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Force India

Kampf gegen Williams oder Sauber?

Sutil GP Singapur Foto: xpb 33 Bilder

Force India kämpft in der WM-Wertung die ganze Saison um Platz sieben gegen Williams. Teamchef Vijay Mallya schielt mit einem Auge aber auch noch auf Sauber. "Wir benötigen nur ein paar Podiumsplätze. Dann können wir sie noch einholen."

17.09.2012 Michael Schmidt

Eigentlich gehört Force India auf Platz acht in der WM-Tabelle. Der Williams FW34 ist das bessere Auto. Force India aber hat die besseren Fahrer. Zwei, die sich gegenseitig antreiben. Und die auch schon bei der Konkurrenz im Notizbuch stehen. Paul di Resta und Nico Hülkenberg haben ihren Platz bei Force India sicher.

Beide aber schielen mit einem Auge auf den Fahrermarkt, für den Fall, dass sich weiter vorne eine Vakanz ergibt. Die Teamleitung hatte bereits angedeutet, dass man bei Interesse eines Top-Teams gegen eine Abfindung bereit sei einen der beiden Fahrer ziehen zu lassen.

Di Resta hat die Nase leicht vorne

Nach Punkten steht es 32:31 für Paul di Resta. Im Trainingsduell führt der Schotte nach Startpositionen gerechnet 8:5. Eigentlich aber 7:6, denn Nico Hülkenberg fiel in Silverstone nur hinter seinen Teamkollegen, weil er wegen eines Getriebewechsels fünf Startplätze zurück musste. 

Und auch in Monza wäre es eine ganz enge Kiste zwischen den Force India-Piloten geworden, hätte am Auto des Deutschen nicht zu Beginn der ersten schnellen Runde im Q1 die Benzinpumpe gestreikt. Für Hülkenberg hieß das: Letzter Startplatz statt Top Ten.

Der Aufstieg ins Q3 wäre für Hülkenberg nur eine Pflichtübung gewesen. Die Force India zählten in Monza auf eine Runde zu den drei schnellsten Autos. Ohne den Getriebewechsel wäre Paul di Resta aus der zweiten Reihe gestartet. Der DTM-Meister von 2011 hatte bereits im letzten freien Training am Samstagmorgen Platz drei belegt. Ein Fingerzeig dafür, dass die viertschnellste Zeit in der Qualifikation kein Zufallsprodukt war.

Nico Hülkenberg fehlten im dritten Training noch vier Zehntel auf den Teamkollegen. Er war aber zuversichtlich, in der Qualifikation die Lücke zu schließen. "Ich bin das ganze freie Training mit weniger Abtrieb als Paul gefahren und habe für das Zeittraining auf seine Abstimmung umbauen lassen." Das kostete drei km/h auf der Geraden, brachte aber mehr Abtrieb. Die Technik machte Hülkenberg einen Strich durch die Rechnung.

Sauber-Taktik geht im Force India nicht auf

Die Force India waren im Rennen mit 341 km/h trotzdem noch flott unterwegs. Nur die beiden Lotus überboten den Top-Speed der weißgrünen Autos. Für Hülkenberg gab es im Rennen nur die Perez-Taktik. Mit harten Reifen losfahren und so lange durchhalten wie möglich.

Doch der Force India ist kein Sauber. Er geht deutlich härter mit seinen Reifen um. Hülkenberg blieb bis Runde 27 auf der Strecke. Zu Beginn der Boxenstopps der Einstopper lag der Rheinländer auf Platz 12. Also durchaus noch mit Aussichten auf WM-Punkte. Er merkte aber schon da: "Die Hinterreifen haben zu stark abgebaut. Und als ich mal durch die erste Gruppe durch war, bin ich die meiste Zeit allein und ohne DRS unterwegs gewesen."

Paul di Resta kam als Achter ins Ziel. "Gemessen an unseren Trainingszeiten war das eine Enttäuschung. Ich habe zu viel Zeit auf den Medium-Reifen verloren." Auch di Resta litt unter hohem Verschleiß der Hinterreifen. Rückblickend haben sich die Ingenieure das Problem selbst eingebrockt. Sie haben wie ihre Kollegen von Lotus auf zu wenig Abtrieb gesetzt. Gut für eine Runde, schlecht über die Distanz.

Nico Hülkenberg bezahlte nicht nur mit starkem Reifenabbau. In der zweiten Rennhälfte ließen die Bremsen immer mehr nach. In Monza kein schönes Gefühl. "Als es immer schlimmer wurde, habe ich Schiss bekommen und das Auto abgestellt."

Mallya träumt von Duell gegen Sauber

Im Duell Force India gegen Williams führt der Rennstall aus Silverstone mit 63:54. Singapur ist ein gutes Pflaster für Force India. Paul di Resta wurde im vergangenen Jahr Sechster, sein damaliger Stallrivale Adrian Sutil Achter. Nico Hülkenberg belegte 2010 bei seinem einzigen Auftritt auf dem Stadtkurs Rang neun, damals noch in einem Williams.

Die Konkurrenz wird jedoch härter als in Monza. Mercedes bringt sein großes Aerodynamikpaket. Williams ist auf diesem Typ Strecke wegen der guten Traktion des Autos wieder höher einzuschätzen. Force India dagegen hat die Entwicklung eingefroren, bis klar ist, warum sich die Windkanalergebnisse nicht hundertprozentig auf die Rennstrecke übertragen lassen.

Trotzdem träumt Teamchef Vijay Mallya von einer großen Aufholjagd im letzten Saisondrittel. "Singapur sollte uns gut liegen, weil die Strecke unserem Auto schon immer gut gepasst hat." Mallya schaut in der WM-Wertung nicht nur auf Williams. Mit einem Auge schielt der Inder sogar noch auf Sauber, die 37 Punkte entfernt sind. "Wenn wir noch ein paar Podiumsplätze schaffen, können wir sie einholen."

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