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Force India 2017 mit Esteban Ocon

"Bei uns zählt nur Leistung"

Esteban Ocon - Force India - Formel 1-Test - Barcelona - 13. Mai 2015 Foto: xpb 14 Bilder

Force India hatte die Wahl. Talent oder Geld. Wie immer hat sich Teambesitzer Vijay Mallya für das Talent entschieden. Der neue Teamkollege von Sergio Perez und der Nachfolger von Nico Hülkenberg wird der Franzose Esteban Ocon.

10.11.2016 Michael Schmidt 2 Kommentare

Anfangs war es ein Dreikampf um das zweite Cockpit bei Force India. Esteban Ocon gegen Felipe Nasr und Jolyon Palmer. Man könnte auch sagen: Talent gegen zwei gute Formel 1-Piloten mit Geld. Nasr und Palmer hätten eine zweistellige Millionensumme in die Ehe mit eingebracht. Bei Ocon gibt es nur einen Rabatt für die Mercedes-Motoren. Im Bereich von 3 Millionen Euro.

Force India blieb sich treu. „Seit es dieses Team gibt, haben wir immer den besten verfügbaren Fahrer auf dem Markt genommen und nie den Fahrer mit dem meisten Geld. Bei uns zählt nur die Leistung“, erklärt Teammanager Andy Stevenson die Wahl. „Mit dieser Strategie sind sie immer gut gefahren“, sagt der scheidende Force India-Pilot Nico Hülkenberg.

Teambesitzer Vijay Mallya bestätigt: „Wir haben Esteban seit Jahren auf unserem Radar. Letztes Jahr hat er für uns getestet. Seine Leistung bei diesem Test hat uns darin bestätigt, ihm das Cockpit neben Sergio zu geben. Bei Force India ist es Tradition, in junge und talentierte Fahrer zu investieren.“

GPS-Daten überzeugen Force India

Das ist aber noch lange nicht alles. Force India hat bei Ocon nicht nur auf die Ergebnisse geschaut. Die Scouts haben Ocons Einsätze bei Manor bis ins Detail seziert. „Wir haben seine GPS-Daten mit denen von Wehrlein verglichen und wussten deshalb sehr gut über das wahre Bild Bescheid“, erzählt einer bei Force India.

Dabei wurde mit eingerechnet, dass der lange Ocon nicht bequem in dem Manor sitzt. Das wird bei Force India nicht passieren. Das 2017er Chassis wurde für den genauso langen Nico Hülkenberg konzipiert.

Force India hat auch recherchiert, warum Ocon in den letzten beiden Qualifikationen wieder hinter Pascal Wehrlein gelandet ist. In Austin war Manor schuld. Das Team hat Ocon zu spät auf den letzten Qualifikationsversuch geschickt. Dadurch musste Ocon die Reifen zu hart anfahren, um noch vor der Zielflagge über die Ziellinie zu kommen. In Mexiko fuhr Ocon mit einem Frontflügel älteren Datums. Der Neue hatte einen Riss, und Manor hatte nur zwei Exemplare im Gepäck.

Wolff lobt: „Talent kommt vor Geld“

Der letzte Baustein im Fahrer-Puzzle war ein Test von Ocon im Simulator. Danach stand für Force India fest, dass der 20-jährige Franzose Nachfolger von Hülkenberg wird. Ocon freut sich auf die Chance: „Ich bin begeistert. Was für eine Chance. Ich kenne Force India von meinem Test letztes Jahr. Dank Manor und Mercedes konnte ich eine halbe Saison lang Erfahrung in der Formel 1 sammeln. Ich fühle mich bereit.“

„Die nächsten Monate werde ich viele Tage in der Fabrik verbringen, im Simulator arbeiten und die Ingenieure kennenlernen. Auf diese Chance habe ich mein ganzes Leben hingearbeitet, und ich werde sie mit beiden Händen greifen.“

Der künftige Force India-Pilot bleibt weiter im Mercedes-Pool. Mercedes-Motorsport-Chef Toto Wolff lobt: „Esteban hat eine beeindruckende Liste von Erfolgen aufzuweisen, und er ist auch eine außergewöhnliche Persönlichkeit außerhalb des Autos. Force India weiß, wie man mit jungen Fahrern arbeitet und hat erneut den Mut und die Vision gezeigt, ein Talent an Bord zu nehmen. Es ist ein positives Zeichen für die Formel 1, dass Talent mehr zählt als Geld.“

Neuester Kommentar

Das muss ein überragender Frontflügel erklären, wenn der Wehrlein im Qualifying mehr als eine halbe Sekunde gebracht haben soll...

BVBene 10. November 2016, 14:14 Uhr
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