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Force India mit Risiko-Taktik

Bei Perez wurde das Gummi knapp

Sergio Perez - GP Russland 2015 Foto: xpb 22 Bilder

Force India verlor in der ersten Runde des GP Russlands das Auto von Nico Hülkenberg wegen eines Unfalls. Doch danach lief es für das Team perfekt. Mit dem Ergebnis, dass Sergio Perez auf dem Podest landete und 15 Punkte auf das Konto spülte.

13.10.2015 Andreas Haupt

Die zweite Safety Car-Phase mischte die Karten neu. Vier Fahrer setzten sofort voll auf Risiko. Daniel Ricciardo, Jenson Button, Carlos Sainz und Sergio Perez legten in der 12. Runde ihre Supersoftreifen ab und wechselten auf eine frische Garnitur der weichen Mischung. In dem Wissen, mit den gelbmarkierten Gummis 41 Runden überstehen zu müssen.

Force India spekulierte auf Safety Car

Für Sergio Perez ging der Poker am besten auf. Der Mexikaner brachte seinen Force India auf der dritten Position ins Ziel. Für den Mexikaner war es nach Malaysia, Kanada, Italien - jeweils 2012 - und dem GP Bahrain 2014 der fünfte Podestplatz im 89. Rennen. Für Force India das dritte Podium in der Teamgeschichte. "Es ist eine tolle Belohnung für all unsere Arbeit", freute sich der Überraschungsmann in Sochi.

Der indisch-englische Rennstall hatte bereits vor dem Rennen auf ein frühes Safety-Car spekuliert und sich die risikoreiche Taktik für den Fall der Fälle zurechtgelegt. Der glatte Asphalt im Sochi Autodrom lässt die Reifen in geringerem Ausmaß verschleißen als sonst und macht ausgedehnte Stints möglich. "Wir haben in unserer Strategiesitzung am Morgen bereits festgelegt, dass ein Reifenwechsel ab der zehnten Runde sinnvoll ist, wenn das Rennen neutralisiert wird. Für uns war das die schnellere Taktik", erklärte Teammanager Andy Stevenson.

Nach dem Boxenstopp spülte es Perez zunächst von der fünften auf die neunte Position zurück. Der Mexikaner war damit der bestplatzierte Pilot mit einem frischen Reifensatz. Durch das Safety-Car verlor er beim Wechsel kaum Zeit und konnte direkt zu den acht vor ihm liegenden Autos aufschließen.

Reifenmanagement als Stärke

Die Rennleitung ließ im 17. Umlauf das Feld wieder von der Kette. Früher als von der Force India-Teamführung erwartet. Man hatte gehofft, dass die Reparaturen an den Tecpro-Barrieren nach dem Einschlag von Romain Grosjean noch ein bisschen länger angedauert hätten. "Wir rechneten mit drei bis vier Runden mehr", gab Sportdirektor Otmar Szafnauer zu. Die Extra-Runden hinter dem Safety Car hätten Perez in Sachen Reifenverschleiß hinten heraus geholfen. So musste sie Perez seine Sohlen noch ein bisschen mehr pflegen.

In der Runde nach dem Restart schnappte sich der 25-Jährige Pastor Maldonado. Sein einziges echtes Überholmanöver im Rennen. Danach hing er hinter Felipe Nasr und Felipe Massa. "Ich konnte sie nicht überholen. Also habe ich mich dazu entschieden, meine Reifen zu schonen", berichtete Perez. Als Massa, Nasr, Daniil Kvyat, Kimi Räikkönen und Valtteri Bottas zu ihrem obligatorischen Gummiwechsel steuerten, rutschte Perez bis auf Platz drei vor.

Der Mexikaner fuhr gute Rundenzeiten im hohen 1:41er und tiefem 1:42er Bereich. Und streichelte trotzdem seine Reifen. Das Reifenmanagement ist eine der großen Stärken des 89-fachen GP-Teilnehmers. Wenn es hier kritisch wird, läuft Perez zumeist zur Hochform auf.

Force India festigt fünften Platz in Team-WM

Trotz seiner schonenden Fahrweise rieb sich die Gummifläche bis rund zehn Umläufe vor Schluss unter den kritischen Bereich von 30 Prozent ab. Bottas und Räikkönen kamen von hinten näher und näher. Und überholten Perez im Gleichschritt wenige Kilometer vor dem Ziel. “Ich konnte nicht mehr tun. Ich hatte total abgefahrene Reifen. Ich konnte nicht mehr hart Bremsen, sonst hätte ich mir Plattfuß eingefahren", erklärte Perez, der Einblicke in seine Gedankengänge gab. "Ich dachte mir: Wenn nicht das Podium, dann wenigstens viele Punkte mitnehmen."

Doch das Glück sollte ihm den Podestrang zurückbringen. Räikkönen schoss im letzten Umlauf bei einem Angriff in Kurve vier seinen finnischen Landsmann ab. Der Weg war für Perez frei. Der Mexikaner feierte anschließend ausgelassen und meinte: "Das ist der beste Moment meiner Karriere."

Durch die 15 Punkte baute Force India seinen Vorsprung in der Konstrukteurs-WM weiter auf Lotus aus. Im Duell um den fünften Platz steht es jetzt 92 zu 66. Es sieht so aus, als könnte der Rennstall mit Sitz in Silverstone seine Position halten und einen Rang besser abschneiden als noch im Vorjahr.

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