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Force India macht sich Sorgen

Verlierer im Pirelli-Reifenroulette?

Force India - GP Deutschland 2013 Foto: xpb 33 Bilder

Force India könnte der große Verlierer im Reifenchaos von Pirelli werden. Der WM-Fünfte hat am Nürburgring zum ersten Mal seit Malaysia nicht gepunktet. Dabei hatte sich der Hinterreifen nur marginal geändert. Demnächst fürchtet Force India noch größere Einbußen.

09.07.2013 Michael Schmidt

Andy Green fehlte am Nürburgring. Der Technikchef von Force India blieb zu Hause. Aus gutem Grund. Green und seine Techniker brüten darüber, wie sie ihr Auto für die neuen alten Reifen anpassen müssen. Bislang war Force India der Star des Mittelfeldes. Mit 59 Punkten liegt man immer noch auf Rang 5 im Konstrukteurspokal.

Doch am Nürburgring kamen erstmals seit sieben Rennen keine Punkte mehr auf das Konto. Dafür hat McLaren um zwölf Zähler aufgeholt. Wer das Ergebnis mit dem neuen Hinterreifen in Zusammenhang bringt, liegt vielleicht nicht ganz falsch.

Sowohl Paul di Resta als auch Adrian Sutil sprachen nach dem Rennen von Reifenproblemen. Di Resta haderte mit dem ersten Satz, Sutil musste sogar seine Strategie von zwei auf drei Stopps abändern. Das gab es bei Force India bislang noch nie.

Force India verliert Wissensvorsprung

Das unscheinbare Auto galt neben dem Lotus als der Reifenflüsterer im Feld. Meistens kamen die Force India-Piloten mit einem Stopp weniger über die Distanz als die Konkurrenz. Das lag auch am Reifenexperten im Team, Jun Matsuzaki, ein ehemaliger Bridgestone-Ingenieur. "Wenn wir zu den alten Karkassen zurückkehren, verlieren wir unseren ganzen Wissensvorsprung bei der Reifenbehandlung", klagt Sportdirektor Otmar Szafnauer.

"Wir waren die ersten, die die Reifen von einer Seite auf die andere umgesteckt haben. Das haben wir schon bei den Wintertestfahrten so gemacht. Was können wir dafür, wenn Red Bull und Mercedes so eine lange Leitung haben, bis sie das begreifen?"

Aber war nicht das Reifenumstecken der Auslöser für die Reifenexplosionen von Silverstone? Szafnauer relativiert: "Ja, aber nur im Zusammenhang mit anderen Einflussgrößen. Wir sind zum Beispiel nie mit niedrigen Luftdrücken oder zu viel Sturz gefahren."

Force India muss an Reifen angepasst werden

Der Nürburgring war nur ein Vorgeschmack auf das, was in Ungarn kommt. Die Notlösung war bereits deutlich berechenbarer als das Vorgängerprodukt. "Und das ist ein Nachteil für uns, weil wir die Reifen mit der Stahlkonstruktion besser verstanden haben als andere", klagt Szafnauer.

Er macht sich auch um die Auswirkungen auf die Aerodynamik Sorgen. "Die 2012er Reifen werden denen am meisten helfen, die ihr Auto stark anstellen. 2011 haben wir es auch so gemacht, aber mit dem aktuellen Auto gehören wir nicht mehr dazu, weil wir den VJM06 für die 2013er Reifenspezifikation maßgeschneidert hatten."

"Mit der tieferen Bodenfreiheit vorne und den steiferen Reifenflanken wird sich alles ändern. Die Anströmung nach hinten, die Federraten, die Fahrdynamik, die Werte für Sturz und Luftdruck, die Vorbereitung der Reifen." Andy Green versucht das Auto im Eilverfahren zu modifizieren. "Erste Ergebnisse werden wir beim Silverstone-Test sehen", meint Szafnauer. "Ich fürchte aber, dass diese Reifen alles durcheinanderbringen können."

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