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Streitthema Auspuff

FIA will Auspuff-Regeln für 2013 nachbessern

Ferrari F2012 Technik Video Piola Australien Foto: Piola 33 Bilder

Eigentlich sollten die Auspuffgase 2012 nicht mehr als Abtriebsspender missbraucht werden. Doch die Formel 1-Teams haben trotz des verschärften Reglements Wege gefunden, die heiße Luft aerodynamisch zu nutzen. Die FIA kündigte nun an, für 2013 noch einmal nachzubessern.

05.04.2012 Tobias Grüner

Bei allen Diskussionen um den Mercedes DRS-F-Schacht ist das Thema Auspuff zuletzt fast ein wenig in den Hintergrund getreten. Es ist aber nur noch eine Frage der Zeit, bis es auch in diesem Bereich wieder zum Streit unter den Teams kommt. Bisher haben die Regelhüter von der FIA alle Lösungen abgenickt. Das Reglement scheint noch längst nicht ausgereizt. Die Endrohr-Varianten werden in Zukunft wohl noch extremer werden.

"Wir wissen alle, dass unsere neuen Regeln nicht 100 Prozent effektiv sind", gibt Rennleiter Charlie Whiting im offiziellen FIA-Magazin "Inmotion" zu. "Das ist ein klassischer Fall davon, dass man einmal erfundene Dinge nicht einfach wieder vergessen kann. Die Ingenieure wissen, dass man aus diesem Bereich Nutzen ziehen kann und dass es sich immer noch lohnt, hier zu entwickeln."

Formel 1-Teams mit cleveren Auspuff-Lösungen

Die extremste Auspufflösung hat aktuell McLaren zu bieten. Obwohl die Endrohre mit einer Neigung von mindestens zehn Prozent nach oben zeigen müssen, haben es die cleveren Köpfe aus Woking geschafft, die Abgase in den unteren Teil des Hecks zu dirigieren. Mit einem kleinen Schacht wird die Strömung genau dorthin geleitet, wo man sie die Ingenieure hinhaben wollen - nämlich nach außen auf die kleinen Flügelchen an der Bremsbelüftung.

Red Bull und Sauber sind einen etwas anderen Weg gegangen, um die heiße Luft nach unten zu drücken. Die Seitenkästen sind so geschickt geformt, dass der Abgasstrahl durch die Umgebungsströmung abwärts gelenkt wird. Durch ein physikalisches Prinzip, den so genannte Coanda-Effekt, bleiben die heißen Gase danach praktisch an der Verkleidung kleben und "fließen" direkt auf das untere Heckflügelelement, wo sie Abtrieb produzieren.

450 Liter Luft pro Sekunde schießen bei Vollgas mit 850 km/h aus den Endrohren. "Auf dieses Geschenk kannst du nicht verzichten", erklärt Mercedes-Ingenieur Aldo Costa. Alle Teams, die zum Saisonauftakt noch keine effiziente Lösung am Auto hatten, werden wohl spätestens zu den Testfahrten in Mugello vor dem Europa-Auftakt in Barcelona nachgerüstet haben. Force India hat bereits ein entsprechendes Paket angekündigt. Über Ferrari gibt es in Italien Gerüchte, dass man die Sauber-Lösung nachbauen will.

FIA will Auspuff-Reglement weiter verschärfen

Obwohl der Auspuff-Paragraf im technischen Reglement von einem Absatz auf eine ganze Seite angewachsen ist, muss die FIA dem Treiben der Teams machtlos zuschauen. Von der Grundannahme, dass die Abgase gar nicht mehr als aerodynamisches Hilfsmittel missbraucht werden dürfen, ist man schon längst abgerückt.

"Wir haben keine Ahnung, wie groß der aerodynamische Nutzen der einzelnen Lösungen ist", gibt Whiting zu. "Es interessiert uns auch nicht. Solange alle Varianten mit den Regeln im Einklang sind. Wir können deshalb auch nicht sagen: 'Das ist zu viel, oder das ist okay.' Mit dem neuen Reglement wollten wir solche Diskussionen verhindern. Bisher war alles, was wir gesehen haben, legal."

Nach Schätzung von Whiting haben die Teams bereits 20 Prozent von dem zurückgeholt, was sie im Vorjahr durch die Nutzung des Auspuffgase gewonnen hatten. Die FIA-Experten wissen, dass es dabei nicht bleiben wird. Abhilfe schaffen nur verschärfte Regeln. "Ich vermute, dass wir da 2013 noch einmal nachbessern müssen", kündigte Whiting schon jetzt an. Die FIA will sich im Kampf gegen die Ingenieure also nicht so einfach geschlagen geben.

In unserer Fotogalerie haben wir noch einmal die verschiedenen Auspuff-Versionen der Teams im Überblick.

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