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Force India-Entwicklung 2015

4 Millionen extra für Aero-Programm

Force India VJM07 - 2014 Foto: Force India 33 Bilder

Das neue Aero-Paket von Force India ist noch nicht eingeschlagen. Aber es weist den Weg in die Zukunft. Force India folgt vom Konzept her Red Bull. Dazu muss das Team im nächsten Jahr den Windkanal wechseln. Für Vijay Mallya bedeutet das eine Extra-Investition von vier Millionen Euro.

26.09.2014 Michael Schmidt

Technikchef Andy Green und Nico Hülkenberg baten um Zeit. Es wäre verfrüht, das neue Aerodynamik-Paket, das in Singapur debütierte, zu verurteilen. Erstens hat Force India damit einen völlig neuen Weg eingeschlagen, der eine Lernphase bedingt. Zweitens ist das Stop-and-Go in Singapur nicht unbedingt der ideale Platz, um den erhofften Fortschritt zu erkennen. "Die Upgrades sind noch nicht so richtig spürbar", erzählte Hülkenberg.

Force India hat sich von seiner alten Aerodynamik-Philosophie verabschiedet. "Wir gehen jetzt den Red Bull-Weg", erklärt Green. Dafür modifizierten die Ingenieure den Frontflügel und rüsteten das Heck mit einem neuen Diffusor und neuen Bremsbelüftungen aus. Die Bremsschächte produzieren Luftwirbel, die den Diffusor abdichten sollen, übernehmen also die Aufgabe des Auspuffs.

Die Anleihen, die man bei Red Bull nahm, sind deutlich sichtbar. Green bittet um Geduld: "Wir brauchen Zeit für das Feintuning." Irgendwann soll der Force India mal so angestellt werden wie sein Vorbild. Dafür sind Nacharbeiten notwendig. In Austin folgt ein letztes, kleineres Facelift.

Gesucht ist stabiler Abtrieb

Das Aerodynamikpaket soll nicht nur mehr Abtrieb bringen. Viel wichtiger ist, dass der Anpressdruck stabil bleiben muss. Green: "Ziel ist eine gleichbleibende Balance von Kurveneingang bis zum Kurvenausgang." Bislang fühlte sich der Force India in den Kurven so an: Instabil beim Einlenken, Untersteuern am Scheitelpunkt, Übersteuern beim Tritt aufs Gaspedal.

Um die aerodynamische Stabilität zu überprüfen musste Force India aus seinem eigenen Windkanal in Brackley ausziehen. Das neue Paket wurde in Köln bei Toyota getestet. "Unser Windkanal ist zu klein, um die nötigen Testreihen durchzuführen. Er war ursprünglich mal für 30 Prozent-Modelle gebaut worden. Wir sind jetzt mit einem 50-Prozent-Modell drin. Deshalb ist außenherum zu wenig Platz", bestätigt Green.

Force India will in den Toyota-Windkanal in Köln

Die neuen Windkanal-Regeln stellten Force India vor ein Problem. Im nächsten Jahr ist es nicht mehr erlaubt, zwischen Brackley und Köln hin- und herzuspringen. Dann darf jedes Team nur noch einen Windkanal benutzen. Force India hat sich für den Toyota-Kanal in Köln entschieden. Und für die Aufstockung auf 60-Prozent-Modelle. Doch Köln ist teuer. Die Woche kostet knapp über 100.000 Euro.

Das erfordert eine Aufstockung des Budgets. Teamchef Vijay Mallya muss für die kommende Saison trotz weiter eingeschränkter Windkanalzeit mehr Geld lockermachen. Die ehrgeizigen Aerodynamik-Projekte verschlingen rund vier Millionen Euro extra. Nächstes Jahr soll Force India auch die neue Getriebe-Übersetzung von Mercedes bekommen. Das Kundenteam muss sich bis zum Saisonende mit der alten, viel zu langen Übersetzung herumschlagen.

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