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Force India mit Reifenproblemen

Alte Stärke zu Schwäche geworden

Force India - Startvorbereitung - Formel 1 - 2016 Foto: ams

Früher war das Reifenmanagement eine der Stärken von Force India. 2016 machen die Pirelli-Walzen aber Probleme, körnen und bauen zu schnell ab. Zuletzt gesehen in Österreich. Das Reifenrätsel ist noch nicht gelöst, doch es gibt Anhaltspunkte.

07.07.2016 Andreas Haupt

Der Grand Prix in Österreich brachte für Force India keine Punkte. Obwohl Nico Hülkenberg neben Lewis Hamilton aus der ersten Reihe startete. Doch körnende Reifen ruinierten dem Le Mans-Sieger von 2015 das Rennen, überhitzende Bremsen beendeten es vorzeitig. Sergio Perez flog in der letzten Runde auf dem achten Platz liegend ab. Vorne links war die Bremsscheibe explodiert. „Wir können uns solche Patzer nicht mehr erlauben, wenn wir Williams in der Konstrukteurs-WM abfangen wollen. Wir hatten vier Punkte eigentlich schon in der Tasche“, klagte Sergio Perez.

Fragezeichen über der Reifenperformance

Neben den Bremsproblemen beschäftigten Force India nach dem Rennen am Red Bull-Ring die Pirelli-Gummis. Vor allem am Auto von Hülkenberg kam es zu Graining. Egal, ob auf Ultrasofts, Supersofts und der weichen Mischung. „Es ging mit den Reifen irgendwas Komisches vor. Darüber hängt immer noch ein Fragezeichen. Die kälteren Temperaturen am Sonntag hätten den Hinterreifen eigentlich helfen müssen. Stattdessen wurde das Graining schlimmer. Eigentlich hatten wir es an den Vorderreifen erwartet“, erklärte Hülkenberg.

So verrückt es auch zunächst klingen mag: Einen Teil der Reifenprobleme schob der lange Rheinländer seinem zweiten Startplatz zu. „Wenn es im Qualifying nicht am Ende von Q2 geregnet hätte, wären wir auf dem siebten oder achten Platz gestartet. Dort wo wir eigentlich hingehören. Wenn du einfach in der Spitzengruppe mitrollen kannst, weil du die Geschwindigkeit dazu hast, ist es toll, vorne zu starten. Anders herum ist es schädlich. Weil ich von hinten Druck hatte und von Nico und den schnelleren Red Bull und Ferrari überholt wurde. Das hilft dem Reifenmanagement nicht. Und du passt daraufhin auch deine Strategie an“, erzählt der Force India-Pilot.

Force India peilt Top 10 in Silverstone an

In den letzten Jahren war das Reifenmanagement eine der großen Stärken von Force India. Jetzt ist es anders herum. „Wir sind eines der schlechtesten Teams darin, die Reifen am Leben zu halten“, urteilt Perez. Die Schwierigkeiten hatte der indisch-englische Rennstall aber nicht in jedem Rennen. „Baku war gut, Monaco und Kanada ok“, findet Hülkenberg, der aber auch sagt: „Unser Auto nimmt die Reifen zu hart ran.“

Anhaltspunkte, warum es mit den Pirellis in diesem Jahr nicht wie gewünscht funktioniert, gibt es. Die Ingenieure vermuten den Frontflügel und die Hinterradaufhängung als Übeltäter. „Der Frontflügel macht nicht das, was er soll. Wir werden hier einen neuen testen. Bei der Hinterradaufhängung rüsten wir auf die alte Version zurück und vergleichen sie im Training mit der neueren Variante“, berichtet Perez. Mit einem überarbeiteten Frontflügel zum Rennen in Barcelona verbesserte Force India eigentlich die Anströmung ins Heck. Was mehr Abtrieb brachte. Doch die Version war wohl noch immer nicht des Weisheits letzter Schluss.

Nicht nur die Reifen werden in Silverstone für den Fünften der Konstrukteurs-WM zur Probe. Auch der Wind, der in England für gewöhnlich stark bläst, könnte den VJM09 ins Trudeln bringen. „Das hier ist vermutlich der schlimmste Ort, was den Wind angeht“, sagt Perez, der um die Windanfälligkeit von Force India aus den letzten Jahren weiß. „Besonders Rückenwind hat unsere Performance beeinflusst. Aber wir sollten da besser geworden sein.“

Für das Rennen peilen die Piloten die Top 10 an. „Wir befinden uns im Mittelfeld mit Williams, McLaren und Haas“, so der Mexikaner. Das flüssige Streckenlayout schmeckt dem Auto aber nicht ganz so gut. „Unsere Stärken können wir eher auf eckigen Pisten ausspielen“, erklärt Hülkenberg. Übrigens: Erstmals in dieser Saison ist Teamboss Vijay Mallya vor Ort.

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