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23 Punkte für Force India

Super-Taktik bringt Perez Platz 3

Sergio Perez - GP Monaco 2016 Foto: sutton-images.com 24 Bilder

Sie glauben, Mercedes hätte mit Lewis Hamilton die beste Strategie beim GP Monaco aus dem Hut gezaubert? Falsch. Force India schlug alle und holte Sergio Perez von Platz 7 auf Rang 3. Wir sagen Ihnen, wie das funktionierte, und warum Nico Hülkenberg der Leidtragende war.

31.05.2016 Michael Schmidt

Force India steht wieder auf Platz 5 in der Konstrukteurs-Wertung. Ein einziges Rennen reichte dem WM-Fünften des Vorjahres, um seine Punktezahl nahezu zu verdoppeln. Force India räumte 23 WM-Zähler ab. Nur Mercedes fuhr mit mehr Punkten heim.

Schon im Training zeigten die Autos aus Silverstone ihre Qualitäten. Nico Hülkenberg lag als Fünfter nur knapp 2 Zehntel hinter Sebastian Vettel. Und Sergio Perez sicherte ihn als Siebter ab.

Im Ziel präsentierte sich die Reihenfolge genau andersherum. Perez feierte als Dritter sein sechstes Podium in der Formel 1. Und Hülkenberg verpasste in seinem 101. GP-Start wieder einmal sein erstes.

Die Erklärung dafür liegt in der Strategie. Bei Perez packten die Strategen den absoluten Matchwinner aus. Der Leidtragende war der Teamkollege. Teamchef Bob Fernley gab zu: "Eigentlich hätte Nico Dritter werden müssen. Hätten wir ihn analog zu Checo später zum ersten Stopp geholt, wären wir heute Dritter und Vierter geworden."

Wettbewerb am Force India-Kommandostand

Bis Runde 12 entsprach die Reihenfolge dem Trainingsergebnis. Hülkenberg lag hinter Daniel Ricciardo, Nico Rosberg, Lewis Hamilton und Sebastian Vettel auf Platz 5. Perez 2 Positionen dahinter. Dazwischen als Puffer Carlos Sainz.

Das Recht des ersten Boxenstopps hatte Hülkenberg. Dann kam es am Kommandostand zu einem kleinen Wettbewerb zwischen den beiden Renningenieuren. Der von Perez machte Anstalten, sofort auf Intermediates zu gehen, sollte Hülkenbergs Mannschaft damit länger warten wollen.

Das führte schließlich dazu, dass Hülkenbergs Ingenieur den Zug machte, auch angestachelt durch schnelle Sektorzeiten von Max Verstappen, Sebastian Vettel und Fernando Alonso. Alle 3 waren bereits auf Intermediates unterwegs. Force India holte Hülkenberg in Runde 15 zum Stopp. Noch ohne großen Schaden. Der Le Mans-Sieger des Vorjahres fiel dorthin, wo er zu Beginn des Rennens auch lag. Hinter Vettel. Doch dummerweise auch hinter Felipe Massa, der auf Regenreifen ausharrte und den ganzen Zug hinter sich nach Kräften aufhielt.

Perez mit Reifenflüsterer-Qualitäten

Die Crew von Perez hatte mittlerweile bessere Informationen über die Rundenzeiten mit Regenreifen und Intermediates und die Verkehrssituation. Nach Rücksprache mit dem Fahrer entschied man draußen zu bleiben. "Es war eine schwierige Entscheidung", gab Perez zu. "Das Team überließ sie mir, und ich wollte lieber warten."

Der Mexikaner kam erst in Runde 21 an die Box. Eine Runde nach Nico Rosberg und gleichzeitig mit Carlos Sainz. Massas langsame Fahrt öffnete die Lücke zu Vettel und Hülkenberg auf exakt 20 Sekunden. Knapp, aber machbar. Ein fixer Boxenstopp, schnelle Rundenzeiten raus und rein in die Box, brachten Perez hinter Rosberg, aber vor Vettel, Hülkenberg und Sainz. "Das war der Schlüssel zum dritten Platz."

Doch noch war die Ernte nicht ganz eingefahren. Für einen Podiumsplatz stand noch Rosberg im Weg. Erneut gelang Force India mit dem Timing der goldene Griff. Perez wechselte in Runde 30 auf Slicks. Die Sorte stand von vornherein fest. "Wir sind schon am Donnerstag alle Longruns mit dem Soft-Reifen gefahren. Von dem wussten wir, dass er bis zum Ende hält", verrät Andy Stevenson.

Der Undercut zu Rosberg gelang. Der WM-Spitzenreiter kam eine Runde später an die Box und fiel auch noch hinter Vettel zurück. Die ersten Runden auf teilweise noch feuchter Strecke waren ein Eiertanz. "Es gab tausend Chancen abzufliegen", gab Perez zu.

Den Rest des Rennens galt es nur noch vor Vettel zu bleiben. Perez ließ es leicht aussehen, doch tatsächlich kramte der Reifenflüsterer wieder alle Tricks aus, um vor dem schnelleren Ferrari zu bleiben. "Ich schonte die Reifen, wann immer es möglich war. So hielt ich sie am Leben für die Momente, an denen ich sie brauchte, um Seb hinter mir zu halten."

Alonso trickst Hülkenberg mit spätem Stopp aus

Nico Hülkenberg machte nach dem Rennen ein langes Gesicht. Da er gleichzeitig mit Rosberg stoppte, gab es an seinem direkten Konkurrenten auch keinen Weg vorbei. Schlimmer noch: Alonso war ihm und seinen Leidensgenossen mit dem späteren Reifenwechsel in Runde 32 durchgerutscht.

Hülkenberg saß hinter Rosberg fest, der ewig brauchte, die Slicks ins Temperaturfenster zu bringen. Das gab Alonso die Gelegenheit mit einer schnellen Runde auf den Intermediates den nötigen Vorsprung herauszufahren.

Der Deutsche im Team Force India haderte: "Ich hatte heute den Speed für ein Podium, aber steckte ständig im Verkehr. Der erste Boxenstopp hat mein Rennen ruiniert." Dafür gab es auf den letzten Metern des GP Monaco noch ein Erfolgserlebnis. Hülkenberg nahm Rosberg den sechsten Platz ab. "Ich kam gut aus der letzten Kurve. Es begann wieder zu nieseln, und es war schwierig das Auto mit den abgefahrenen Reifen geradeaus zu halten." Im Ziel betrug der Unterschied 0,291 Sekunden.

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