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Force India vor Entscheidung

2017er Auto oder zweites Upgrade?

Alfonso Celis - Force India - Barcelona Test 2 - 18. Mai 2016 Foto: sutton-images.com 70 Bilder

Force Indias Upgrade in Barcelona brachte den erhoffte Fortschritt. Sergio Perez belohnte die Arbeit der Ingenieure mit 6 WM-Punkten. Wenn die Datenauswertung bei den Testfahrten die Aussagen der Piloten bestätigt, will sich Force India voll auf das 2017er Auto konzentrieren.

19.05.2016 Michael Schmidt

Force India-Technikchef Andy Green war erleichtert. Der Windkanal und die Simulationen liefern die richtigen Daten. Wie im Vorjahr die B-Version des VJM08 schlug auch das erste Upgrade des aktuellen VJM09 voll ein. Die Piloten bestätigten die Bemühungen der Ingenieure mit ihren ersten Fahreindrücken. Sie spürten generell deutlich mehr Grip auf der Hinterachse.

Nico Hülkenberg strahlte: "Das ist ein richtig dicker Schritt nach vorne. Er erinnert mich an das Debüt unseres B-Autos im Vorjahr. Das Auto fühlt sich ganz anders an. Die Balance von Kurveneingang bis Kurvenausgang stimmt wieder. Dadurch halten auch die Reifen länger. Und wir haben jetzt eine viel breitere Basis für die Fahrzeugabstimmung."

Aero-Tests und Datenauswertung entscheiden

Das wichtigste Teil aus dem Aero-Paket mit Frontflügel, Seitenkästen, Motorabdeckung, Leitblechen unter der Nase und vor den Kühlern, den hinteren Bremsbelüftungen, Unterboden und den Querlenkern der Hinterachse war der neue Frontflügel.

Er löste Force Indias größtes Problem, wie Perez erklärt: "Beim alten Flügel mussten wir die Flaps steil anstellen, um vorne genügend Anpressdruck zu haben. Dabei haben wir aber einen Teil der Strömung nach hinten ausgeblendet und dafür mit schlechterer Traktion bezahlt. Das hat den Reifenverschleiß nach oben getrieben."

Alfonso Celis - Force India - Barcelona Test 2 - 18. Mai 2016Foto: sutton-images.com

Der Fortschritt dokumentierte sich nicht nur in den Aussagen der Fahrer. "Letztes Jahr sind wir in Barcelona mit beiden Autos im Q1 rausgeflogen. Diesmal sind wir mit einem Auto ins Q3 gekommen, und mit den anderen hätten wir es auch geschafft, hätte bei Nico das Set-up besser gepasst", erklärte Teammanager Andy Stevenson. Hülkenbergs Antwort: "Da müssen wir unser neues Auto noch besser verstehen."

Force India ist auf jeden Fall Williams und Toro Rosso näher gekommen, und das auf einem Terrain, das nicht gerade die Paradestrecke für die Autos aus Silverstone ist. Man hat den Angriff von McLaren abgewehrt und HaasF1 abgehängt.

Trotzdem will Andy Green erst Entwarnung geben, wenn die Datenauswertung die guten Eindrücke bestätigt. "Sie dauert ungefähr eine Woche. Dafür waren die Testfahrten in Barcelona ideal, weil wir dort unsere Aero-Messungen mit konstantem Speed durchführen konnten."

McLaren will Gegner mit Upgrade-Offensive schlagen

Wenn alles im grünen Bereich ist, überlegt Force India die für Silverstone geplante zweite große Ausbaustufe abzublasen und sich stattdessen voll auf das 2017er Auto zu konzentrieren. "Es sieht so aus, als hätte das Paket noch ziemlich Potenzial in sich stecken. Wir können noch einiges an Rundenzeit über die Abstimmung finden. Vielleicht reicht es aus, das Auto dann nur noch in kleinen Schritten im Detail weiter zu verbessern", sagt Green.

Ein kleines Team wie Force India muss sich entscheiden. Eine zweigleisige Entwicklung ist aus Personal- und Geldgründen nicht möglich. Die direkte Konkurrenz denkt genauso. Toro Rosso hatte in Barcelona nichts gezeigt, will im Sommer aber noch einmal nachlegen. Sauber hat nur Geld für ein großes Upgrade in der Saison. Es soll in Silverstone kommen.

HaasF1 will noch eine Aero-Sitzung im Windkanal dem aktuellen Auto widmen und sich dann ebenfalls in die große Aufgabe stürzen, von Null an das 2017er Auto zu konstruieren. Auch bei Williams konzentriert sich schon die halbe Kapazität mit Blickrichtung nächstes Jahr. Im Juni verlagert sich der Fokus mehr auf das neue Auto.

Darin sieht McLaren-Teamchef Eric Boullier seine Chance. "Wir hoffen, dass wir das Mittelfeld mit unserem Entwicklungstempo besiegen." McLaren-Honda investiert mehr Geld als seine Gegner in die Technik. Das kann sich für 2016 auszahlen, ohne dass man 2017 vernachlässigt.

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