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Force India hat die Qual der Wahl

Di Resta, Sutil oder Hülkenberg

Adrian Sutil, Paul di Resta und Nico Hülkenberg Foto: xpb 14 Bilder

Force India hat ein Luxusproblem. Mit Adrian Sutil, Paul di Resta und Nico Hülkenberg sind drei Top-Fahrer unter Vertrag. Teamchef Vijay Mallya muss sich für zwei entscheiden. Er will sich Dezember Zeit lassen. Für die drei Fahrer eine Zerreißprobe ohne Netz.

20.09.2011 Michael Schmidt, Tobias Grüner

Force India ist im Aufwind. In Monza überholte der Rennstall aus Silverstone Sauber in der Teamwertung. Force India ist jetzt Sechster im Konstrukteurspokal. Die beste Platzierung, seit es den Rennstall gibt. Teamchef Vijay Mallya hat nicht nur ein gut funktionierendes Konstruktionsbüro in der Hinterhand. Mit Adrian Sutil, Paul di Resta und Nico Hülkenberg sind drei Top-Ten-Piloten unter Vertrag.

Drei Piloten auf Top-Niveau

Hülkenbergs Einsätze beschränken sich allerdings auf ein Freitagstraining. Und das auch nicht immer. In Singapur muss er pausieren. Die Stammfahrer brauchen jede Minute Streckenzeit. "Und wenn es in der WM noch eng wird, werde ich wohl auch zuschauen müssen", fürchtet Hülkenberg. Das Nichtstun ist das schlimmste. "Du stehst in der Box und denkst dir: Warum fahren die anderen, und du musst zuschauen?"

Force Indias Testpilot hofft, dass ihm der gleiche Aufstieg gelingt wie seinem Vorgänger Paul di Resta. Vom Ersatz- zum Stammpilot. Doch diesmal ist die Lage komplizierter. Vor einem Jahr war klar, wer das Feld räumen musste. Vitantonio Liuzzi hatte zwar so etwas wie einen Vertrag für 2011, aber klar die schlechtesten Werte. Di Resta bewies in den Freitagstrainings, dass er bessere Perspektiven hat als der Italiener.

Diesmal muss sich Mallya zwischen Sutil, di Resta und Hülkenberg entscheiden. Da fällt es schon deutlich schwerer, einem der drei Piloten den blauen Brief zu schicken. Der indische Milliardär will sich deshalb bis Dezember Zeit lassen und seine Fahrerwahl bei der FIA-Preisverleihung in Delhi bekanntgeben.

Das ist zwar schlecht für den Fahrer, der durch den Rost fällt, weil es dann kaum noch Alternativen gibt, aber das Team sitzt zur Zeit am längeren Hebel. Und es lässt das die Fahrer auch spüren. Das Trio bekam in Monza von ihrem Chef bestätigt, dass es beim Termin im Dezember bleibt. Deshalb wird Mallya die Optionen, die im Oktober fällig sind, ungenutzt verstreichen lassen.

Keine Alternativen für Di Resta und Hülkenberg

Für Sutil, di Resta und Hülkenberg beginnt jetzt eine Nervenschlacht. Genau genommen hat nur Adrian Sutil eine echte Alternative. Williams ist an dem Gräfelfinger interessiert. Auch an dessen Sponsoren Medion und Capri-Sonne. Nico Hülkenberg und Paul di Resta haben keine Mitgift. Und auch deshalb keinen Ausweichplatz. "Alle von Renault abwärts wollen Geld sehen", verzweifelt Hülkenberg.

Freie Plätze sind ohnehin rar. Renault wird sich aus dem Quartett Vitaly Petrov, Bruno Senna, Romain Grosjean und Robert Kubica bedienen. Gleiches gilt für Toro Rosso. Da kann aus einem Pool von vier Red Bull-Junioren geschöpft werden: Sebastien Buemi, Jaime Alguersuari, Daniel Ricciardo und Jean-Eric Vergne.

Bei Williams muss Rubens Barrichello fürchten, dass ihm Sutil oder die GP2-Piloten Jules Bianchi und Giedo van der Garde mit fünf Millionen Euro Mitgift das Cockpit stehlen. Lotus ist dicht. Virgin hätte noch einen Platz, aber auch da stehen Fahrer mit Geld vor der Tür. Der Schweizer Fabio Leimer zum Beispiel. Hispania ist für das Force India-Trio nur ein allerletzter Notnagel.

Williams als Sicherheitsvariante für Sutil?

Hülkenberg und di Resta hoffen, dass ihr Kollege Sutil die Nerven verliert und lieber bei der sicheren Variante Williams andockt, als bei Force India alles auf eine Karte zu setzen. Entgegen Berichten aus England gebe es aber noch keinen Kontakt zu dem Traditionsrennstall, stellte Sutil in Singapur klar. "Das sind nur Gerüchte."

Aus dem Sutil-Lager hört man jedoch, dass Verhandlungen zunächst nur mit Force India geführt werden. Viel Geduld hat man mit Mallya in diesem Jahr aber nicht. Bis Weihnachten will Sutil dieses Mal nicht auf ein Urteil warten. Die Entscheidung, wo der 28-jährige Wahlschweizer 2012 fährt, soll bis spätestens Ende Oktober fallen. "Wir denken, dass wir unser Schicksal noch selbst in der Hand haben", erklärte Sutil-Manager Manfred Zimmermann zuletzt. Den Wechsel zu einem der drei Hinterbänkler-Teams schloss er dabei explizit aus.

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