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FIA vs. Motorenhersteller

Widerstand gegen den Vierzylinder-Motor

Formula 1 Grand Prix, England, Thursday Foto: xpb 41 Bilder

FIA-Präsdent Jean Todt will an den Vierzylinder-Turbomotoren für 2013 festhalten. Obwohl Cosworth, Ferrari und Mercedes Bedenken angemeldet haben. Die FIA bietet den Motorenlieferanten eine Übergangslösung mit Acht- und Vierzylindermotoren an. Das findet aber bei den Beteiligten wenig Beifall.

22.05.2011 Michael Schmidt

Am 3. Juni tagt in Barcelona der FIA-Weltrat. Dann kommt ein Thema auf den Tisch, über das das höchste FIA-Gremium schon im Dezember 2010 entschieden hat. Damals wurde festgelegt, dass die Formel 1 ab 2013 mit Vierzylinder-Reihenmotoren, 1,6 Litern Hubraum, Turbolader, Direkteinspritzung und KERS fährt.

FIA-Präsident Jean Todt steht auf dem Standpunkt: "Alle Hersteller haben damals für die neue Motorenformel gestimmt." Bernie Ecclestone hält dagegen: "Die meisten Hersteller sind zu dem Schluss gekommen, dass eine Entscheidung, die damals richtig schien, aus heutiger Sicht falsch ist."

Am Samstag (21.5.) trafen sich Vertreter von Mercedes, Ferrari, Renault, Cosworth und dem Neubewerber Pure zu einem Gespräch mit Jean Todt im Fahrerlager von Barcelona. Der FIA-Präsident machte den Herstellervertretern klar, dass er an der neuen Motorenformel für 2013 festhalten wolle. Cosworth gestand, dass man nicht in der Lage ist, Vierzylinder-Motoren zu einem konkurrenzfähigen Preis anzubieten.

Vierzylinder für Cosworth zu teuer

Geschäftsführer Mark Gallagher hatte schon am Tag zuvor im Rahmen einer Pressekonferenz erklärt: "Der Aspekt der uns ernste Sorgen macht ist, dass keiner unserer Kunden Interesse daran hat, für die Motoren mehr Geld auszugeben. So wie die Regeln im Augenblick formuliert sind, lassen sie aber die Möglichkeit offen, viel Geld in die Entwicklung zu stecken. Für uns ist die Formel 1 ein Geschäft. Um langfristig in der Formel 1 zu bleiben, brauchen wir auch langfristig Kunden, die sich das leisten können." Was Gallagher umständlich formulierte, heißt mit anderen Worten: Die Entwicklung eines Vierzylinder-Turbos ist derzeit nicht refinanzierbar.

Ferrari war aus Prinzip nie ein Freund des Vierzylinder-Motors. Die Schmalspur-Triebwerke passen nicht zum Image der Königsklasse, kritisiert Maranello. Mercedes hat der neuen Motorenformel nur unter der Voraussetzung zugestimmt, dass man über einen Zeitraum von fünf Jahren die Kosten um 30 Prozent reduziert. Würde Cosworth aussteigen, müsste Mercedes mehr Teams beliefern. "Das ist zu vernünftigen Kosten nicht darstellbar", sagt Sportchef Norbert Haug.

Übergangslösung mit Acht- und Vierzylinder?

Um Cosworth eine Brücke zu bauen, schlug Todt eine Übergangslösung vor. Man könne eine Zeitlang mit V8-Motoren weiterfahren. Eine Handikap-Formel müsse allerdings sicherstellen, dass der Vierzylinder-Turbo das konkurrenzfähigere Paket sei. "Dann hat Cosworth gar keine Kunden mehr. Wer kauft sich freiwillig einen schlechteren Motor?", spottete ein Teamchef.

Bei dem Treffen mit Todt gingen die Hersteller einer direkten Konfrontation mit Todt aus dem Weg. Mit Ausnahme von Cosworth bezog keiner klar Stellung. Der Rest drückte sich um die Wahrheit herum. Man will es sich mit dem Weltverband nicht verscherzen. Damit kann eine Entscheidung über die Zukunft der Motoren erst bei der nächsten Weltratsitzung fallen.

Ecclestone auf Seite der Hersteller

Es sickerte durch, dass die Vorstandsetagen von Cosworth, Ferrari und Mercedes der FIA vorab schriftlich mitteilen werden, dass die Vierzylinder-Formel zum Einstiegsdatum 2013 mit ihnen nicht zu machen sei.

Bernie Ecclestone schlägt einen Kompromiss vor: "Jean kann alle seine Ziele auch mit dem aktuellen V8-Motor darstellen. Er kann ihn mit KERS ausrüsten, und er kann die Benzinmenge begrenzen. Wir sollten die Einführung der Vierzylinder-Motoren um zwei Jahre verschieben. Warum sagt die FIA nicht einfach: Soviel Benzin gibt es für einen Grand Prix. Jetzt schaut dass ihr damit über die Runden kommt."

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