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Flavio Briatore

"Ich wollte das Team retten"

Foto: Daniel Reinhard 34 Bilder

Im Renault-Skandal hofft Flavio Briatore nach seinem Rücktritt als Teamchef auf eine Zukunft für den Formel-1-Rennstall. "Ich versuche damit, das Team zu retten. Das ist meine Pflicht. Deshalb habe ich aufgehört", erklärte er dem englischen "Mirror".

17.09.2009 Tobias Grüner

Nach Spionage- und Lügenaffäre bei McLaren und dem Streit um Budgetgrenzen und Piratenserien gibt der Skandal von Singapur den Formel 1-Kritikern erneut jede Menge Argumente an die Hand. Niki Lauda spricht vom größten Schaden in der F1-Geschichte. Flavio Briatore hat viel verbrannte Erde hinterlassen. Renault bestreitet die Vorwürfe der FIA nicht mehr. Mit dem Befehl an Nelson Piquet, seinen Renault absichtlich in die Mauer zu fahren, hat die Teamspitze die konkurrierenden Teams, die Fans und am Ende auch seinen Arbeitgeber reingelegt.

Renault beschuldigt Briatore

Renault-Vizechef Patrick Peleta hat Formel-1-Teamchef Flavio Briatore und Chefingenieur Pat Symonds nach ihrem Rücktritt die Schuld für den Betrugsskandal gegeben. "Wir wollen nicht, dass sich ein Fehler von zwei Leuten auf die ganze Firma und das gesamte Formel-1-Team auswirkt", sagte Peleta am Donnerstag französischen Medien.

Renault drohen in der Affäre um einen inszenierten Unfall beim Singapur-Rennen 2008 harte Strafen. Briatore habe gemeint, er sei "moralisch verantwortlich und ist deshalb zurückgetreten", erklärte Peleta. Über einen möglichen Formel-1-Ausstieg werde der Autobauer "in Ruhe" diskutieren.

Chance auf Gnade bei der FIA

Dass Briatore nun so schnell die Bühne verlässt, war nach dem großen Gegenangriff am Rande des Monza Grand Prix nicht zu erwarten. Vor wenigen Tagen kündigte der Italiener noch eine Klage gegen den Piquet-Clan wegen versuchter Erpressung, Verleumdung und Falschaussage an. Doch der Druck von Renault wurde am Ende wohl zu groß. Nur ohne Briatore hat der Rennstall eine Chance, in der FIA-Verhandlung am Montag (21.9.) einigermaßen glimpflich davonzukommen.

Neben Briatore gehört sicher auch Chefingenieur Pat Symonds zu den großen Verlierern. Das Formel 1-Urgestein ließ sich nach den Aussagen von Piquet vor einem Jahr zu der Dummheit hinreißen. Er soll dem Piloten erklärt haben, wie er seinen Renault im Leitplankendschungel von Singapur so perfekt zerstört, dass die Rennleitung das Safety-Car auf die Strecke schickt. Dass Symonds die Vorfälle nie bestritt, sondern die Aussage in den FIA-Verhören verweigerte, könnte seine Strafe mildern.

Briatore auf der Abschussliste

Wenn der Chefingenieur wie erwartet bei der offiziellen Anhörung die ganze Wahrheit erzählt, kann er wohl schon nächste Saison bei einem neuen Team anheuern. Der FIA ging es vor allem um die Person Briatore. Als Rädelsführer in der Teamvereinigung FOTA hatte er sich vehement für die Gründung einer Piratenserie eingesetzt. Nach dem Rücktritt von Ron Dennis zu Saisonbeginn ist Max Mosley kurz vor dem Ende seiner Amtszeit nun noch einen weiteren unliebsamen Weggefährten losgeworden.

Ein weiterer Verlierer ist Nelson Piquet. Trotz des Drucks der Teamleitung hätte der Brasilianer der Aufforderung zum absichtlichen Crash widerstehen müssen. Dass er sich am Ende der FIA anvertraut und den Stein damit ins Rollen gebracht hat, ehrt den jungen Piloten. Die Motive sind vielleicht nicht ganz so ehrenhaft. Wollte Nelsinho nur seine eigene Schuld beichten oder steckten doch Rachegedanken für seinen Rauswurf hinter der Anschwärzung?

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