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Force India im Aufwind

Das beste Team der Formel 1

Force India - GP Belgien 2016 Foto: xpb 33 Bilder

Am Anfang war es nur ein fernes Ziel. Doch jetzt hat es Force India geschafft. Seit dem GP Belgien rangiert der Rennstall aus Silverstone auf Platz 4 in der Konstrukteurs-Wertung. Und ist nur noch 52 Punkte vom eigenen Punkte-Rekord entfernt. Kein Team macht aus so wenig Geld so viel.

30.08.2016 Michael Schmidt

Seit 2008 fährt Force India in der Formel 1. Genau genommen ist es das Erbe von Jordan, Midland und Spyker. Das neunte Jahr könnte das beste werden für einen Rennstall, der sich ständig gesteigert hat. Von Platz 10 in der Saison 2008 auf vielleicht Rang 4 am Ende dieser Saison. Was zu Saisonbeginn noch wie ein ferner Traum aussah, ist seit dem GP Belgien ein realistisches Ziel.

Nico Hülkenberg und Sergio Perez haben in Spa mit den Plätzen 4 und 5 insgesamt 22 Punkte gesammelt und sind damit an Williams vorbeigezogen. Hülkenberg erwartet für die restlichen 8 Rennen ein Kopf-an Kopf-Rennen der beiden Mercedes-Kunden: „Es wird Strecken geben, die Williams mehr liegen und welche, auf denen wir besser sind.“ Da beide Teams bereits voll auf 2017 hin entwickeln, werden sich der FW38 und der VJM09 nur noch in Details verändern.

Williams zu sehr auf Force India fixiert

Williams-Fahrer Valtteri Bottas schätzt das Duell so ein: „Wir haben das bessere Auto, Force India das bessere Reifenmanagement.“ Und damit auch die bessere Strategie. Nur wer seine Reifen gut einschätzen kann, macht auch am Kommandostand wenig Fehler. Die Psychologie spricht dabei eindeutig für Force India. Der zweimalige WM-Dritte Williams kann eigentlich nur verlieren. Für Force India wäre schon der fünfte WM-Platz ein voller Erfolg.

Force India-Teammanager Andy Stevenson glaubt: „Williams ist zu sehr auf uns fixiert und versucht uns mit riskanten Strategien zu schlagen.“ In Hockenheim probierte Williams eine Zweistopp-Strategie und fiel damit auf die Nase. In Spa holte man Valtteri Bottas erst in der zweiten Safety-Car-Runde an die Box. Weil man glaubte, das Rennen würde nach dem Magnussen-Crash abgebrochen. Wurde es auch. Aber erst 3 Runden später. Der Risiko-Plan kostete 8 Positionen.

Force India machte das Logische und lotste beide Fahrer sofort an die Box, um die ungeliebten Supersoft-Reifen loszuwerden. „Das hat Hülk einen Platz und Checo 2 Positionen gekostet, war aber sicherer als zu pokern, in der Hoffnung, dass die rote Flagge kommt“, meinte Sportdirektor Otmar Szafnauer im Rückblick. Perez erreichte am Ende als Fünfter das bestmögliche Resultat. „Nico wäre ohne die rote Flagge vielleicht Dritter geworden. Am meisten hat Hamilton von dem Abbruch profitiert.“

103 Punkte mit 85 Millionen Euro

Für Force India kann sich der vierte Platz auszahlen. Man rechnet mit einem Plus von 5 Millionen Dollar aus Bernie Ecclestones Kasse. Es wäre auch das beste Resultat der Firmengeschichte. In den ersten 8 Jahren belegte das Team von Vijay Mallya die Plätze 10, 9, 7, 6, 7, 6, 6 und 5. Am Punktestand muss Force India noch arbeiten. Der Rekord steht auf 155 aus der Saison 2014.

Stellt man Aufwand und Ertrag gegenüber, ist Force India das beste Team der Formel 1. In Silverstone arbeiten aktuell 390 Angestellte. Eine verschworene Gemeinschaft, die gelernt hat, effizient zu wirtschaften. Und die eisern zusammenbleibt.

Teamchef Bob Fernley, Sportdirektor Otmar Szafnauer, Teammanager Andy Stevenson, Technikdirektor Andy Green, die Chefdesigner Akio Haga und Ian Hall, Aerodynamikchef Simon Phillips, Einsatzleiter Tom McCullough und Reifenexperte Jun Matsuzaki sind schon seit einer gefühlten Ewigkeit an Bord.

Das Budget soll in diesem Jahr rund 85 Millionen Euro betragen. Für 2014 meldete das britische Handelsregister (Companies House) in London 59,9 Millionen Pfund, was nach dem damaligen Kurs 74,9 Millionen Euro entsprach. Für die Saison 2015 gab Force India 64,2 Millionen Pfund oder nach der damals aktuellen Umrechnungstabelle 82,2 Millionen Euro als Budget an.

Die Top-Teams beschäftigen jenseits von 800 Mitarbeiter in der Chassis-Abteilung und geben 300 Millionen Euro für eine Saison aus. So gesehen sind die 103 WM-Punkte von Force India die billigsten im ganzen Feld.

Sergio Perez und Nico Hülkenberg sollten sich lieber keine Gedanken darüber machen, ob sie bei einem anderen Team landen können. So lange bei Mercedes, Ferrari oder Red Bull kein Platz frei wird, sind sie bei Force India bestens aufgehoben.

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