elektronischen Steuereinheiten sind zwar frei zugängig, aber es dürfen keine Änderungen am Setup des Autos vorgenommen werden. Wir haben die Teams deshalb am 14. Juni informiert, dass die neuen Maßnahmen ab Valencia greifen. Die Autos sind dabei ohne größere Schwierigkeiten gelaufen.

Warum wurde die Sache dann am Wochenende des GP Englands noch einmal diskutiert und warum haben sich die Angaben von Freitag auf Samstag noch einmal geändert?

FIA: Die Angelegenheit wurde immer noch diskutiert, weil sich ein Hersteller (Renault) geweigert hat, mit den auferlegten Einstellungen zu fahren und weiter versucht hat uns zu überzeugen, dass sie alternative Einstellungen benötigen, um zuverlässig zu bleiben. Im letzten Moment wurden uns zusätzliche Informationen vorgelegt, die nach unserem Gefühl nur schwer abzulehnen waren, da wir zuvor schon kleinere Zugeständnisse an einen anderen Hersteller (Mercedes) gemacht hatten. Weitere Diskussionen am Freitagabend und am Samstagmorgen haben aber zur der Erkenntnis geführt, dass wir dabei zu weit nachgegeben haben. Aus Fairness zu den anderen Herstellern, die ihre Autos unserer Meinung nach korrekt vorgestellt hatten, entschieden wir uns schließlich, zu den Spezifikationen vom 20. Juni zurückkehren. An diese haben sich alle Teams am Samstag und Sonntag in Silverstone gehalten.

Aus welchem Grund wurden gleich zwei Treffen der Technischen Arbeitsgruppe in Silverstone abgehalten?

FIA: Nach den Geschehnissen am Freitag hatte der FIA Präsiden (Jean Todt) das Gefühl, dass eine offene Diskussion bei dem Versuch nützlich sein könnte, eine Einigung zu erreichen. Nach diesen beiden Meetings haben die Teams einstimmiges ein Abkommen verabschiedet, wonach zu den Motoreinstellungsregeln von Valencia zurückzukehrt wird. Das heißt, die Einstellungen sind frei, aber es sind keine Änderungen zwischen Qualifying und Rennen erlaubt. Das war unserem Gefühl nach die vernünftigste Lösung einer sehr komplizierten Angelegenheit, weil eine alternative Lösung des Problems, die allen Motorherstellern gegenüber fair ist, immer unwahrscheinlicher wurde.

Wäre es zum Protest gekommen, wenn die FIA nicht gehandelt hätte?

FIA: Da sich alle Teams einig sind, gab es keinen Grund dafür.

Wurde die Angelegenheit nun geklärt?

FIA: Ja, alle Autos werden bis zum Ende der Saison nach den Valencia-Regeln fahren.

Sind Proteste noch wahrscheinlich, da die Sache nun geschlichtet erscheint?

FIA: Wir sind optimistisch, dass es in dieser Saison keine Proteste mehr zu irgendwelchen Motoreinstellungen und Auspuff-Endrohr-Angelegenheiten gibt. Zu dem Hauptabkommen, das in der Technischen Arbeitsgruppe beschlossen wurde, hat man sich zusätzlich noch darauf geeinigt, dass in dieser Saison kein Team mehr gegen ein anderes protestieren wird.

Was passiert in der Saison 2012 und danach?

FIA: Die Teams haben sich auf enge Richtlinien zur Position des Endrohrs geeinigt. Im Resultat nicht mehr in der Nähe des Diffusors liegen sondern viel weiter oben aus der Karosserie austreten. Der aerodynamische Nutzen der Auspuffgase wird so auf ein Minimum reduziert. Die Motoreinstellungen bleiben deshalb unbeschränkt.

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