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FIA-Wahlkampf

Zoff zwischen Mosley und Vatanen

Ari Vatanen Foto: dpa 72 Bilder

Update ++ Nachdem die FIA einen Briefwechsel zwischen Ari Vatanen und Max Mosley veröffentlichte, hat der finnische Präsidentschaftskandidat die Justiz um Hilfe gebeten. Er beklagt die mangelnde Neutralität im Wahlkampf und hofft auf Maßnahmen durch die Richter.

16.10.2009 Tobias Grüner

Eine Woche vor der Wahl des neuen FIA-Präsidenten hat der Automobilweltverband die beiden Kandidaten zu einem ehrlichen und fairen Wahlkampf aufgerufen. Dabei veröffentlichte die FIA zwei brisante Briefe zwischen Max Mosley und Ari Vatanen und erreichte damit vermutlich genau das Gegenteil. Der Wahlkampf spitzt sich immer weiter zu.

"Die FIA ruft alle Kandidaten dazu auf, einen negativen Wahlkampf und nachteilige Berichte an die Medien zu vermeiden", erklärte der Weltverband in einem Statement. In den letzten Tagen hatte der Wahlkampf zwischen den beiden Kandidaten Jean Todt und Ari Vatanen an Fahrt aufgenommen. In einem Wechsel von Statements warfen sich beide Lager gegenseitig unfaire Mittel vor. Auch die von der FIA veröffentlichten Briefe zwischen Vatanen und Mosley enthalten detaillierte Anschuldigungen.

Vatanen beklagt unfaire Unterstützung

Vatanen beklagt gegenüber Mosley, dass der Wahlkampf von der Seite der FIA nicht neutral begleitet wird. Dabei beruft sich der ehemalige Rallye-Weltmeister auf das französische Recht, das bei gemeinnützigen Organisationen Neutralität und Chancengleichheit vorsieht. Die FIA dürfe nach Ansicht Vatanens nicht für einen Kandidaten Position beziehen und die Wahl beeinflussen. Dabei wirft der Herausforderer der FIA, deren Angestellten und Organisationen offen vor, dass das Neutralitätsprinzip in der Vergangenheit "ständig missachtet" zu haben.

Der Finne griff Mosley sogar persönlich an. Er sei der Erste gewesen, der die Neutralität verletzt habe, indem er gegenüber Medien seine Unterstützung für Todt erklärte. Weitere Vorwürfe Vatanens beinhalten, dass von der FIA bezahlte Funktionäre mehr oder weniger öffentlich Wahlkampf für seinen französischen Konkurrenten betreiben. Er forderte Mosley auf, diesem Treiben ein Ende zu setzen. Als Warnung an den Weltverband drohte Vatanen mit der Möglichkeit, das Ergebnis gerichtlich anzufechten.

Vatanen bemüht Pariser Zivilgericht

Nachdem die FIA den Brief am Freitag veröffentlicht hatte, entschied sich Vatanen aber anscheinend, die Justiz schon vorher einzuschalten. Er reichte beim hohen Zivilgericht in Paris einen Antrag ein, in dem er die Richter bittet, Maßnahmen für die Präsidentschaftswahl einzuleiten.

Die FIA reagierte mit einer empörten Stellungnahme auf den Vorstoß Vatanens. Laut Weltverband enthalte das vorhandene System bereits mehr Schutzmaßnahmen, als der Finne vom Gericht verlangt. Die FIA könne sich das Verhalten deshalb nicht erklären. Allerdings wird in dem Statement gemutmaßt, dass Vatanen nur negative Publicity erzeugen will, in dem er Zweifel über die Ehrlichkeit des Weltverbands verbreite.

Max Mosley verlangt Beweise

In seinem Antwortschreiben hatte sich zuvor auch Max Mosley persönlich zu den Vorwürfen geäußert. Der scheidende Präsident zeigte sich überrascht, da Vatanen ihn selbst bei einem Treffen im Juli vergeblich um Unterstützung gebeten habe. Außerdem sei es seiner Meinung nach mit dem Recht vereinbar, dass er seine persönliche Meinung über seine Nachfolger abgibt. Mosley warf dem Finnen vor, selbst falsche Anschuldigungen über die FIA und Gegenkandidat Todt aufgestellt zu haben. Er sehe kein Fehlverhalten des Weltverbands und forderte Vatanen auf, handfeste Beweise vorzulegen, um eine Untersuchung einzuleiten.

Auch um den brisanten Brief von Mosley an Prince Faisal al Hussein (Jordanien) gibt es weiter Streit. Vatanen fühlte sich mit der Aussage verleumdet, dass Mosley ihm eine "haushohe Niederlage" prophezeit. Mosley bat den Finnen nun darum, zu präzisieren, warum er sich dadurch verleumdet fühle.

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